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Název:
Liber cancellariae Stanislai Ciolek. Ein Formelbuch der polnischen Königskanzlei aus der Zeit der husitischen Bewegung (Archiv für österreichische Geschichte, 45 )
Autor:
Caro, Jakob
Rok vydání:
1871
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
227
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Titulatio
- 321: Praefatio
- 330: Editio
- 531: Inhalt
Strana 485
485
principibus nowas confederaciones colligancias et vniones nostre
vnioni contrarias iniuissemus simulateque fraternam dileccionem
nämlich, dass der Bruder ihres Urgrossvaters, Herzog Wenceslaw (Wanko
reg. 1313—1330) sein Herzogthum im J. 1329 am 29. März von König
Johann von Böhmen zu Lehen genommen habe. (Urk. darüber Ludewig
Rel. mscrpt. V, 605, Du Mont Corps dipl. I. 2. 112; Sommersberg Scriptt.
rer. Siles. II Accessiones 5. Lünig P. S. cont I Forts. I, 325.) Zwar
war dieses Lehnsverhältniss im J. 1351, als Boleslaw III. der Sohn Wen-
ceslaw’s gestorben und Ziemowit III. nebst seinem Bruder Kasimir ihre
Erbansprüche an dasselbe geltend machten, als ein im Drang der Noth
übernommenes für null und nichtig erklärt worden, (Urk. bei Naruszewicz,
hist. nar. pols. IX. 173) aber nur einseitig in einem Vertrage zwischen
der Krone Polen und den masowischen Bewerbern. Kaiser Carl IV., der
König von Böhmen, war so wenig geneigt, diese böhmischen Lehenshoheits-
rechte über Masowien aufzugeben, dass er vielmehr am 7. Sept. 1351 das
Herzogthum Masowien in seiner Eigenschaft als Lehnsherr dem Herzog
Heinrich von Sagan und Glogau, der durch seine Gemahlin Anna ein
Schwager des jüngst verstorbenen Masoviers Boleslaw III war, als heim-
gefallenes Erblehen böhmischer Krone übergab (Urk. Ludewig Rel. mscrpt.
V, 541, Sommersberg Scriptt. rer. Siles. II. accessiones 3.). König Kasimir
von Polen erwirkte jedoch zwei Jahre später 1353 (27. Mai) einen aus-
drücklichen Verzicht der böhmischen Lehnshoheit, wogegen er dem Kaiser
Carl IV die bei ihm verpfändeten Städte Pitschen und Kreuzburg in
Schlesien an Böhmen auslieferte (Urk. Balbin Miscell. VIII, 45; Praj
Ann. Hung. II, 93.). Ehe noch dieses durch den König Ludwig den
Grossen von Ungarn vermittelte Abkommen seitens des polnischen Königs
ratificirt war, hatte K. Kasimir von Polen i. J. 1355 ganz Masowien dem
einzigen damals lebenden Herzoge masowischen Stammes, dem Ziemowit III
als polnisches Reichslehen übergeben, und, um in Zukunft keine Einsprüche
seitens der böhmischen Krone in dieses Verhältniss zu erfahren, im J.
1356 das durch seinen ungarischen Vetter vereinbarte Uebereinkommen
ratificirt (Urk. Ludewig V, 496 Sommersberg I, 865, Goldast Append. p.
102). Die böhmische Krone hatte somit keinerlei Anrechte mehr an
Masowien.
Welche Bestürzung aber musste es im J. 1426 unter den staats�
rechtkundigen Polen erregen, als sie vernahmen, dass die jungen Her-
zöge von Masowien am 20. März-nach Wien gegangen seien, um sich
von K. Sigismund — dem dermaligen Könige von Böhmen (wenn auch in
partibus) und seinem Eidam dem Herzog Albrecht von Oesterreich die
alte Urkunde von 1329, in der Wenceslaw von Masowien sein Herzog-
thum von der böhmischen Krone zu Lehen nimmt, neuerdings vidimiren
zu lassen. Die beiden deutschen Fürsten thaten es (Urk. bei Lünig, part.
spec. cont. I. Forts. 1, 325, Du Mont C. dipl. T. I P. II f. 112 cf.
Dobner Monum. hist. Boh. IV p. 414) und K. Sigismund musste es sich
wohl gefallen lassen, dass man ihn der ,Colligancien‘ mit den masowischen
Herzögen beschuldigte. Ob man seinen dementirenden Versicherungen