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Das überlieferte Material
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Belehnungsbücher
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- s. IX: … unter Bischof Theo- dorich, Brunos Nachfolger, als Ersatz für der Olmützer Kirche zugefügten Schaden erworben wurden, das 1285 von König Wenzel II.…
- s. X: … liefern sohin einen äussern Beweis, dass der bischöfliche Lehenshof der Olmützer Kirche von allem Anfang nach dem Lehensrecht des Sachsenspiegels eingerichtet war.…
- s. XVI: … ausstellte. Sehen wir schliesslich nach, wo die wichtigsten Lehensgruppen der Olmützer Kirche gelegen waren. Wenn man auch nicht vergessen darf, dass schon…
- s. 109: … Kutten- berg, Alexius von Iglau, Blasius von Olmütz, Domherren der Olmützer Kirche, und der Manne Johann Zubek von Zdietin. (B.) 12. Derselbe…
Název:
Die ältesten Belehnungs- und Lehensgerichtsbücher des Bisthums Olmütz I
Autor:
Lechner, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
192
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Das überlieferte Material
- 1: Belehnungsbücher
Strana IX
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treue Dienste den ganzen District Hullein mit dem Markte gleichen
Namens und den Dörfern Prawtschitz, Nemtschitz und Altendorf;
einen schon zu Bischofs Robert Zeit dem Bisthum gehörigen Wald und
einige Dörfer bei Hotzenplotz gewann er wieder zurück und liess dort
die Dörfer Peterswald, Johnsdorf, Hennersdorf, Arnsdorf, Bartels-
dorf, Pittarn, Liebenthal, Röwersdorf, Peischdorf neu anlegen.
Von früherher gehörten dort zum Bisthum Waissak. Klein- und Gross-
Paulowitz (heute Unter- und Ober-Paulowitz, von letzterem jedoch nur
die Hälfte), Zottig. Maidelberg (= Deuziz = Divči) und Klein-
Glemkau. In seinem Besitz war ferner das Dorf Stařitz mit 70 Lahnen,
der eingegangene Marktflecken Friedberg (an dessen Stelle am Fusse des
Berges später Mistek erstand) mit 40 und das eingegangene Dorf Swenser
mit 40 Lahnen. Im Jahre 1269 liess Bischof Bruno neben dem ältern
Braunswerd die Stadt Braunsberg nordwestlich von Mistek anlegen
(eine andere Stadt dieses Namens zeugt von seiner Anwesenheit im Preussen-
lande) und wies der Stadt die Dörfer Stařitz, Fritzendorf, Braunswerd
und Paskau zur Gerichtsbarkeit nach Magdeburger Recht zu, das die
Bürger in Troppau suchen sollten. Im Jahre 1270 setzte er 70 Lahne
von Fritzendorf durch einen gewissen Heinrich aus (Heinrichsdorf), im
gleichen Jahre lässt er das Dorf Pohlom anlegen und 1272 vertauschte
er das Dorf Zepy gegen das bei Keltsch gelegene Dorf Zubřitz, um
dort eine Veste anzulegen, die zur Erinnerung an sein Stammschloss den
Namen Schaumburg erhielt. Nehmen wir noch die Erwerbung von
Skorotin = Gurtendorf und „Bykow“ dazu, welche unter Bischof Theo-
dorich, Brunos Nachfolger, als Ersatz für der Olmützer Kirche zugefügten
Schaden erworben wurden, das 1285 von König Wenzel II. geschenkte Dorf
Wschechowitz bei Keltsch und die im Jahre 1295 von König Wenzel II.
endgiltig erfolgte Verzichtleistung auf die Kirchenbesitzungen um Brüsau, so
muss man gestehen, dass dieser Besitz mehr als ausreichend war, um einen
eigenen Lehenshof zu begründen. An die Gründung desselben ist Bischof
Bruno schon in den ersten Jahren seiner Regierung herangetreten, aber
nur langsam und allmählich griff die Institution Platz. Man darf eben nicht
vergessen, dass kurz vorher und noch in jenen Tagen starke Züge von
Einwanderern ins märkische Land, nach Pommern, Preussen, Schle-
sien etc. aus den alten Sachsenlanden fortwanderten und der Raum in
der alten Heimat kaum mehr eine starke Auswanderung vertrug. Daher
sah er sich auch genöthigt, seine ursprünglichen Forderungen gegenüber
den Lehensmannen und gegenüber den Ansiedlern herabzumindern, wobei
betont werden mag, dass wohl "ganze Züge deutscher Colonisten mit Kind
und Kegel“ nicht allzu viele gekommen sein dürften und dass bei Dorf-
Neugründungen meist nur der Locator deutscher Herkunft war.
Da Bruno Graf von Schaumburg vor seiner Erhebung auf den
bischöflichen Stuhl von Olmütz Propst an der St. Maurizkathedrale
(daher wohl auch die Collegiatkirche zu Kremsier und die Pfarrkirche zu
Olmütz dem heiligen Mauritius geweiht wurden) zu Magdeburg gewesen
ist, woselbst seit geraumer Zeit das Lehenswesen in festgefügter Form
bestand, führte er das Lehensrecht der Magdeburger Kirche in seinem
Bisthum ein. Man könnte nun meinen, dass dieses Magdeburger Recht eine
besondere Art von Lehensrecht gewesen sei; daher suchte ich darüber
Aufschluss zu erlangen in „die ältesten Lehnbücher der Magdeburgischen
Erzbischöfe“,1 allein dort ist des im Lehenswesen angewandten Rechtes
1
ed. Dr. Gustav Hertel in „Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und
angrenzender Gebiete“, 16. Band, Halle 1883.