z 397 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
Inhalt
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
XXXI
XXXII
Einleitung
1
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Briefsteller
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zur Überlieferung
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zur Sprache
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zusammenfass. Charakteristik
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Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
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Register zur Einleitung
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Název:
Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts (Liber)
Autor:
Bebermeyer, Gustav; Burdach, Konrad
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
397
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- XVII: Inhalt
- 1: Einleitung
- 131: Briefsteller
- 149: zur Überlieferung
- 165: zur Sprache
- 230: zusammenfass. Charakteristik
- 311: Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
- 347: Register zur Einleitung
Strana 53
III. Die zweite Briefmustersammlung.
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keit von dem Musterbuch des Prager Kanzlers (vgl. im einzelnen die im
Apparat der Texte Nr. 55. 56. 57. 68 nachgewiesenen Entlehnungen).
Noch stärker zeigt sich diese Abhängigkeit in einem sehr merkwür-
digen Studentenbrief des Johannes Kny studens Wiennensis mit der
Adresse Studenti constanti in studio Nicolao Ber, datiert Wien 1404. Er
hebt an mit einem Scholarenverslein, das recht ungeschlacht in der Bahn
der Vagantendichtung Deutsch und Lateinisch mischt (s. Texte Nr. 73).
Darauf folgt eine bewegliche Warnung, der Adressat möge nicht in das
Land der marchigenarum (Mark Brandenburg) gehen, eine terra nebulis
referta pernociuis, ein Land, das frumentis insipidis et vobis non
swetis repletatur, ein Land voller Krankheiten, die er verschweigen wolle.
Dann spricht er aber doch davon und sehr nachdrücklich. Dort werde
infolge von schwefligen Dämpfen die Natur aufgerieben und nieder-
geworfen und durch die ungewohnten Nahrungsmittel (inconswetis ciba-
riorum fomitibus) werde die Gesundheit der Konstitution durch lang-
wierige Krankheiten oder Pestleiden oder verderblichen Tod ach ! schrecklich
vernichtet. Das Ganxe ist eine Imitation eines Briefes Johanns von
Neumarkt in seiner Summa cancellariae an den Kanzleikollegen Henricus
Thesauri, er möge nicht nach Ungarn gehen. Die Ubereinstimmung
erstreckt sich bis auf den Wortlaut und auch auf die Einmischung
deutscher Sätze. Dieser selbe Brief steht nun aber auch wenig abweichend
in dem ersten, kürzeren Formularbuch der Schlägler Handschrift (Bl. 595),
wo ihn ein Prager Student an einen Scholaren in Schweidnitz schreibt.
Auch da wird vor der Mark Brandenburg gewarnt, und die wörtlichen
Anklänge zwischen den beiden Briefen in den Formularbüchern der
Schlägler Handschrift sind so stark, daß, wenn nicht der eine den anderen
direkt nachgeahmt hat, nur Benutzung einer gemeinsamen Vorlage die
Erklärung dafür geben kann. Im übrigen vergleiche die Nachweise über
Abhängigkeit von der Summa Cancellariae in den Anmerkungen zu Text
Nr. 55. 56. 57. 68.
Für die Technik der Abfassung deutscher Briefe gibt der Verfasser
der Abhandlung im zweiten Formularbuch eine sehr wichtige prinzipielle
Lehre (Bl. 107", Texte Nr. 1 Glosse). Der Notar darf, wenn er den
Inhalt eines lateinischen Briefes vor Laien vorträgt, ihn nicht nach dem
genauen Wortlaut der Sätze oder nach der Reihenfolge der lateinischen
Wendungen vortragen (non secundum precisum sentenciarum sermonem
seu ordinem diccionum latinarum), weil so Unsinn und Unverständ-
lichkeit entsteht, sondern er muß aus dem Tenor des lateinischen Briefes
eine verständliche deutsche Form herstellen, ohne doch dabei etwas vom
notwendigen Sinn fortzulassen. Von dieser allgemeinen Regel zeigt der
Verfasser dann an einem einzelnen Beispiel die Anwendung; s. die Glosse
zu Texte Nr. 21.
Im ganzen betrachtet, entsprechen allerdings die 30 deutschen Brief-
texte dieser Regel nur bis xu einem gewissen Grade. Sie sind nicht