z 844 stránek
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Chronologisches Verzeichnis
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Zusätze und Verbesserungen
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Ruprecht. Abt. 3. (1406-1410)
Autor:
Weizsäcker, Julius
Rok vydání:
1888
Místo vydání:
München
Počet stran celkem:
844
Obsah:
- Ia: Titul
- Id: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edition
- 769: Chronologisches Verzeichnis
- 791: Orts-Personen-Namen Register
- 831: Zusätze und Verbesserungen
Strana 658
658
Königlicher Städtetag zu Heidelberg im Januar 1410.
Erzbischof von Mainz bezogen. — Noch weit werthvoller sind die Entwürfe zu
städtischen Antworten, die wir in nr. 399 und nr. 400 besitzen. Die Datierung dieser
beiden Stücke bedarf indessen hier erst noch einer Erörterung.
Daßt dieselben eng zusammengehören und auch zeitlich nicht zu trennen sind,
geht aus der nahen Verwandtschaft des ganzen Inhalts, insbesondere aber auch daraus
hervor, daß sowol in nr. 399 art. II 1 wie in nr. 400 zu Anfang Meister Job (d. i.
Job Vener) als derjenige erwähnt wird, der die Forderungen des Königs den Städten
vorgetragen hat. Das eine der beiden Stücke, nr. 399, die Nürnberger Entwürfe ent-
haltend, ist nun im Nördlinger Stadtrechnungsbuch von 1409/10, das sich von c. Ende
April 1409 bis c. Ende April 1410 erstreckt, eingetragen; beide Stücke werden also 10
während dieses Zeitraumes oder kurz vorher entstanden sein. Zu einer näheren Be-
stimmung führt der Eingang von nr. 400. Da es dort heißt als zûneste gemeiner
stede boten von uwern koniglichen gnaden gescheiden sin, so muß eine Versammlung
von Städtegesandten, auf welcher der König zugegen war, kurz vorangegangen sein, und
auf dieser Versammlung war, wie der Inhalt der beiden Aktenstücke zeigt, von der 15
Kirchen- und Reichspolitik des Königs die Rede gewesen. Das passt, so viel wir
wissen, innerhalb des eben bezeichneten Zeitraumes allein auf unsern Heidelberger Tag
vom Januar 1410; ausgeschlossen ist dadurch jedenfalls, diese Entwürfe mit einer jener
Werbungen in Verbindung zu bringen, die K. Ruprecht während des Jahres 1409
theils durch Gesandte theils schriftlich an die Reichsstände gelangen ließ. — Daßs die 20
beiden Stücke nach dem Heidelberger Tage vom Jan. 1410 ihre richtige Stelle finden,
wird in entscheidender Weise bestätigt durch ihren gleich zu besprechenden Inhalt und
durch die Liste der an dem Antwortsentwurf nr. 400 betheiligten Städte. Es sind
dieß: Augsburg Ulm Gmünd als Vertreter des Schwäbischen Städtebundes, Nürnberg
Weißlenburg Schweinfurt Windsheim, Frankfurt Friedberg Gelnhausen. Man muß an- 25
nehmen, daß der Entwurf auf einer Versammlung entstanden ist, an der diese Städte
theilnahmen. Die Möglichkeit einer Kontrolle ist uns nun nur bezüglich Frankfurts
und Augsburgs durch die Stadtrechnungen der beiden Städte gewährt, und diese be-
richten in der That übereinstimmend von einem etwa Ende Februar 1410 gehaltenen
Speirer Städtetage, auf dem über eine dem Könige zu ertheilende Antwort berathen so
worden sei, während ein anderer derartiger Tag weder im Jahre 1409 noch auch vor-
her, so viel wir sehen, in einer der beiden Stadtrechnungen nachweisbar ist. Auch der
Inhalt der Entwürfe steht, wie bemerkt, durchaus im Einklange mit unseren bisherigen
Ergebnissen. Was Ruprecht laut diesen projektierten Antworten den Städten hatte vor-
tragen lassen zerfiel in zwei Forderungen; die eine betraf die kirchlichen Wirren, zu 85
denen die Städte (natürlich im Sinne Ruprechts) Stellung nehmen sollten; die andere
verlangte von ihnen, sie sollten sich für den Fall, daj jemand den König vom Reiche
verdrängen wolle, zu seiner Unterstützung verpflichten. Das entspricht ganz dem was
wir oben zu Beginn dieser Litera aus den Stadtrechnungen und aus der Frankfurter
Aufzeichnung nr. 401 ersahen; denn die letztgenannte Forderung war natürlich in 40
erster Linie auf den drohenden Konflikt mit Kurmainz gemünst. Daneben mochte viel-
leicht auch an K. Wenzels Bemühungen um Wideranerkennung gedacht sein.
In den städtischen Antwortsentwürfen ist die erste der beiden Forderungen mit
großter Zurückhaltung behandelt. Die Städte wollen die Entscheidung der kirchlichen
Streitfrage ihrem Klerus zuschieben (s. nr. 399 art. I 1 und nr. 400 art. 1), oder sie 45
wollen versprechen, darin beim Könige zu bleiben, so weit und so lange sie es vor Gott
und ihrem Gewissen verantworten können (s. nr. 399 art. II 1; vgl. auch art. I 1).
Etwas entgegenkommender, wenigstens in der Form, stellen sie sich zur zweiten Forde-
rung; sowol nach nr. 399 wie nach nr. 400 sind sie zu der Versicherung bereit, dem
Könige nach Pflicht und Schuldigkeit beiständig und behilflich sein su wollen. Eine 50