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- s. 121: … dass einer der eifrigsten Hetzer gegen Georg, der Prediger von St. Elisabeth, Bartholomäus, ein Mann ebenso berühmt durch seine Beredsamkeit, als anrüchig…
- s. 122: … Führer derselben bezeichnet: ,Tempelfeld, Lehrer der heiligen Schrift, Prediger zu St. Elisabeth war dieser Sachen Fürer und ihm folgeten die anderen Prediger",…
- s. 127: … und Erbe auf der Schweidnitz'schen Quergasse‘ dem Predigt- stule bei St. Elisabeth zur Besserung der Predigerstelle daselbst. Am Dienstag nach Francisci (8.…
Název:
Die Denkschrift des Breslauer Domherrn Nikolaus Tempelfeld von Brieg über die Wahl Georgs von Podiebrad zum König von Böhmen (Archiv für österreichische Geschichte vol. 60/61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
100
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 91: Praefatio
- 133: Editio
Strana 122
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Seele des Widerstandes gegen Georg unter der Breslauer Geist-
lichkeit gewesen. Schon im Jahre 1454 wird er als Führer
derselben bezeichnet: ,Tempelfeld, Lehrer der heiligen Schrift,
Prediger zu St. Elisabeth war dieser Sachen Fürer und ihm
folgeten die anderen Prediger", sagt Eschenloer an der be-
treffenden Stelle. 1 Noch mehr als in dem Jahre 1454 trat
Tempelfeld in den Vordergrund, seitdem Georg von Podiebrad
die Krone Böhmens erlangt hatte, oder wie der officielle Sprach-
gebrauch in Breslau besagte ,Girsik der Ketzer zu eime König
in Behem ufgeworfen ward'.2 Nicht blos auf der Kanzel, son-
dern auch mit der Feder ist nun Tempelfeld thätig gewesen,
denn aus dem Jahre 1458 stammen seine drei Tractate, welche
er gegen die Wahl Georgs gerichtet hat. Der seinem Umfange
nach kleinste — er umfasst bloss zwei Folioseiten — behandelt
die Frage, ob es dem christlichen Volke erlaubt sei, einen
Ketzer als König anzuerkennen.3 Der Verfasser nimmt seinen
gesammten Beweisapparat aus dem Kirchenrecht, und beant-
wortet die Frage mit Nein. Ein weit höheres Interesse bean-
sprucht der zweite Tractat, der aus Jordans Abdruck bekannt
ist und wohl für weitere Kreise bestimmt war, da er sich
nicht blos in mehreren Handschriften (in Breslau, Leipzig,
Krakau und Prag), 4 sondern auch in einer deutschen Ueber-
setzung vorfindet. Die dritte Schrift — die bedeutendste und
zugleich auch die ausführlichste von allen dreien — ist bereits
oben charakterisirt worden. Die Wirksamkeit der Breslauer
Prediger in der Zeit des Königs Georg hat uns Eschenloer in
sehr anschaulicher Weise geschildert. Sie fand nicht den Beifall
der einsichtsvolleren Bürger der Stadt und Eschenloer spricht
seinen Tadel über sie in scharfen Worten aus, 5 wie er über-
haupt nichts von der Politik hält, die auf den Kanzeln getrieben
1 Eschenloer a. a. O. pag. 18.
2 Ibid. pag. 46.
Cod. univ. Crac. 423, fol. 289 ab. Tractatulus venerabilis viri magistri
Nicolai Tempelfeld : Utrum liceat christiano populo hereticum recipere
pro rege.
Wiewohl ich die Krakauer und Prager Handschriften eingesehen habe
und finde, dass sie mehrfach von der Leipziger abweichen, so sind die
Varianten doch nicht so erheblich, als dass sie im Einzelnen angegeben
würden. Dagegen hat die Breslauer Handschrift einen längeren Zusatz,
der druckenswerth erscheint.
Eschenloer a. a. O. pag. 16 ff.
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