z 120 stránek
Titulatio
1
2
3
Zum Geleit
4
5
6
7
8
Inhaltsübersicht
9
10
Edice
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
Název:
Das Archiv der Stadt Eger
Autor:
Sturm, Heribert
Rok vydání:
1936
Místo vydání:
Cheb
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
120
Obsah:
- 1: Titulatio
- 4: Zum Geleit
- 9: Inhaltsübersicht
- 11: Edice
Strana 61
auch in der Urkundenabteilung werden manche Stücke in den gleichen Unterglie
derungen vorzufinden sein, die eigentlich als Teile des Egerer Deutschordens-
archins anzusprechen wären.
Ein zweites geistliches Archin, von dem einige zum Teil sogar sehr wert-
volle Bruchteile im Egerer Stadtarchiv verwahrt sind, ist das Archinder Cla-
rissinnen zu Eger. Dieses Frauenstift, von den Egerer Bürgern Honiger und
Hecht im Jahre 1270 zunächst für Tertiarinnen gegründet, nahm im Jahre 1287
die Regel des Ordens St. Clara an. Im Jahre 1465 wurde es von den Nürn
berger Clarissinnen reformiert. Nach weiteren drei Jahrhunderten, im Jahre 1782,
wurde im Zuge der Klostersäkularisierungen Kaiser Josefs II. auch das Egerer
St.-Clarastift aufgehoben.
Die Clarissinnen hatten im Egerer Gebiet einen weit verstreuten Befitz.
der im Lause der Jahrhunderte durch Zuwendungen, Stiftungen und als Seel¬
gerät an den Orden kam. Zur Wahrung ihrer Rechtstitel und als Behelf für die
jährliche Einhebung der Zinse und anderer Giebigkeiten, sowie als Unterlagen
ihrer gesamten Wirtschaftsführung sind in dem halben Jahrtausend des Kloster-
bestandes eine Menge von Aufzeichnungen zustandegekommen, die von selbst ein
reiches Archiv an Urkunden und Wirtschaftsbüchern ergaben. Heute ist von die
sem St.-Clara-Archin nicht mehr viel vorhanden, und das Wenige ist an ver
schiedenen Orten zertragen.
Nach Aufhebung des Stiftes wurde gemäß der damals für die Archive
und Bibliotheken der aufgelassenen Klöster aufgestellten Richtlinien das Ar-
chin durch den Staat übernommen; es erwarb nun die Universitätsbibliothek
in Prag 147 Urkunden von 1292 bis 1757, an die kaiserliche Staatsgüter-
Administration wurden 4 Faszikel überwiesen, 160 Faszikel wurden von
der Universitätsbibliothek in Prag als zu unbedeutend für eine Einzel-
verzeichnung „zum Vertilgen“ an das kaiserliche Gubernium abgegeben
und eine Reihe weiterer rein wirtschaftlicher Aufzeichnungen wurden später
über Gubernialauftrag vom 28. Mai 1801 an das Prager kaiserliche Gu-
bernium abgeliefert 17). Zurück blieben einige fehr wertvolle Bücher aus
dem 15. Jahrhundert: das Briefbuch oder Salbuch vom Jahre 1476, das heute
im Egerer Stadtarchin verwagrt wird1s) und das St.-Clara-Urbar aus dem
Jahre 1464 mit einer späteren Fortsetzung, samt einer lleinen Chronik des
Stiftes vom Jahre 169218a). Weiters blieb noch ein umfangreiches Lehensbuch,
ebenfalls aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammend, zurück; es befindet sich
heute mit ungefähr zwanzig Pergamenturkunden aus der Zeit von 1426 bis 1680
in Privatbesitz. Das Egerer Stadtarchin verwahrt außer den bereits angeführten
handschriftlichen Büchern und einem Kontraktenbuch von 1706—1709, sowie einem
Protokollbuch von 1755—1765 in der Urkundenabteilung (im Katalog unter
„Geiftliche Angelegenheiten: Clarissinnen“ auszusuchen) Urkunden aus der Zeit
von 1309 bis 1668, unter denen ähnlich wie bei den Archivalien des Deutsch¬
ordens wohl manches Stück vorhanden ist, das eigentlich zum St.-Clara-Archiv zu
zählen wäre. Das gleiche gilt von den Akten, die von 1391 bis 1800 reichen
und in der Aktenabteilung des Egerer Stadtarchins in den gleichen Untergliede
17) Näheres darüber bietet das Buch Anton Schuberts: Urkundenregesten aus den ehe
maligen Archiven der von Kaiser Josef II. aufgehobenen Klöfter Böhmens, Innsbruck 1901.
18) Auszugsweise veröffentlicht von Karl Siegl in den Mitteilungen des Vereins für Ge-
schichte der Deutschen in Böhmen, Jahrgang 43 und 44 (1905).
18a) Vgl. Abbildung 57.
61