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Das überlieferte Material
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Belehnungsbücher
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- s. IX: … unter Bischof Theo- dorich, Brunos Nachfolger, als Ersatz für der Olmützer Kirche zugefügten Schaden erworben wurden, das 1285 von König Wenzel II.…
- s. X: … liefern sohin einen äussern Beweis, dass der bischöfliche Lehenshof der Olmützer Kirche von allem Anfang nach dem Lehensrecht des Sachsenspiegels eingerichtet war.…
- s. XVI: … ausstellte. Sehen wir schliesslich nach, wo die wichtigsten Lehensgruppen der Olmützer Kirche gelegen waren. Wenn man auch nicht vergessen darf, dass schon…
- s. 109: … Kutten- berg, Alexius von Iglau, Blasius von Olmütz, Domherren der Olmützer Kirche, und der Manne Johann Zubek von Zdietin. (B.) 12. Derselbe…
Název:
Die ältesten Belehnungs- und Lehensgerichtsbücher des Bisthums Olmütz I
Autor:
Lechner, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
192
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Das überlieferte Material
- 1: Belehnungsbücher
Strana XVI
XVI
Was nun die Lehensarten angeht, so treffen wir schon in der
Brunonischen Zeit und später natürlich mehr ausser den eigentlichen
Mannschaftslehen Burglehen; nicht selten war ein Lehensmann mit beiden
Arten belehnt, wie z. B. schon 1277 Theodorich Stange, bischöflicher
Marschall, die Dörfer „Branekesdorp“ und „Birchow" bei Blansko
erhalten hatte, 20 Lahne in Swenser bei Mistek und das Dorf Brňany
(Bründlitz) bei Wischau. für welch’ letzteres er auf der Veste Pustoměř
residieren musste,1 weiter auch Gerichtslehen, Zinslehen und Hoflehen,
also die wichtigsten Arten der Lehen; es fehlen da nur die Amtmannslehen.
Fragen wir noch nach der Herkunft dieser Lehensleute, so waren dieselben
theils heimische, theils von Bruno nach Mähren und Schlesien über-
siedelte Sachsen und Thüringer; leider sind da die Angaben sehr
unzureichend, da nicht selten bloss der Name ohne Prädicat in den
Documenten genannt wird oder sie nur als Sachsen bezeichnet werden,
z. B. Berthold und Heinrich genannt die Sachsen (1275). Eine Familie,
die des Herbord von Füllstein, stammte aus der Mindener Diöcese.
wozu auch die Grafschaft Schaumburg gehörte, Rutgher (= Rüdiger)
von Bardeleben stammte wohl aus Barleben bei Magdeburg. Konrad von
Landsberg mag aus Landsberg nordostwärts von Halle a. d. Saale
gewesen sein. Die Brüder von Emse dürften ihre Heimat südwestlich von
Minden bei Rheda gehabt haben, Gebynstete entspricht dem heutigen
Gebstett nordöstlich von Weimar und Hemenhusen ist vielleicht das
heutige Hembsen südwestlich von Höxter. Ulrich von Hoenbuch (Alto
fago) hat seine Heimat wohl in Hohenbüchen südöstlich von Hameln
gehabt; 1326 kommt vor Konrad von Weytmar, das bei Arensberg
gelegen ist; der Stammvater der Freiherren von Peterswald war ein
Peter Meissner. Jedenfalls wird es kaum ein Zufall sein, dass uns ein
Indulgenzbrief für die abgebrannte Domkirche zu Olmütz erhalten ist, den
der Bischof von Minden in Kremsier 1267 ausstellte.
Sehen wir schliesslich nach, wo die wichtigsten Lehensgruppen der
Olmützer Kirche gelegen waren. Wenn man auch nicht vergessen darf,
dass schon das frühere Mittelalter ein grosses Verständnis bei Anlagen
für militärische Zwecke jener Zeit bekundete, so dürfte es doch zu weit
gehen, wenn F. v. Bojakowsky sagt, es habe Bischof Bruno „seine
Diöcese mit einem Gürtel von Burgen und Schlössern" umgeben. Vor
allem darf man nicht vergessen, dass er für den Sitz seines Bisthums,
die Stadt Olmütz, sich nicht viel zu sorgen hatte, da diese Stadt als
eine königliche in des Königs Schutz in erster Linie stand; vielleicht ist
deshalb Kremsier seit alter Zeit (vorübergehend neben Wischau) die
eigentliche Residenzstadt der Olmützer Bischöfe geblieben. Der ganze
Westen des Landes hat mit kaum nennenswerter Ausnahme nie bischöfliche
Lehensgüter aufzuweisen gehabt, ebensowenig der Norden desselben. Als
besonders wichtige Lehensgruppe ist die Stadt Hotzenplotz mit den
Vesten Füllstein und Maidelberg und einer Reihe von Dörfern an-
zusehen. Eine zweite viel kleinere Gruppe liegt südwestlich von Troppau-
an der von dieser Stadt nach Olmütz führenden Strasse; nordostwärts
von Troppau lag das Lehensgebiet von Katscher. An der von Olmütz
nach Böhmen führenden Strasse lag eine Gruppe von Lehen um das feste
Schloss Mürau, nordwärts von Brünn war eine kleine Gruppe zum
District Blansko vereinigt, während eine grosse Anzahl Lehen weiter
nordwärts zwischen Brüsau und Zwittau lag, die aber im einzelnen
keinen grossen Umfang hatten und zum Theile schon früh an den
mächtigen Landesadel verloren giengen.
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ibid. 4, Nr. 143.