z 40 stránek
Chroniken
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
Urkunden und Acten
204
205
206
207
208
209
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
Titel
232
Název:
Zur Geschichtsschreibung der Stadt Brüx, MVGDB 28
Autor:
Schlesinger, Ludwig
Rok vydání:
1890
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- 193: Chroniken
- 204: Urkunden und Acten
- 232: Titel
Strana 193
Vlittheilungen tlex Pereines
für
Bexthittte oer Dontathen in Böhmen.
Redigirt von
Dr. Judwig Schlesingsn.
Achtundzwanzigster Jahrgang.
Drittes Heft. 1889/90.
Zur Geschichtsschreibung der Stadt Brüx.
Von Dr. Ludwig Schlesinger.
I. Chroniken.
Ende der Fünfziger Jahre war ich Schüler des Obergymnasiums
in Brüx. Wir „Studenten von auswärts“ fühlten uns in der freund-
lichen, Samals noch verhältnißmäßig kleinen und stillen Landstadt bald
heimisch. Unser Verkehr beschränkte sich nicht bloß auf die verschiedenen
„Kosthäuser“, unter denen sich ganz sonderliche Studentenherbergen be-
fanden, wir wurden auch in andern Familien der studentenfreundlichen
Bürgerschaft gerne gesehen. Am liebsten und darum am häufigsten wohl
besuchten viele von uns die Familie Dittrich in der Fleischbankgasse.
Mutter Dittrich war eine ungewöhnlich gutmüthige und uns jungen Leuten
vom Herzen zugethane Frau. Im „alten Dittrich“ aber, wie wir ihn
schon damals hießen, verehrten wir ein Original ganz seltener Art. Er
war ein wahrer „Studentenvater" im besten Sinne des Wortes. Sein
vom Vater übernommenes Uhrmachergewerbe betrieb er nur so halb und
halb, ließ es später ganz auf und versah das Amt eines städtischen Quar-
tiermeisters. Dasselbe gewährte ihm sattsam Muße zur Pflege von aller-
hand Liebhabereien. Zu diesen gehörte der Verkehx mit den Studirenden.
Wir konnten zu ihm kommen, wann wir wollten, wir waren immer will-
kommen und fanden bei ihm stets väterliche Theilnahme, und wenn es
galt, guten Rath und Hilfe. Gerne hörten wir ihm zu, wenn er uns
aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen erzählte. Mit uns wurde er