z 397 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
Inhalt
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
XXXI
XXXII
Einleitung
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Briefsteller
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zur Überlieferung
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zur Sprache
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zusammenfass. Charakteristik
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Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
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Register zur Einleitung
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- s. 311: … oben S. 32 Anm. angeführten Ort) ergibt sich, daß das Breslauer Domkapitel, als es dem Böhmen Dietrich von Klattau den Vorzug gab,…
- s. 313: … S. 32 geschilderte Konfiskation jenes Weihnachtsbieres, das dem Dechanten des Breslauer Domkapitels, Herzog Heinrich von Liegnitz, Bruder und Schwägerin aus Liegnitz gesandt…
- s. 318: … den er durch einen Gesandten eine scharfe Beschwerde über das Breslauer Domkapitel richtete mit der Bitte um Entsendung eines Schieds- richters und…
- s. 355: … 6. 311 f.; Stellung zur Stadt Bres- lau u. zum Breslauer Domkapitel 311—315. 316. 344; Stiftung der Universität Prag 13; Notare seiner…
Název:
Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts (Liber)
Autor:
Bebermeyer, Gustav; Burdach, Konrad
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
397
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- XVII: Inhalt
- 1: Einleitung
- 131: Briefsteller
- 149: zur Überlieferung
- 165: zur Sprache
- 230: zusammenfass. Charakteristik
- 311: Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
- 347: Register zur Einleitung
Strana 318
318
Exkurse zum Breslauer Bistumsstreit (1380/82).
an ihn und die übrigen Fürsten Schlesiens ohne sichtbaren Erfolgd.
Eher wirkte es schon, daß im Sommer des Jahres 1381 König Wenzel
gegen den Oheim des Liegnitzer Brüderpaars, Herzog Ludwig I. von
Brieg, und sein Land mit bewaffneter Macht vorging. Viel sicherlich
auch das entschiedene Auftreten des Königs dem Papst Urban VI. gegen-
über, an den er durch einen Gesandten eine scharfe Beschwerde über das
Breslauer Domkapitel richtete mit der Bitte um Entsendung eines Schieds-
richters und rasche Aufhebung oder Suspendierung des Interdikts, zu-
gleich unter lobender Anerkennung der ruhigen Haltung der Breslauer
Bürger, die bei dem ganzen Vorfall sich als entschiedene Anhänger des
böhmischen Königtums bewähren.
2. Die Vermittlung des Konflikts.
Jener frühere Breslauer Jurisdiktionsstreit zwischen Bürgerschaft und
Domkapitel war durch die politische Klugheit und Erfahrung des ge-
schäftskundigen und besonnenen Bischofs Preczlaw.l die diplomatische
Meisterschaft Karls IV. in die Bahn der Mäßigung gelenkt und durch
den wohlerwogenen Schiedssprueh des Kaisers leidlich geschlichtet worden.
Jetzt aber standen an der Spitze der angreifenden Partei hitzige junge
Männer: die drei Liegnitzer Brüder, die Herzöge Ruprecht, Wenzel.
Heinrich, und hinter ihnen die gekränkte Spenderin der Weihnachtsgabe.
deren Brief man aufgefangen und als Handhabe für die Konfiskation
der Bierladung benutzt hatte2, die Herzogin Hedwig, Tochter Herzoy
Heinrichs I. von Glogau, Ruprechts Gattin und Witwe König Kasimirs
von Polen; auf der andern Seite ein jähzorniger, erst zwanzigjähriger
König. Hier einen Ausgleich zu schaffen war schwierig und es hat fast
volle zwei Jahre gedauert, bis es gelang.
König Wenzel verharrte in seiner ablehnenden Stellung gegen den vom
Breslauer Domkapitel zum Bischof postulierten piastischen Bischof Wenzel
aus sehr triftigen Gründen. Er erblickte mit Recht in dem Verfahren
des Kapitels, in der eigenmächtigen Verhängung des Interdikts, einen
offenen Vorstoß gegen das erwähnte, 1370 von seinem Vater Karl IV.
als vom Papst delegiertem Schiedsrichter in einem ähnlichen Jurisdiktions-
streit zwischen der Stadt und dem Domkapitel Breslau gefällte Urteil.
Und mit sehr begreiflichem Mißtrauen verfolgte Wenzel die politischen
verständigen, xu Frieden und Versöhnung mahnenden Schreiben vom 25. Ja-
nuar 1381 (Schulte, Beilagen Nr. 20 S. 192) Administratoribus et capitula
ecclesie Wratislauiensis seine Weisungen erteilt. Ich glaube daher, Urban VI.
hat nicht den 7. Januar 1381, sondern einen späteren Zeitpunkt im Auge, wo
der Streit bereits länger gewährt und sich von beiden Seiten verschärft hatte.
Damals war aber bereits Bischof Wenxel von Lebus Generaladministrator und
doch wohl ihm gilt jenes auctoritate apostolica deputatus, das dem Titel
specialiter deputatus (s. oben S. 314, Anm.) entspricht.
1 Schulte a. a. O. S. 122. 123. 143 und Anm. 2.
2 Vgl. das Schreiben des Gnesener Erxbischofs Johann an die Breslauer
Administratoren (25. Januar 1381, bei Schulte Beilagen Nr. 20 S. 192, daxu
im Texte S. 103).