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Das überlieferte Material
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Belehnungsbücher
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Název:
Die ältesten Belehnungs- und Lehensgerichtsbücher des Bisthums Olmütz I
Autor:
Lechner, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
192
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Das überlieferte Material
- 1: Belehnungsbücher
Strana VIII
VIII
für das Lehensrecht durchzusetzen verstanden, worüber der 2. Band der
Leges in den Monumenta Germaniae ja vielfachen Aufschluss gibt.
Auch die Olmützer Kirche hatte einen bedeutenden weltlichen Besitz
zu erwerben verstanden. Schon bei Gelegenheit der Einweihung der Olmützer
Domkirche zu St. Wenzel, die am 30. Juni 1131 stattfand, mag Bischof
Heinrich genannt Zdik die noch heute erhaltene älteste Urkunde des
Metropolitanarchives, in der in 210 Dorfschaften und Ansiedlungen Kirchen-
besitz ausgewiesen wird, vorgelegt haben, wenngleich Tinte, Correcturen
und Nachträge erkennen lassen, dass diese nicht datierte Urkunde keines-
wegs schon damals ad plenum abgefasst sein kann, sondern mindestens
3 Jahre später. 1 Aber viel später als in Deutschland drang hier die Im-
munität durch, denn erst im Jahre 1206 2 hatte Přemysl Ottokar I. der
Olmützer Kirche dieselbe im weitesten Umfange gewährt. Vom Lehenswesen
derselben wissen wir aus früherer Zeit nichts, obwohl staatsrechtlich das
Olmützer Bisthum bis gegen Ende des 12. Jahrhunderts zum deutschen
Reiche gehörte; erst durch den Basler Gnadenbrief vom Jahre 1212 hatte
der Böhmenkönig durch Kaiser Friedrich II. für sich und seine Nachfolger
das Recht erhalten, die Bischöfe zu investieren „ita tamen, quod ipsi ea
gaudeant libertate et securitate, quam a nostris predecessoribus habere
consueuerunt.“ 3 Wie also die deutschen Bischöfe unter dem Kaiser, so
standen die Olmützer Kirchenfürsten seither unter der Lehenshoheit des
Königs von Böhmen.
Wenn auch die in dem Güterverzeichnisse des Bischofs Heinrich
angeführten Besitzungen der Kirche nicht alle verblieben, vielleicht auch
nicht alle gehört haben mögen,4 so sind dieselben doch durch die Könige
von Böhmen und die Olmützer Kirchenfürsten im 13. Jahrhundert noch
gewaltig vermehrt worden, woran besonders Bischof Bruno, Graf von
Schaumburg, der vom Jahre 1245—1281 der Olmützer Kirche vorstand,
lebhaften Antheil hatte. Dass dieselben gerade unter ihm eine so grosse
Vermehrung erfuhren, war wohl nicht bloss eine Folge seiner vorsorglichen
Regierung, als vielmehr seiner Stellung als Kanzler, Vertrauensmann,
Statthalter und Unterhändler seines Herrn, des Böhmenkönigs Ottokar II.
Zuerst wurde ihm vom König Wenzel I. im Jahre 1248 die Einhebung
des Zehnten in seiner ganzen Diöcese zugestanden,5 weiter der Zoll zu
Wischau, das an der Handelsstrasse von Prag über Olmütz nach
Brünn und Wien gelegen eine grosse Wichtigkeit besass, dann erwarb
er durch Kauf 1250 Brumowitz östlich von Auspitz, bekam 1255 vom
Herzog Wladislaus von Oppeln als Schadenersatz die Dörfer Glösen,
„Thomaz“ und Schönau, die sich im Nordosten an das Hotzenplotzer
Gebiet anschlossen, erhielt 1256 den alten Besitz von Kremsier mit einer
Reihe von Dörfern bestätigt und kaufte 66 Lahne Wald bei Stařitz (bei
Mistek). Im Jahre 1261 erhielt er von König Ottokar zur Belohnung für
1
cf. B. Dudík, Mährens allgemeine Geschichte 3, 58 flgde.
2 Die bezügliche Urkunde des Cod. dipl. et epist. Mor. 2, Nr. 31 trägt als Datum
1207; da aber die päpstliche Bestätigung derselben als Datum: VI. Idus Januarii ponti-
ficatus nostri anno nono trägt, hat H. Jireček, Codex iuris bohemici, (Prag 1867)
1, 38 dazu ein sic gesetzt und A. Bachmann, Lehrbuch der österr. Reichsgeschichte
(Prag 1895) pag. 175 das Jahr 1206 angesetzt.
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Cod. dipl. 2, Nr. 52.
4 Es muss jedenfalls sonderbar erscheinen, dass das Granum beim Bischofe
Heinrich Zdik mit keinem Worte der grossen Güter gedenkt, die die Kirche damals
besessen haben will, da es doch den offenbaren Zweck verfolgte, gegenüber den zur
Zeit seiner Abfassung auftretenden husitischen Wirren den Besitzstand der Kirche
durch ein geschriebenes Document zu sichern.
5 Die Urkundenbelege für die folgenden Daten finden sich im Cod. dipl. Bd. 3
und folgende.