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Název:
Die Denkschrift des Breslauer Domherrn Nikolaus Tempelfeld von Brieg über die Wahl Georgs von Podiebrad zum König von Böhmen (Archiv für österreichische Geschichte vol. 60/61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
100
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 91: Praefatio
- 133: Editio
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deutschen Professoren und Studenten erfolgt ist. Man wird
nicht allen Ausführungen des Autors, der fast zwei Menschen-
alter nach diesen Ereignissen geschrieben und nicht immer
den reinsten Quellen gefolgt zu sein scheint, die gleiche Be-
deutung zuerkennen. So lässt er die Lehren Wielifs durch
gewisse Engländer, deren Namen er nicht nennt, nach Böhmen
gelangen. Er hat hier aller Wahrscheinlichkeit zufolge den
Peter Payne im Auge, welcher von 1410—1415 die Würde
eines Viceprincipals der St. Edmunds-Halle in Oxford be-
kleidete, später von England nach Böhmen ging, sich daselbst
an den religiösen Fragen lebhaft betheiligte, und erst wenige
Jahre vor der Abfassung dieser Schrift gestorben ist (1455 in
Prag). Das Irrige dieser Ansicht liegt heute klar zu Tage,
ebenso irrig ist die Behauptung, welche man hier findet, dass
Wiclifs Leichnam ausgegraben und sammt seinen Büchern ver-
brannt wurde.2 Auch über den Stimmenstreit an der Prager
Universität sind seine Angaben nicht ganz correct, über das
Jahr des Abzugs der Deutschen aus Prag, sowie über die
Aufeinanderfolge der Ereignisse zeigt er sich nicht ganz genau
unterrichtet. Nichtsdestoweniger bietet auch diese Partie
seines Werkes manche interessante Einzelnheit, so jene Scene
mit Ludolf Meistermann, den Johann Hofmann von Schweidnitz
mit eigener Gefahr von dem Tode errettet, und die Cochlaeus
vollständig aus unserem Autor geschöpft hat.
Dieser fasst hernach die Zeit von 1409 bis zur Eröffnung
des Constanzer Concils ins Auge; auch da sei Böhmen von
Ketzereien angefüllt gewesen, und nicht anders sei es zur Zeit
des Concils von Constanz selbst gewesen, dessen Berufung ja
zum guten Theile zum Zwecke der Unterdrückung der husi-
tischen Ketzerei erfolgt sei. Um seiner Erzählung den gebüh-
renden Nachdruck zu verleihen, unterbricht er dieselbe durch
die Mittheilung zahlreicher Actenstücke. Um die Ursachen des
1 S. Palacky a. a. O. III, 1, 189, dazu Gottfried Lechler Joh. Wiclif II,
pag. 112. Vom Ende der achtziger Jahre des 14. Jahrhunderts bis 1407
herrscht zwischen England und Böhmen ein lebhafterer Verkehr, s.
Lechler a. a. O. und Höfler Anna v. Luxemburg im XX. Bd. der Denk-
schriften der Wiener Academie (phil.-hist. Cl.).
Lechler hält sogar das Zeugniss der Oxforder Universität (Höfler Conc.
Prag, pag. 53), das als unterschoben gilt, für echt. S. Lechler II, pag. 69 ff.
3 Cochlaeus Lib. I, pag. 13.