z 787 stránek
Titul
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Zusätze und Verbesserungen
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Abt. 2. (1441-1442)
Autor:
Herre, Hermann; Quidde, Ludwig
Rok vydání:
1928
Místo vydání:
München
Počet stran celkem:
787
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 691: Chronologisches Verzeichnis
- 706: Orts-Personen-Namen Register
- 757: Zusätze und Verbesserungen
Strana 162
162
Krönung zu Aachen am 17. Juni 1442.
Daß Friedrichs III. Krönung unter Beobachtung der im letzteren zusammen-
gestellten Zeremonien vollzogen wurde, steht außter Zweifel. Denn ist auch unsere Vorlage
nicht das Original des einst im Krönungsstift aufbewahrten und bei Krönungen benutzten
Ordo coronacionis, so doch eine unmittelbare Abschrift, deren Wert zudem noch dadurch
erhöht wird, daß sie Eigentum des Kurkölnischen Rats und Propsts von St. Florin in 5
Koblenz Tilmann Johel von Linz war, der dem Kölner Erzbischof bei der Krönung
Friedrichs assistierte und die Abschrift selbst eigenhändig nicht nur mit dem Datum der
Krönung, sondern auch mit einer Reihe ihr geltender Bemerkungen und Zusätze versah 1.
Anders liegt die Sache bei der „Ordnung“. Unsere Vorlage ist, nach Schrift und
Wasserzeichen des Papiers2 zu urteilen, erst im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts an-10
gefertigt worden, vielleicht aus Anlaß oder bei Gelegenheit der Krönung Maximilians I.
Das höhere Alter der in ihr gegebenen Vorschriften und deren Giltigkeit schon für Fried-
richs Krönung müssen also erst erwiesen werden.
Das Nächstliegende ist natürlich Vergleichung mit dem von Kerler in RTA. 7 nr. 168
abgedruckten Bericht über Einzug und Krönung König Sigmunds, da dessen Verfasser 15
zweifellos Mitglied des Krönungsstifts war (er spricht vom Stift schlechthin als von der
„ecclesia" und am Schluß von den „canonici hujus ecclesie“), also entweder als Augen-
zeuge schrieb oder authentische Quellen benutzen konnte. Da zeigt sich denn, daß dieser
Bericht sich den artt. 1-25 unserer „Ordnung“ so eng anpaßt und, von gewissen selbst-
verständlichen Abweichungen abgesehen, so wörtlich mit ihnen übereinstimmt, daß ent-20
weder beide einer gemeinsamen Quelle folgen oder in irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis
zu einander stehen müssen.
Benutzung der „Ordnung“ durch den Verfasser des Berichts wäre an sich nicht
ausgeschlossen, da der Bericht nur in zwei Abschriften aus dem ersten Viertel des 16. Jahr-
hunderts überliefert ist, seine Anfertigung aus Anlaß oder bei Gelegenheit der Verhand-25
lungen, die in der ersten Hälfte des Oktober 1520 der Krönung Karls V vorausgingen3,
also im Bereich der Möglichkeit liegt und auch dadurch zum mindesten erwägenswert
gemacht wird, daß das am Schluß zitierte, in beiden Abschriften dem Bericht unmittelbar
folgende Krönungszeremoniell nicht etwa, wie man erwarten sollte und auch aus Kerlers
Angaben schließen könnte, das bei der Krönung König Sigmunds beobachtete ist, sondern so
dasjenige der Krönung König Friedrichs, wie es sich in Johels Exemplar findet, und zwar
mit all den erst dort angebrachten Bemerkungen und Zusätzen. Doch sprechen gegen diese
Annahme die Genauigkeit und Sicherheit, mit der der Verfasser seine zeitlichen und räum-
lichen Angaben macht, und seine Kenntnis von der Anwesenheit bestimmter Krönungszeugen.
Steht nun aber der den Ereignissen gleichzeitige Ursprung des Berichts fest, so ist auch klar, 35
daßt jenes verdächtige Schlußzitat dem Unkundigen zur Last gelegt werden muß4, der die
gar nicht hierher gehörende Krönungsordnung Friedrichs III. dem Bericht anfügte.
Bericht und Ordnung gehen also auf eine gemeinsame Quelle zurück, und diese
kann nur ein amtlicher, im Krönungsstift aufbewahrter „Ordo introducendi et recipiendi
regem Romanorum“ sein, von dessen chemaligem Vorhandensein wir jetzt zum ersten Male 40
Kenntnis erhalten. Kurz gesagt: in unserer nr. 101 haben wir eine aus dem letzten
astschen Interpolation nahe. Deshalb bleibt diese
Krönungsordnung hier besser unberücksichtigt.
2
Das Wasserzeichen zeigt den Buchstaben P
mit aufgesetzter Kreuzelstange, weist also auf die 45
Herkunft des Papiers aus Burgund oder der Cham-
pagne hin.
3
Vgl. Deutsche Reichstagsakten unter K. Karl V.
2, 87-88.
“ Wie das Zitat ursprünglich lautete, ergibt sich 50
aus art. 2a unserer nr. 101.
1
Goldast teilt in den Imperatorum etc. reces-
sus constitutiones etc. 3, 401-403 eine Krönungs-
ordnung mit, in der die Uberführung der Krönungs-
insignien von Nürnberg nach Aachen erwähnt wird,
die also unmittelbar nach der Krönung Fried-
richs III. niedergeschrieben zu sein scheint. Inhalt
und Form der den Ausschlag gebenden Textstelle
und Goldasts eigene Behauptung, daß seine hand-
schriftliche Vorlage der Mitte des 13. Jahrhunderts
angehört habe, legen aber den Verdacht einer Gold-