z 212 stránek
Titul
Ia
Ib
Ic
Id
Vorwort
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
Edice
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
Rejstřík
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
193
194
Název:
Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae. Urkunden-Sammlung zur Geschichte Mährens im Auftrage des mährischen Landes-Ausschusses. Bd. 14. Vom Jahre 1408-1411
Autor:
Bretholz, Berthold
Rok vydání:
1903
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
212
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XVIII+194
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 161: Rejstřík
Strana II
II
Unter den Urkunden, die nicht eigentlich das Land Mähren, sondern mehr das
Fürstengeschlecht, speciell den Markgrafen Jost berühren, ist beachtenswert Nr. 27,
der Heiratsvertrag zwischen Elisabeth von Görlitz und Herzog Anton von Brabant. Er
ist seinem Inhalt nach kurz verzeichnet bei Pelzel, K. Wenceslaus II., S. 536/7 und
von G. Köhler in dessen Aufsatz, „Elisabeth Herzogin von Görlitz und Luxemburg“
im N. Laus. Magazin XXXV. Bd., S. 274/5, gleichfalls angeführt, der Originalwortlaut
nach freundlichen Mittheilungen des Herrn Professors H. Pirenne aber nicht bekannt.
Grosse Übereinstimmung zeigt unsere Urkunde mit dem von K. Wenzel, ddo. 1409,
April 27, Prag, ausgestellten Ehevertrag, der sich im Archiv von Luxemburg befindet
und bei R. P. Jean Bertholet „Histoire ecclésiastique et civile du duché de Luxem-
bourg et comté de Chiny“ Tome VII. (1743) p. LXVIII—LXXIII, früher schon im
J. Chr. Lünig „Codex Germaniae diplomaticus", II. Theil (1733) p. 1283—1290,
nr. CLXI abgedruckt erscheint; ein Neudruck in den „Publications de la section
historique de l'institut royal grandducal de Luxembourg“ 1869/70, Nr. 533, vergl.
Fritz Richter, Der Luxemburger Erbfolgestreit in den Jahren 1438—1443, S. 3.
Die auswärtigen Beziehungen Josts betrifft auch die Urkunde Nr. 20,
durch die er das Herzogthum Luxemburg mit der Grafschaft Chiny wegen einer
Geldschuld von 9000 Kronen an den Grafen Friedrich zu Morse von Saarwerden
verpfändet. Naher liegen uns die beiden Urkunden Nr. 106 und 115, durch deren erste
der alte böhmisch-ungarisch-österreichische Erbfolgevertrag aus den Zeiten K. Karls IV.
und des Markgrafen Johann erneuert wird, besonders aber das zwischen Jost und
König Wenzel noch am 19. November 1409 zu Prag erneuerte Bündnis gegenseitiger
Hilfe gegen jeden Feind (auch citiert von Pelzel a. a. O. II., p. 561, n. 6). Die
unmittelbare Ursache dieses Schutzvertrages mögen die unruhigen Verhältnisse in
Mähren, vorzüglich im Iglauer und Znaimer Kreis gebildet haben, jenes gewalt-
tätige Treiben der Raubritter, das eben damals eine allgemeine Landesgefahr bedeu-
tete und aus den peinlichen Processen mit den Raubrittern, von denen uns das gleich-
zeitige Iglauer Stadtbuch in den nächsten Jahren so reiche Nachrichten bietet,
einigermassen noch in seinem Umfang und seiner Stärke erkannt zu werden
vermag. Gegen dieses Faustritterthum schützte sich der Markgraf durch Unterstützung und
Förderung der Städte, und daraus erklären sich auch die beiden Urkunden Nr. 126, 127,
in welchen Jost der Stadt Iglau eine Privilegienbestätigung K. Wenzels und ausserdem
das Recht verschaffte, die Raubburgen in der Umgegend der Stadt zu zerstören. Dass
Pročeks von Busau Gefangennahme und Freilassung gegen Friedensgelöbnis (Nr. 146)
mit diesen Verhältnissen in Zusammenhang steht, ist zum mindesten sehr wahr-
scheinlich.
Die Güterveräusserungen durch den Markgrafen Jost, die schon in den frü-
heren Bänden eine regelmässig wiederkehrende Erscheinung waren, setzten sich auch in
diesen Jahren fort. Er verkauft das Dorf Lautsch (bei Aussee) an Erhart Puska d. J.
von Kunstadt um 300 Mark (Nr. 9), um denselben Preis Dorf Rečkowitz an die
Brünner Bürgerfamilie Haz (Nr. 10), und eine Burg Hrádek mit den Dörfern Hrádek
(wahrscheinlich Rothenburg, böhm. Červený Hrádek) und Chotěbuditz um 540 Schock
an Peter Sturm von Kamenitz (Nr. 171).
Wie es in den früheren Bänden üblich war, wurden die Eröffnungen der
Landrechtsverhandlungen in Olmütz und Brünn vermerkt, deren in den Jahren
1408—1410 nur drei, zwei in Olmütz zu Epiphanie 1408 und 1409 (Nr. 3 und 54),