z 191 stránek
Titel
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Ic
Inhalt
I
Schreiberhände
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Schlesische Texte
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Fünf Breslauer Privatbriefe
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Wortverzeichnisse
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Verzeichnis d. Orte u.Personen
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Nachträge und Berichtigungen
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- s. 287: … hobinde Noch gotr Geborth yn dam achte vn achteſche iore). Bresl. Stadtarchiv Korr. 20. I. 1388. Papier. Abgedruckt in den Mitt. d.…
- s. 323: … etwa von 1470 (Bresl. Stadtarch. Korr.) herangezogen. Frl. Jendrissek im Bresl. Stadtarchiv hat freundlichst bei der Ent- zifferung geholfen. Itr dis fint…
Název:
Deutsche Texte aus schlesischen Kanzleien des 14. und 15. Jahrhunderts (vol. II)
Autor:
Bindewald, Helene
Rok vydání:
1936
Místo vydání:
Berlin
Počet stran celkem:
191
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Inhalt
- 259: Schreiberhände
- 281: Schlesische Texte
- 283: Fünf Breslauer Privatbriefe
- 329: Wortverzeichnisse
- 373: Verzeichnis d. Orte u.Personen
- 441: Nachträge und Berichtigungen
Strana 287
Nr. 171.
287
171. Posen.
1388. Januar 20 (an finthe angnetr hobinde Noch gotr Geborth
yn dam achte vn achteſche iore).
Bresl. Stadtarchiv Korr. 20. I. 1388. Papier. Abgedruckt in den
Mitt. d. Schles. Ges. f. Volksk. Bd. XXXIII, S. 173, im Schles. Jahrbuch
1935. Burdach hatte 1897 diesen Brief bereits abgeschrieben. Liebens-
würdigerweise überließ er mir die Veröffentlichung dieses interessanten
Stückes auch an dieser Stelle.
Dam erbern vnd weyfem manne hein’ch ſmeth czu braſlaw
fol dar brff[!].
Meyn frunthlichin grrus [!] czu vor mit dinfte! Liber here hen-
rich ſmeth, ich bitte euch gor frunthlich alz meyn hern, daz ir
wol thuth vnd gabr deſim hern, her Mozczicz, hern czu pozenaw,
das gelth, daz ich by dam rothe geloſen hobe. LXXXII mrcr
dy hobich von ym entphangen vnd hobe ym daz gelt czu braſlaw
gelobr czu gabin. Dorum, liber here, bitthe ich euch, daz ym daz
gelt io werde beczolet von dam rothe. Wo daz nicht geschege,
alle dan schode, dan der her worde hobin, dan muſte ich ym be- 10
czolen, wy ha wurde ſprachin. Dorume bettich euch, liber her,
5
171. Häufig steht a für mhd. ë (und e) : Dam, braſlaw, dar, gabY. gabin,
dan, ha, ſprachin, warde, alle vage, Gegabin. Desgleichen o für mhd. a:
gor, hobe, hobich, beczolet, schode, hobin, beczolen, doron. Beides ist
im Kanzleischlesisch unerhört. Dagegen ist o für mhd. â (io, iore) nicht
kanzleiwidrig.
I weyfem (!). [Nur scheinbar starke, in Wahrheit aus
Angleichung zum folgenden Wortanlaut erklärliche Endung -em. Burdach.]
Die Diphthongierung ist nur z. T. durchgeführt: Meyn, weyfem, euch,
meyn, leyt, czeit, ewerem, daneben by. frunde, frunthlich usw. ist früh
gekürzt, vffe hat nie langen Vokal besessen.
2 fol zeigt wohl auch o
für a. Nr. 172 von dem gleichen Schreiber und Aussteller kennt kein o für
a und bringt Z. I daher auch fal. fal ist die normale omd. Form. Auch
das Niederdeutsche hat fal neben seal (Lage Posens!). Burdach hält fol
für einen Reflex der Hochsprache, was natürlich durchaus denkbar wäre.
5 gab' und 8 gelob?: Abkürzung für gabet, gelobet. Zu Mozczicz vgl.
das obs. Rittergeschlecht v. Muschitz (siche meine „Beiträge zur Erforschung
der Besiedlung Schlesiens und zur Entwicklungsgeschichte der schlesischen
Mundart“, Breslau 1928).
6 Vor by steht ein einzelnes h.
8 here
(rgl. auch Z. 3) ist typisch nordschlesisch (auch brandenburgisch!) = mnd.
hêre (A. Lasch, Mnd. Gramm. Halle 1914, § 242, 2). Sonst altschles. hirre.
11 ha = md. hë „er“. Es ist wie in Nr. 176 har Z. 14 u. ö. (= md. hör
„er“) eine Mittelform zwischen nd. hê und obd. ër. Vgl. auch oben Nr. 54,
25: 68. 12: 69. 11; 125, 2, 8; 125, 9. 4 hes & he es [nicht aus her es,
das z. B. oben 125, 8, 2 als hers erscheint. Burdach]. ſprachin: dieses