z 787 stránek
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- s. 50: … kurfürstlichen Kirchenpolitik. Denn nur die Kurfürsten von Mainz, Trier, Pfalz, Sachsen und Brandenburg traten diesem Vertrage bei. Der Erzbischof von Köln dagegen verweigerte…
- s. 59: … von Trier, der dort die Gesandten der Kurfürsten von Köln, Sachsen und Brandenburg erwarte; vermutet, daß der Aufenthalt der kurfürstlichen Gesandtschaft am königlichen…
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Abt. 2. (1441-1442)
Autor:
Herre, Hermann; Quidde, Ludwig
Rok vydání:
1928
Místo vydání:
München
Počet stran celkem:
787
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 691: Chronologisches Verzeichnis
- 706: Orts-Personen-Namen Register
- 757: Zusätze und Verbesserungen
Strana 50
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Reichstag zu Frankfurt am 11. November 1441.
Uber die Kirchenfrage wurde zwar verhandelt, aber unter Ausschluß der Öffentlichkeit
(vgl. nr. 92) und anscheinend nur zwischen den königlichen Gesandten, den drei Erz-
bischöfen und den Vertretern der weltlichen Kurfürsten 1.
Im Namen des Königs und der königlichen Gesandten eröffnete Thomas Ebendorfer
den Reichstag am 19. November mit der in unserer nr. 80 abgedruckten, bisher un-
bekannten Ansprache an die Anwesenden. Er pries darin mit dem üblichen Wortschwall
die bisherigen Bemühungen des Königs um die Lösung der Kirchenfrage und bat, sie zu
unterstützen, erinnerte zugleich, wohl mit Absicht und in bewußtem Gegensatz zu der in
der „suspensio animorum“ zum Ausdruck gekommenen abweichenden Haltung der Kur-
fürsten, an die vom König den streitenden Parteien gegenüber beobachtete „indifferentia“,
warnte dann vor der übereilten Anerkennung des einen der beiden Päpste und mahnte
schließlich, mit der Entscheidung zu warten, bis die zwischen Papst und Konzil schwe-
benden Streitigkeiten in einwandfreier Weise geprüft worden seien, empfahl also, wenn
auch nicht offen, so doch in nicht mißzuverstehender Weise, die vom König angestrebte
Berufung eines dritten Konzils.
Aber über die Frage des dritten Konzils zu beraten, lag für die Kurfürsten kein
Grund mehr vor, da die Vorbedingung, die Anwesenheit von Vertretern auswärtiger
Mächte, nicht erfüllt war. Sie schritten deshalb sogleich zu der in ihrem Wiener Uber-
einkommen mit dem König vorgesehenen Besprechung der Maßnahmen zur Verhütung
möglicher, dem Reich nachteiliger Folgen der Aufhebung der Neutralität zugunsten 20
Eugens IV.
Die Einzelheiten der Verhandlungen entziehen sich der Kenntnis, da sie, wie ge-
sagt, geheim geführt wurden. Auch über das Ergebnis liegen keine direkten Nachrichten
vor. Aber aus späteren Vorgängen und aus gelegentlichen Andeutungen des Bischofs von
Chiemsee? und Segovia'ss läft es sich in den Hauptpunkten noch deutlich erkennen.
Sein wichtigster Punkt war der Abschluß eines Geheimvertrages der Kurfürsten, laut
dessen sie sich verpflichteten, Eugen IV. anzuerkennen, sobald er die in den Avisamenta
Moguntina4 niedergelegten Bedingungen erfülle. Hier liegt der Schlüssel zum Verhalten
der Kurfürsten in der Folgezeit, namentlich auf dem Frankfurter Reichstage des nächsten
Jahres, und zu der bisher nicht aufgeklärten Sonderstellung des Erzbischofs von Köln in 30
der kurfürstlichen Kirchenpolitik. Denn nur die Kurfürsten von Mainz, Trier, Pfalz,
Sachsen und Brandenburg traten diesem Vertrage bei. Der Erzbischof von Köln dagegen
verweigerte seine Unterschrift aus nicht klar erkennbaren, zum Teil aber wohl mit der
Stellung seiner Universität zum Baseler Konzil zusammenhängenden Gründen5; er ging
fortan eigene Wege.
Ob der Vertrag schon vor oder erst nach den Verhandlungen mit den königlichen
Gesandten abgeschlossen wurde, läßt sich nicht mehr ermitteln. Jedenfalls wies aber der
ihm zugrunde liegende Gedanke die Richtung zum Ziel, an dem sie schließlich endeten.
Beide Teile kamen nämlich bei der Besprechung der vom König gewünschten vorbeugen-
den Maßnahmen gegen etwaige Schwierigkeiten, die dem Reich sowohl aus dem Nicht- 10
anschluß auswärtiger Mächte an das kurfürstliche Vorgehen als auch aus dem Wider-
stand des Baseler Konzils erwachsen könnten, dahin überein, zunächst noch nicht offen
an Eugen IV. mit dem Anerbieten der Anerkennung heranzutreten, sondern erst einmal
10
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der Ritter und Städte gemeint, von deren Be-
sprechung auch in den Briefen Frankfurts vom
30. November und 5. Dezember (nrr. 92-94) die
Rede ist, die aber nicht eigentlich auf der Tages-
ordnung des Reichstages, sondern auf derjenigen
des Rechtstages vom 18. November standen.
Man vergleiche jedoch nr. 231 art. 11a.
Vgl. die S. 49 Anm. 6 erwähnten Mitteilungen.
s
Vgl. nr. 231 artt. 8b und 14.
RTA. 15 nr. 339.
5
Vgl. Hansen, Westfalen und Rheinland im
15. Jahrhundert Bd. 1 (Publikationen aus den
Preußtischen Staatsarchiven Bd. 34) Einleitung
S. 47-48.
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