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- s. 216: … O. pag. 153. 2 Hagemann, Der dogmatische Streit an der Prager Universität, die betreffenden Ausführungen finden sich verwerthet in Höfler, Magister Joh.…
- s. 228: … er in verläumderischer Weise an; Oyta vergeude die Gelder der Prager Universität, die für andere Zwecke bestimmt seien. Wie er seine eigenen…
Název:
Beiträge zur Geschichte der husitischen Bewegung II. Nachträgliche Bemerkungen zu dem Magister Adalbertus Rankonis de Ericinio (Archiv für österreichische Geschichte, vol. 57)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1879
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
74
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Titulatio
- 205: Einleitung
- 248: Edice
Strana 216
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zeichnet, den er 1372 aus Paris nach Prag gesendet hat ! und
auf welchen wir weiter unten noch zurückkommen. Mit einzelnen
seiner Collegen in heftigen Zwiespalt gerathen, greift er die-
selben in durchaus leidenschaftlicher Weise an. Das, sagt er
in dem Briefe, bringe ihn in die heftigste Aufregung, dass er
gerade jene als seine heftigsten Feinde gefunden habe, mit
denen er sich durch innige Freundschaftsbande verknüpft
glaubte, gerade diejenigen, welche er während seines Aufent-
haltes in Prag als seine Brüder geliebt, hätten sich, die Ehre
seines Standes verhöhnend, zu seinem Verderben verbündet
und gegen ihn berüchtigte Bücher geschrieben; auf Strassen
und Kreuzwegen sei er in das Gerede des Volkes gekommen,
sein heftigster Feind aber sei Heinrich von Oyta gewesen.
Damit gelangen wir zu dem Streite zwischen diesen beiden
Persönlichkeiten, einem Streite, in welchen allmählich die ge-
sammte Universität, ein guter Theil der Prager Bürgerschaft,
der Erzbischof von Prag und selbst die päpstliche Curie ver-
wickelt wurde, und der zu einer gänzlichen Niederlage des
Albertus Ranconis geführt hat. Bei dem Umstande, als dieser
Streit bereits von anderer Seite besprochen wurde, können wir
uns begnügen, hier nur insoweit auf denselben einzugehen, als
es das Verständniss des Folgenden verlangt. 2
Der Streit der beiden Männer entbrannte im Jahre 1370.
Heinrich von Oyta oder Friesoyta in Ostfriesland, Propst
der Kirche von Widenbrück in der Diöcese Osnabrück war
Magister der Philosophie und Baccalaureus der Theologie zu
Prag.3 In dem Streite beider Männer handelte es sich um
1 Palacky, Ueber Formelbücher a. a. O. pag. 153.
2 Hagemann, Der dogmatische Streit an der Prager Universität, die
betreffenden Ausführungen finden sich verwerthet in Höfler, Magister
Joh. Hus a. a. O. pag. 117.
Ueber Heinrich von Oyta handelt am besten: Aschbach, Gesch. d. Wiener
Universität I. pag. 402—407, vgl. Schulte, Gesch. d. Quellen u. Literatur
des canon. Rechtes II. pag. 434. Höfler, Magister Joh. Hus, pag. 117.
Die Annahme bei Aschbach, der auch Schulte folgt, dass Heinrich von
Oyta erst 1372 nach Prag gekommen, kann mit dem oft erwähnten
Briefe des Adalbertus, datirt von Paris 1372, nicht in Uebereinstimmung
gebracht werden; in demselben wird nämlich von dem Streite bereits als
etwas vergangenem gesprochen. Die Anklage war bereits geschehen,
demnach ist die Datirung in der Münchener Handschrift: Citatus Romam
et absolutus ann. 1378 nicht richtig. Dass Heinrich von Oyta schon