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Titel
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Edition
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Abhandlung
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Verbesserungen
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Název:
Der Ackerman aus Böhmen
Autor:
Knieschek, Johann
Rok vydání:
1877
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
144
Obsah:
- I: Titel
- 1: Edition
- 67: Abhandlung
- 141: Verbesserungen
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zuerst den Tkadleček, nicht deshalb, als hätten wir keine
ältern Handschriften, sondern weil er originell und welt-
lichen Inhaltes ist, und er eine grosse Belesenheit in grie-
chischen und römischen Philosophen und Dichtern verräth.
Lange schon hätte er wegen der Frische und grossen Ge-
wandtheit seiner Sprache verdient gedruckt zu werden, was
ihm auch, zwar nicht bei seinen Landsleuten im Originale,
wol aber in deutscher Uebersetzung unter den ersten deut-
schen Drucken zu Theil wurde: Hie nach volgend etliche
tzumale kluger und subtiler rede wissen. Wie eyner der was
genant der Ackerman von behem, dem ein schöne liebe fraw
sein Gemahel gestorben was, beschicket den tode und wie der
tode im wider antwurt, vnd seczet also ye ein capitel vmb
das ander, der capitel seind XXXII vnd vahet der ackermann
an also zu klagen: Grimmer tilger aller leute Schedlicher
achter aller Werlte. Es findet sich ein Abdruck davon in
der kais. Wiener Hofbibliothek in Quart ohne Custoden und
Signatur mit einem Holzschnitte.
Unser Schriftsteller Ludwig Tkadleček, so wie seine Ge-
liebte Adelheid, lebten in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. als
Hofleute in Gräz an der Elbe bei der verwittweten Königin
Elisabeth. Es war Adelheid eine Schönheit ihrer Zeit, eine
Zierde des königlichen Hofes, um die Tkadleček, als sie sich
mit einem andern vermählte, nicht zu stillende Klage erhob,
und so verewigte er seine Geliebte, deren Schönheit und
Tugend mit seiner Feder, die er nach seinem Namen Weber-
schiffchen nannte. Der Kläger und das Unglück sind die
Hauptpersonen dieser Schrift. Handschriften sind mir nur
zwei bekannt: eine alte auf Blättern von Papier, der Troja-
nerkronik, dem Tristram und Mandiwill beigebunden, befindet
sich jetzt auf dem Strahove und war einst im Besitze der
Minoriten ; eine neue Abschrift einer andern Handschrift hat
mir gütigst unser geehrter Dobrowský geboten. Beide habe
ich eifrig benutzt, eine aus der andern ergänzend, wobei
mich in der Anordnung Herr Anton Liška, Professor des
Neuhauser Gymnasiums, sehr thätig unterstützt hat'.
Ueber den tschechischen Tkadleček spricht auch Jos.
Dobrowský in seiner ‘Geschichte der böhmischen Sprache