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- s. 96: … und diese lautet:4 „Kann irgend Jemand mit gutem Gewissen im Königreiche Böhmen, das von Häresien und vom Schisma angesteckt ist, einem gewählten…
- s. 101: … Albrecht, dieser allein wäre im Stande gewesen, eine Reformation des Königreiches Böhmen, die Wiederherstellung der reinen Lehre daselbst, die Wiedergabe des der…
Název:
Die Denkschrift des Breslauer Domherrn Nikolaus Tempelfeld von Brieg über die Wahl Georgs von Podiebrad zum König von Böhmen (Archiv für österreichische Geschichte vol. 60/61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
100
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 91: Praefatio
- 133: Editio
Strana 101
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der Böhmen nicht eingegangen sei, nur dem Schutze Heinrichs
von Rosenberg habe derselbe sein Leben verdankt.1 Die
Husiten seien in die von dem Concil betonte und geforderte
Einheit der Kirche nicht eingetreten, denn eine grosse Anzahl
von Gebräuchen der Kirche hätten sie nicht angenommen, so
den Gebrauch der Bilder, des geweihten Wassers und Salzes,
der geweihten Leuchter und Kerzen. Die der Kirche gehörigen
Güter würden von ihnen nicht herausgegeben, es seien Leute
unter ihnen, welche, ohne rechtmässig ordinirt zu sein, Messe
lesen etc.
Und doch lehren sie gegen die Entscheidung des Concils
noch immer, dass es dem Christen zu seinem Seelenheile noth-
wendig sei, das Abendmahl unter beiden Gestalten zu nehmen,
was deutlich gegen die Anordnung des Concils vom 23. De-
cember 1437 verstosse.3 Was dann die andern Artikel der
Compactaten anbelangt, so bedürfe es keines Beweises, dass
die Husiten sich blos mit Worten rühmen, dieselben zu halten,
in Wirklichkeit jedoch sich fortwährend Ueberschreitungen zu
Schulden kommen lassen. Er hebt es als etwas Besonderes
hervor, dass der Kaiser Sigismund die Compactaten bestätigt
habe, es sei das keine besonders rühmenswerthe That gewesen ;
da sich Sigismund jedoch immerdar als treuer Sohn der Kirche
erwiesen habe, so dürfe man annehmen, dass sich die Husiten
die Bestätigung der Compactaten erschlichen haben. Er be-
dauert den frühzeitigen Tod des Königs Albrecht, dieser allein
wäre im Stande gewesen, eine Reformation des Königreiches
Böhmen, die Wiederherstellung der reinen Lehre daselbst, die
Wiedergabe des der Kirche geraubten Gutes und die Aus-
rottung der Ketzereien zu bewerkstelligen. Er hält auch dafür,
dass Albrecht keines natürlichen Todes gestorben sei.
Man ersieht schon aus diesen Proben der Darstellung unseres
Verfassers, dass dieselbe die Reden und Schriften Capistrans
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Quia tamen voluntati Bohemorum .. consentire noluit vix sine corporis
et rerum evasit periculo per generosum et nobilem dominum Henricum
de Rosis felicis recordii.
Predicant, clamant, practicant, dogmatizant videlicet quod communio sub
utraque specie laicis sit precepta, quod sit de necessitate salutis . .
Monumenta concil. II, pag. 1112.
Nisi mors violenta per intoxicacionem practicata bonum et pro-
bissimum illum regem ab hac luce crudeliter abstraxisset.