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Das überlieferte Material
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Belehnungsbücher
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- s. IX: … unter Bischof Theo- dorich, Brunos Nachfolger, als Ersatz für der Olmützer Kirche zugefügten Schaden erworben wurden, das 1285 von König Wenzel II.…
- s. X: … liefern sohin einen äussern Beweis, dass der bischöfliche Lehenshof der Olmützer Kirche von allem Anfang nach dem Lehensrecht des Sachsenspiegels eingerichtet war.…
- s. XVI: … ausstellte. Sehen wir schliesslich nach, wo die wichtigsten Lehensgruppen der Olmützer Kirche gelegen waren. Wenn man auch nicht vergessen darf, dass schon…
- s. 109: … Kutten- berg, Alexius von Iglau, Blasius von Olmütz, Domherren der Olmützer Kirche, und der Manne Johann Zubek von Zdietin. (B.) 12. Derselbe…
Název:
Die ältesten Belehnungs- und Lehensgerichtsbücher des Bisthums Olmütz I
Autor:
Lechner, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
192
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Das überlieferte Material
- 1: Belehnungsbücher
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mit keiner Silbe gedacht, da einfach vorausgesetzt erscheint, dass es
Sachsenrecht, d. h. das allgemeine Lehensrecht des Sachsenspiegels war,
ganz abgesehen davon, dass die erhaltenen Lehensbücher der Magde-
burger Kirche nicht über das Jahr 1368 zurückreichen. 1 Wenn nun bei
der Durchnahme der Lehensgerichtsbücher des Bisthums Olmütz jedem
die so oft sich ergebende Uebereinstimmung mit dem Lehensrecht des
Sachsenspiegels sofort auffallen muss, so haben wir dafür, dass es Sachsen-
recht war, noch einen äusseren Beweis. Als im Jahre 1391 in einer Streit-
sache die Lehensmannen kein Urtheil zu fällen wussten, betonten sie, sie
hätten gehört, dass der Bischof ein Buch habe, in welchem die „iura
Maidburgensia" zusammengeschrieben seien, und sie bitten ihn daher um
dasselbe, damit sie darin für den vorliegenden Rechtsfall Belehrung suchen
können. 2 Im Inventar der Olmützer Kirche des Bischofs Paul von Miličin
(1435—1450) aus dem Jahre 1435 finden sich nachstehende Handschriften
aus dem Besitze des Domdechants Johann von Dubczan verzeichnet: „Item
liber feodorum Juris Magdeburgensis in wlgari theutunico scriptus in perga-
meno rubea cute circumdatus. Item alius liber ffeodorum Juris Magdebur-
gensis in theutunico eciam in pergameno in asseribus rubea cute circum-
datus.“ 3 Diese beiden Exemplare des Sachsenspiegels sind noch heute im
Metropolitanarchiv zu Olmütz erhalten unter dem Repertoriumstitel:
Speculum Saxonicum — Jus Magdeburgense germanicum — Jus feudale
germanicum, ein Band von 176 Blättern, signiert: Codex Nr. 270 und:
Jus Magdeburgense germanicum (transumtum per Henricum ducem Wrati-
slawiae) in 122 Blättern, signiert: Codex Nr. 403. 4 Die beiden Handschriften,
meines Wissens bisher noch nicht benützt, liefern sohin einen äussern
Beweis, dass der bischöfliche Lehenshof der Olmützer Kirche von allem
Anfang nach dem Lehensrecht des Sachsenspiegels eingerichtet war.
Verfolgen wir nun die einzelnen Erscheinungen des Olmützer Lehens-
wesens an der Hand der erhaltenen Urkunden.
Was nun zunächst die Zeit der Einführung des Lehenswesens betrifft,
so finden wir hierfür in den einzelnen Werken sehr verschiedene Angaben.
Jireček 1. c. 123 setzt hierfür das Jahr 1251 an, Landesarchivar Vincenz
Brandl gibt in seinem trefflichen „Glossarium illustrans bohemico-mora-
vicae historiae fontes“ (Brünn 1876) pag. 201 das Jahr 1258 an. Beda
Dudík, Mährens allgemeine Geschichte, 6, 17 verlegt die Begründung
desselben ins Jahr 1263. Der Grund für diese Differenz liegt in der
allmählichen Einführung des Lehenswesens. Die erste Belehnung durch
Bischof Bruno war die an den Ritter Gallus von Löwenberg (Läm-
berg) mit dem Dorfe Chotouň (ostwärts von Böhm.-Brod) und mit dem
Dorfe Přetok,5 einfach „iure pheodali", wobei kein Capitelconsens sich
1 1. c. Einleitung XIII. Es ist dem Herausgeber wohl bekannt, dass E. Th. Gaupp
das alte Magdeburgische und Hallische Recht, Breslau 1863, herausgegeben hat, worin
auch das Dienstmannenrecht der Magdeburger Kirche enthalten ist; da jedoch dortselbst
vornehmlich auf das Höferecht, nicht aber auf die grossen Mannschaftslehen besondere
Rücksicht genommen ist, so kommt dasselbe hier weniger in Betracht. Eine derartige
Zersplitterung des Lehenswesens, wie sie nach den Lehenbüchern der Magdeburger
Kirche dortselbst stattgefunden hat, trat im Olmützer Lehenswesen nur bezüglich eines
einzigen Gutsdistrictes in der hier behandelten Periode auf. Das Werk von J. Planck,
das deutsche Gerichtsverfahren im Mittelalter nach dem Sachsenspiegel und verwandten
Rechtsquellen, Braunschweig 1878—1879, 3 Th. in 2 Bänden, stand dem Herausgeber
leider nicht zur Verfügung.
2 Lehengerichtsbuch I, f. 76'.
3
ed. P. Gregor Wolný im Notizenblatt der kaiserlichen Akademie der Wissen-
schaften in Wien 1852, S. 170.
Laut freundlicher Mittheilung des Archivsadjuncten P. Anton Koblíha.
5
Cod. dipl. 3, Nr. 138, resp. 150.