z 397 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
Inhalt
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
XXXI
XXXII
Einleitung
1
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Briefsteller
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zur Überlieferung
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zur Sprache
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zusammenfass. Charakteristik
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Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
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Register zur Einleitung
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Název:
Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts (Liber)
Autor:
Bebermeyer, Gustav; Burdach, Konrad
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
397
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- XVII: Inhalt
- 1: Einleitung
- 131: Briefsteller
- 149: zur Überlieferung
- 165: zur Sprache
- 230: zusammenfass. Charakteristik
- 311: Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
- 347: Register zur Einleitung
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Exkurse zum Breslauer Bistumsstreit (1380/82).
Der Urheber des Interdikts gegen die Stadt Breslau einschließlich der
Dominsel und des Sandes (am 7. Januar 1381), des ersten übereilten
und höchst verderblich wirkenden Schrittes, waren der Dechant Herzog
Heinrich von Liegnitz als weltlicher Administrator des vakanten Bistums
und der in der Kanzleilaufbahn hochgekommene und reich gewordene
Archidiakon Nikolaus Henrici aus Posen, eine interessante Persön-
lichkeit mit humanistischer Disposition, über die noch zu reden sein
wird. Bald darauf, noch im Januar des Jahres 1381, erfolgte ein
zweiter Vorstoß in der Offensive des Domkapitels. Es übertrug die
Administration des vakanten Bistums von dem Dechanten Herzog Hein-
rich von Liegnitz auf seinen älteren Bruder Herzog Wenzel von Liegnitz,
den Bischof von Lebus, der, 1348 geboren, schon mit 23 Jahren, am
22. Februar 1371, als er in Montpellier kanonisches Recht studierte, auf
Wunsch Karls IV. von Gregor XI. ein Kanonikat an der Breslauer
Domkirche erhalten hatte, der dann am 3. Dexember 1375 unter päpst-
lichem Dispens in bezug auf das Hindernis seines zu jugendlichen Alters
Bischof geworden war. Durch Spexialmandat des Kapitels wurde sogar
seine Amtsbefugnis über die bisherige seines Bruders, der bloß admini-
strator in temporalibus war, noch ausgedehnt. Wenigstens heißt er
nach Schulte in den von ihm ausgestellten Urkunden Generaladmini-
strator, so daß also auch die Administration in spiritualibus ihm zufiel1.
Leider fehlen im Vatikanischen Archiv aus dem Pontifikat Urbans VI.
die meisten Registerbünde und so ist es uns versagt, die Vorgänge gerade
dieser für Schlesien und Böhmen so bedeutsamen Zeit authentisch kennen
zu lernen. Mit Recht aber vermutete Schulte, daß der dritte Schritt,
den das Breslauer Domkapitel jetxt unternahm, die Postulierung des
Lebuser Bischofs Herzog Wenzel von Liegnitz zum Bischof der Breslauer
Diözese, jener Ubertragung der Generaladministration auf ihn, sei es als
Absicht oder als förmlicher Beschluß, vorangegangen ist. Das Kapitel
verfuhr durch diese Postulierung offenbar im Sinne Papst Urbans VI..
dessen treuester Anhänger Bischof Wenzel von Anfang an gewesen war
1 Schulte hat diesen Punkt nicht ganz aufgeklärt. Er sagt a. a. O. S. 93:
Am 3. Januar 1381 stellte Herzog Heinrich als weltlicher Administrator des
Bistums noch eine Urkunde für dic Stadt Patschkau aus. Am 30. Januar 1381
war schon Wenxel, Herxog von Liegnitx und Bischof von Lebus, Administrator
des Bistums'. Aber in dem Anm. 7 beigebrachten Beleg heißt es: coram domino
Wenceslao duce Legnicensi et episcopo Lubucensi ac administratore in tem-
poralibus ecclesie Wratisl. Dagegen hat Bischof Wenzel die von Schulte
S. 94 und Anm. 6 benutzten Urkunden ausgestellt als administrator ecclesie
Wratislaviensis generalis per capitulum sede vacante specialiter deputatus:
14. Februar, 11. April, 24. Mai 1381. Es scheint mir damit nicht recht ver-
einbar, wenn Schulte S. 116 sagt: Erstens ging, wie wir schon wissen, die
Verwaltung des Bistums in temporalibus aus der Hand des Dechanten, Herzogs
Heinrich von Liegnitz, in die Hand seines Bruders Wenzel, des Bischofs von
Lebus, über'. Bischof Wenxel hatte mit der Generaladministration doch auch
die Administration in spiritualibus. Daß dem so war, bestätigt Schulte S. 130
selbst durch den Ausdruck: daß ferner an Stelle oder besser gesagt gegen den
Generaladministrator Bischof Wenzel von Lebus neue Bistumsadministratoren
in temporalibus et spiritualibus ... gewählt wurden'.