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- s. 96: … und diese lautet:4 „Kann irgend Jemand mit gutem Gewissen im Königreiche Böhmen, das von Häresien und vom Schisma angesteckt ist, einem gewählten…
- s. 101: … Albrecht, dieser allein wäre im Stande gewesen, eine Reformation des Königreiches Böhmen, die Wiederherstellung der reinen Lehre daselbst, die Wiedergabe des der…
Název:
Die Denkschrift des Breslauer Domherrn Nikolaus Tempelfeld von Brieg über die Wahl Georgs von Podiebrad zum König von Böhmen (Archiv für österreichische Geschichte vol. 60/61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
100
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 91: Praefatio
- 133: Editio
Strana 96
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der Verfasser noch nicht Zeitgenosse ist; für die Zeiten Ladis-
laws und Georgs ist sie sowohl im Zeugenverhör über den Tod
Ladislaws, als in der Geschichte Böhmens unbenützt geblieben.
Palacky wird sie wegen der in ein rhetorisches Gewand ge-
kleideten Polemik gegen die Husiten für eine jener Invectiven
gehalten haben,2 wie sie etwa im Tone eines Stephan von
Dola oder Hofmann von Schweidnitz sich sehr häufig vorfinden.
Eine Streitschrift gewöhnlichen Schlages ist aber der vorlie-
gende Tractat nicht; der Verfasser desselben ist allerdings ein
Gegner der husitischen Lehrmeinungen, ein ebenso starrer
Anhänger der katholischen Normen wie Stephan von Dola,
und ein ebenso gesinnungstüchtiger Schlesier, wie es Johann
Hofmann von Schweidnitz gewesen und Ludolf in Sagan ge-
worden ist, aber er begnügt sich nicht, die husitischen Lehr-
meinungen in mehr oder minder gelehrter Weise zu bekämpfen;
ausgerüstet mit einem tüchtigen Wissen, mit der Kenntniss des
einschlägigen urkundlichen Materials und der neuesten Ge-
schichtswerke,3 tritt er gegen die Politik Georgs auf. Doch
bevor wir von der Persönlichkeit des Verfassers dieser Denk-
schrift gegen Georg sprechen, ist es nothwendig, den Inhalt
derselben in Kürze anzugeben.
Die ganze Arbeit des Verfassers ist strenge genommen
die Beantwortung einer einzigen Frage und diese lautet:4
„Kann irgend Jemand mit gutem Gewissen im Königreiche
Böhmen, das von Häresien und vom Schisma angesteckt ist,
einem gewählten Könige, der gleichfalls Häretiker und Schis-
matiker ist, Obedienz leisten?"
Mit vieler Gründlichkeit, mit einem grossen Aufwande
an Gelehrsamkeit, an juristischen und anderen Spitzfindigkeiten
2
1 Palacky Gesch. v. Böhmen III, 1, pag. 234, Note 209. Dass die vor-
liegende Schrift gegen Georg gerichtet ist, wird dort gar nicht gesagt,
und daher ist sie wohl auch von späteren Forschern nicht benützt. Unter
diesen Umständen ist es wohl gerechtfertigt, wenn ich bemerkte, dass
ich die Streitschrift gegen Georg erst aufgefunden habe.
Da wo unsere Quelle wörtlich in Cochlaeus aufgegangen ist, wird letzterer
von Palacky citirt, nicht, wie man erwarten sollte, die Quelle selbst, falls
er sie genauer gekannt hätte.
Der Verfasser gehörte, wie unten erwiesen wird, zu den ersten, die in
den Besitz eines Exemplars der böhmischen Geschichte des Enea Silvio
gelangt sind.
S. unten in den Beilagen die erste Assertion.