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- s. 247: … Darstellung fasst. Dazu kommt auch noch der Umstand, dass das Egerer Stadtarchiv ein Copialbuch verwahrt, das die gesammte Correspondenz der Stadt Eger…
- s. 250: … in Fontes rer. Austr. XX. Nr. 78. 3) Original im Egerer Stadtarchiv. 251 bessern Nachweisung der Ansprüche der Gemalin ihres Herzogs auf…
- s. 258: … in der Einleitung am betreffenden Orte angezogenen Schriftstücken enthält das Egerer Stadtarchiv noch mehrere Briefe 1) weren. 259 die auf diese Vorgänge…
Název:
Jobst von Einsiedel und seine Correspondenz mit der Stadt Eger. Aus dem Archive der Stadt Eger (Archiv für österreichische Geschichte vol. 39)
Autor:
Kürschner, Franz
Rok vydání:
1868
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
48
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 247: Praefatio
- 258: Editio
Strana 250
250
Bis zu Ende des Jahres 1453 oder Anfang 1454 blieb Jobst
von Einsiedel bei den Herren von Sternberg 1). Hierauf trat er in die
Dienste des Gubernators Georg von Podiebrad, wozu sich bei
den verwandtschaftlichen Beziehungen des Letzteren zu dem Stern-
berg’schen Hause die Veranlassung wohl von selbst darbot. Am
28. October 1454 richtet er bereits als Georgs Secretär an den Gör-
litzer Stadtschreiber Johannes Bereyt ein Schreiben, worin er die
bevorstehende Ankunft des Gubernators mit dem Könige Ladislaw
ankündigt und zur Bestellung der nöthigen Quartiere mahnt 2). Hiemit
stimmt denn auch vollkommen überein, dass das Rescript Georgs an
Bürgermeister und Rath von Eger ddo. Breslau 30. Jänner 1455
bereits von Johst niedergeschrieben ist 3).
Im Dienste des Gubernators eröffnete sich für unsern Jobst eine
ausgebreitetere und bedeutungsvollere Wirksamkeit. Da Georg be-
kanntlich nur wenig deutsch verstand, so wurde ihm sein Ge-
heimschreiber geradezu unentbehrlich. Daher finden wir denselben,
falls er nicht in Vollführung irgend einer Mission abwesend war, stets
an der Seite des Gubernators. Er begleitet diesen auf den grossen
Zügen in Mähren, Schlesien und Österreich, wobei er nicht selten,
wie z. B. in Brünn , handelnd auftritt, und berichtet seinen Freunden
in Eger mit sichtlichem Behagen von den glücklichen Erfolgen des
Gubernators. — Wiewohl Katholik und der römischen Kirche rück-
haltlos ergeben, bewahrte Jobst von Einsiedel doch jederzeit seinem
utraquistischen Herrn unverbrüchliche Treue, indem er — was
damals selten vorkam — in richtiger Erwägung die religiöse Über-
zeugung von der Diensttreue genau zu scheiden wusste. Dafür besass
er auch Georgs Vertrauen und Gunst in vollem Masse und wurde
häufig mit Aufträgen betraut, die eine ganz besondere Sorgfalt und
Verlässlichkeit erheischten.
Ein derartiger Fall trat unmittelbar vor der Erwählung Georgs
zum Könige ein. Als nämlich auf dem grossen Wahllandtage zu Prag
1. März 1458 die Gesandten Herzog Wilhelms von Sachsen zur
1) Am 24. Juni 1453 schreibt Jobst noch im Auftrage des Herrn Alsch von Stern-
berg.
2) Palacky, Urk. Beiträge zur Geschichte Böhmens ete. in Fontes rer. Austr. XX.
Nr. 78.
3) Original im Egerer Stadtarchiv.