z 397 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
Inhalt
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
XXXI
XXXII
Einleitung
1
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Briefsteller
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zur Überlieferung
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zur Sprache
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zusammenfass. Charakteristik
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Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
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Register zur Einleitung
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Název:
Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts (Liber)
Autor:
Bebermeyer, Gustav; Burdach, Konrad
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
397
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- XVII: Inhalt
- 1: Einleitung
- 131: Briefsteller
- 149: zur Überlieferung
- 165: zur Sprache
- 230: zusammenfass. Charakteristik
- 311: Exkurze z.Bresl. Bistumsstreit
- 347: Register zur Einleitung
Strana 36
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Einleitung. Erstes Kapitel. Die Schlägler Briefsteller.
Wenn hier zweimal ein Wenczeslaus als sedis apostolice legatus et
archiepiscopus Pragensis erscheint (Bl. 132r und "), so stimmt der
Name nicht. Er ist entweder in unserer Abschrift entstellt oder absichtlich
vom Schreiber oder Sammler geändert aus Wolframus, der 1396—1402
in Prag Erzbischof war. Aber in einem dritten Brief (Bl. 132") datiert
1407 (mit der Korrektur 1408) erscheint dieser Wenczeslaus gleichfalls.
Damals saß auf dem Prager Stuhl Sbinco de Hasenburg (1402—1411).
Ein aus Breslau 1407 Juni 21 datierter Brief des nicht nachweis-
baren Patriarchen Silvester von Jerusalem ist gerichtet an Wenzel Patri-
archen von Antiochia (Bl. 1331). Das ist Wenzel Králík aus Bouřenic,
Propst von Wyssehrad bei Prag, seit dem 26. Oktober 1396 königlicher
Hofkanzler, mit dem stolzen Titel Patriarch von Antiochia seit 1397, und
seit 1413 Administrator des Bistums Olmütz, † 1416.
Ein Schweidnitz betreffender Brief ist gerichtet an einen nicht nach-
weisbaren Kardinal tituli beati sixti (Bl. 1331). Aber ein aus Venedig
datierter (ohne Jahresxahl) trägt die Unterschrift Franciscus presbyter
Cardinalis tytuli sancte suzanne. Damit wird Franciscus Carbonus
gemeint sein, der von 1385—1405 Cardinal tit. Susanne war.
Auch Johannes, Abt des Zisterzienserklosters Kamenz in Schlesien,
in einem Brief 1407 Juli 8 von Paulus, Abt xu Heinrichau (Bl. 1377),
könnte Johannes I. aus Breslau sein (Abt 1392—1421). Katherina,
Abtisse des Zisterzienserinnenklosters Trebnitz, die von dort einen 1407
Juli 8 datierten Brief schreibt, könnte Katharina II., Herzogin von Brieg,
Abtisse 1372—1406 sein. Aber es stimmt das Jahr nicht, das eben,
wie sich zeigen läßt (s. unten 2. Kapitel, III, 1), dem durchgeführten
Schema xulieb geändert sein wird.
Andere Namen von Kardinälen, Abten, Abtissen stimmen zu den
historischen nicht und sind entweder frei erfunden oder aus ähnlichen
geschichtlichen verändert. Eine bare Unmöglichkeit und durch den Ver-
stoß gegen die hierarchische Verfassung Schlesiens recht auffallend an-
gesichts der sonst bewährten Sachkunde ist die Einführung eines Wenzel,
Bischofs von Glatz und Suffragans des Breslauer Bischofs (Bl. 131").
Das Ergebnis ist also dieses : wohl entsprechen bei mehreren genannten
Persönlichkeiten und Amtern die Einzelheiten den historisch-chronologi-
schen Verhältnissen, aber wiederholt ist diese Entsprechung nicht voll-
ständig. Mehrfach finden sich Verschiebungen des geschichtlichen Verhält-
nisses. Der Möglichkeit, daß diese Abweichungen von der geschichtlichen
Realität absichtlich zur Verdunklung an echten Briefvorlagen erfolgten,
steht die andere Möglichkeit gegenüber, daß hier fingierte Briefe nur durch
einzelne Namen und Angaben ein erborgtes historisches Kostüm als
Aufputz und losen Uberwurf erhielten, und die dritte Möglichkeit, daß
inhaltlich freie Erfindungen nach dem Muster wirklicher Briefe und in
völliger treuer Anlehnung an deren Form und Stil hergestellt worden