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Název:
Jobst von Einsiedel und seine Correspondenz mit der Stadt Eger. Aus dem Archive der Stadt Eger (Archiv für österreichische Geschichte vol. 39)
Autor:
Kürschner, Franz
Rok vydání:
1868
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
48
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 247: Praefatio
- 258: Editio
Strana 253
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Königs mit Markgraf Albrecht von Brandenburg häufig verkehrte.
So verhandelte er am 9. April noch spät Abends mit dem Markgrafen,
und sprach bei dieser Gelegenheit eifrig für die sofortige Ausglei-
chung mit Sachsen, indem er der richtigen Meinung war, dass, falls
man die berührte Angelegenheit an den Kaiser oder die Kurfürsten
bringen würde, davon "kein Ende abzusehen“ wäre. Und als am
nächsten Tage der Markgraf mit den sächsischen Räthen beim Könige
in dessen Wohnung bei Kaspar Junckher zu näherer Besprechung
erschien, fungirte Jobst von Einsiedel als Dolmetsch 1). — Als man
nach Abschluss der Verhandlungen von Eger abging, übernahm er
das dem Könige von der Stadt dargebrachte Geschenk von 100 Schock
Groschen 2).
In ähnlicher Weise gestaltete sich wohl auch seine Wirksamkeit
auf dem zu Mariä Lichtmess 1461 gleichfalls in Eger abgehal-
tenen Tage. Einzelnes liegt mir in dieser Richtung zwar nicht vor;
dass aber unserem Jobst auch diesmal eine bedeutende Rolle zuge-
dacht war, geht aus seinem Briefe vom 14. December 1460 an
Bürgermeister und Rath von Eger hervor, worin er bittet, ihm seine
Herberge bei seinem Bruder (Jorg Smidel) anzuweisen, da er einer
bequemen Ruhestätte um so mehr bedürfe, als er ohnehin nicht viel
werde schlafen können, da er viel zu thun haben und stets in der
Nähe des Königs werde bleiben müssen 3).
In Folge dieser diplomatischen Thätigkeit erlangte Jobst von
Einsiedel ausgebreiteten Einfluss, und unterhielt mit auswärtigen
Fürsten brieflichen Verkehr. Dies gilt vorzugsweise von dem Mark-
grafen Albrecht von Brandenburg, und hier ist vor allem jenes ver-
trauliche Schreiben wohl zu beachten, das der Markgraf im Jahre
1463 an Jobst richtete, um ihn von den gegen den König gerich-
teten Bestrebungen des päpstlichen Legaten zu unterrichten. "Das
wollest“, fährt der Brief fort, „in grosser geheim vnnsern herrn dem
konig sagen, dann es warlich also ist“ 4). Auch Jobst theilte dem
1) Palacky in Fontes rer. Austr. XX. S. 177.
2) In dem im Egerer Stadtarchive befindlichen Verzeichnisse der Ausgaben während
des gedachten Tages heisst es: „Item wir haben awszgericht vnserm hern konygk
an newen groschen 1° schok gr., domit in der rat vererat — hub auf her Jobst
von Aynsidel“.
3) S. Nr. XVII.
4) Das kaiserliche Buch des Markgrafen Albrecht Achilles im 2. Bde. der Quel-