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Titul
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Titulatio
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Inhalt
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Název:
Beiträge zur Geschichte de Husitischen Bewegung I. Der Codex Epistolaris der Erzbischofs von Prag Johann von Jenzenstein (Archiv für österreichische Geschichte, 55 Bd.)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1877
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
136
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Titulatio
- 267: Einleitung
- 298: Editio
- 397: Inhalt
Strana 288
288
Es ist bekannt, welche Spannung das Verhältniss zwischen
dem Erzbischof und dem Könige Wenzel in den späteren
Tagen erreicht hat.1 In unseren Briefen ist dasselbe ein un-
getrübtes. Die meisten derselben sind allerdings vor dem Jahre
1384 geschrieben, in welchem es zum ersten Male zu einem
grösseren Conflicte zwischen den Beiden gekommen ist. In
unseren Briefen finden wir den Erzbischof sehr häufig in der
Umgebung des Königs, dessen Kanzler er nach dem Tode
Johanns von Neumarkt gewesen ist.2 Als solcher begleitet er
den Kaiser auf dessen Reisen in die deutschen Lande. Auf
den Reichstagen der Jahre 1380, 1381, 1383 ist er anwesend.
Auch in Deutschland sollte es ihm nicht an Conflicten fehlen.
Mit den Bürgern von Nürnberg geräth er in Streit. 3 Mit dem
Könige arbeitet er gemeinsam für die Anerkennung Urbans VI.;
er hat in dieser Beziehung an Wenzel ein langathmiges Schrift-
stück gerichtet, Wenzel möge als das Schwert der kämpfenden
Kirche mit kräftiger Hand dem Schisma ein Ende bereiten.
Unter die eigentlichen Günstlinge Wenzels scheint Johann nie-
mals gehört zu haben. Als dessen Kanzler in Deutschland an-
wesend, klagt er fortwährend über grossen Mangel an Geld.
Sein Kanzleramt bringe ihm nichts ein. Da von den Juden
kein Geld zu bekommen ist, lässt er sich dasselbe von seinen
Domherren zusenden. Er hat in späteren Tagen Ersatz für
seine Unkosten von Wenzel verlangt, aber derselbe ist ihm
niemals zu Theil geworden. Schon in der Zeit vor seinen
Kämpfen mit diesem wird er zum Rathe nicht mehr zuge-
zogen. 4
Mehr schmerzt ihn der nun eingetretene Verlust der
Gunst des Papstes. In den Processen der Domherren und der
Cistercienser zieht er den Kürzeren. Er muss es erleben, dass
der Papst ihm mit der Entziehung der päpstlichen Legaten-
gewalt droht; ja, als der päpstliche Zehent nicht eingegangen
3
1 Vgl. des Bischofs Acta in Curia Romana in Pelzels König Wenceslaus
und Pubitschka, Chronol. Gesch. Böhmens, VII. Anhang.
Es kann in dieser Uebersicht keine Darstellung der Kanzlei unter Johann
gegeben werden. Vgl. über dieselbe Friedjung, Kaiser Karl IV. und sein
Antheil am geist. Leben seiner Zeit, pag. 111, und Höfler, Aus Avignon.
Es genügt hinzuweisen, dass in der Kanzlei Johanns der Stil und die
Weise seines Vorgängers Johann von Neumarkt fortlebten.
Pelzel a. a. O. I. 149. 4 Nr. 47.