z 397 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
Inhalt
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
XXXI
XXXII
Einleitung
1
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Briefsteller
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zur Überlieferung
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zur Sprache
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zusammenfass. Charakteristik
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Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
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Register zur Einleitung
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Název:
Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts (Liber)
Autor:
Bebermeyer, Gustav; Burdach, Konrad
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
397
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- XVII: Inhalt
- 1: Einleitung
- 131: Briefsteller
- 149: zur Überlieferung
- 165: zur Sprache
- 230: zusammenfass. Charakteristik
- 311: Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
- 347: Register zur Einleitung
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Exkurse zum Breslauer Bistumsstreit (1380/82.
Hedwigs geliebter Sohn, Heinrich II., gleich seinem Vater ein tatkräftiger
Freund und Förderer der deutschen Besiedlung, grausig endete, wird in
der Legende eingehend und mit Wärme geschildert. Diese Niederlage und
diesen Heldentod in Wahlstatt bei Liegnitz empfanden aber die deutschen
Zeitgenossen als ein schlesisches Thermopylae zur Rettung der christlichen
Kultur Europas, und wie einst der Sieg über die Ungarn auf dem Lech-
feld die Quelle für das erwachende nationale und staatliche Bewußtsein
des deutschen Volks gewesen war, so wurde die Erinnerung an jene
Mongolenschlacht den Deutschen in Schlesien zum heiligen Banner ihres
Nationalgefühls. Die Bilderhandschrift der Hedwrigslegende für Herzog
Ludwig I. bringt das, mehr als ein Jahrhundert später, höchst lebendig
xum Ausdruck: mehrere Miniaturen der Mongolenschlacht geben den auf
Heinrichs Seite kämpfenden Rittern Wappenschilde, die außer dem Kreuz
der Malteserritter und dem Kreuz des deutschen Ritterordens Wappen
einer Reihe bekannter deutscher Adelsfamilien Schlesiens zeigen1, die zum
Teil noch heute leben. Voran ist zu nennen das Wappen der Herren
von Pogarell, weil diesem Geschlecht auch der Bischof von Breslau
Preczlaw angehört, dessen Notar Nikolaus von Posen der Verfasser des
beigefügten Legendenauszugs gewesen ist. Ferner erscheinen die Wappen
der Busewoy, der Radeck, der Reinbaben, der Tschammer, der Brauchitsch.
Die Tradition des 14. Jahrhunderts feierte also diese deutschen Familien
als Mitkämpfer bei dem großen nationalen Waffenerfolge. So wirken
diese Bilder bedeutsam mit, die Schutzheilige Schlesiens zugleich als
Helferin ihres Gatten und ihres Sohnes bei der Germanisierung des
Landes zu zeigen, die bekanntlich von diesen beiden Fürsten hauptsäch-
lich gefördert worden ist.
An der Schwelle des deutschen Humanismus wie an der des italieni-
schen empfinden die führenden Geister in gleicher Weise den Drang,
neue Kraft und neues Leben aus der Geschichte der heimatlichen Ver-
gangenheit, aus cinem von nationaler Eifersucht gestachelten Kultus der
Ahnen zu schöpfen2 und diesen Kultus durch bildhafte oder redende
Werke der Kunst zu weihen, aber auch mit Schönheit zu umstrahlen.
In Italien entstanden Humanismus und Renaissance aus der nationalen
Eifersucht gegen Frankreich. In Schlesien bei den Piasten des 14. Jahr-
hunderts, deren Vorfahren doch selbst polnischen Geblüts gewesen waren,
bereitete nationale Eifersucht gegen Polen und Böhmen dem anrückenden
Renaissancegeist den Weg. Daß sich diese Piastenfürsten trotz allen
inneren Kämpfen und Schwankungen schließlich doch alle nicht für Polen,
sondern für den König von Böhmen entschieden, bewirkte einerseits ohne
Frage die kulturelle Uberlegenheit Böhmens und des Hofes von Prag,
anderseits der enge geistige und verwandtschaftliche Zusammenhang, in
dem die Piastenhöfe seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts mit der in
Böhmen gepflegten deutschen Bildung und seit dem Ende des 13. Jahr-
hunderts auch mit der am Prager Hof sich entfaltenden ritterlichen
1 Vgl. H. Luchs, Die Bilder der Hedwigslegende, S. 5 f.
2 Vgl. daxu jetzt auch meine Schrift: Die nationale Aneignung der Bibel
und die Anfänge der germanischen Philologie. Halle a. S., M. Niemeyer. 1924,
S. 15. 48f.