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Stammtafel
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Název:
Geschichte und Genealogie der Přemyslidischen Herzoge von Troppau (Archiv für österreichische Geschichte vol. 41)
Autor:
Kopetzky, Franz
Rok vydání:
1869
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
113
Počet stran předmluvy plus obsahu:
I+112
Obsah:
- I: Titel
- 1: Titulatio
- 94: Edice
- 109: Stammtafel
Strana 9
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sprach die Regierung zu übernehmen und wies der Königin ein Leib-
gedinge von 3000 Mark auf die Troppauer Provinz an (Herbst
1278) 1).
Dagegen rüstete nun Otto und die meist ihm anhangenden Ba-
rone, doch kam es, da auch Rudolf neue Streitkräfte aus Österreich
und Steiermark an sich gezogen hatte, zu keiner Schlacht, sondern
zu dem Vertrage von Czaslau, nach dem Otto die Vormundschaft
auf 5 Jahre, Rudolf auf eben diese Zeit Mähren erhielt. Was hin-
sichtlich Kunigundens bestimmt wurde, ist unbekannt, doch scheint
die frühere Ubereinkunft derselben mit Rudolf hinsichtlich ihres Leib-
gedinges bestätigt worden zu sein.
Allein der abgeschlossene Friede wie die darauf folgenden Hoch-
zeitsfeierlichkeiten zu Iglau vermochten dem Lande nicht die nöthige
Ruhe zu geben.
Nach dem Abzuge König Rudolfs erschien Markgraf Otto und
bemächtigte sich Prags, des königlichen Schlosses und der Familie ;
Kunigunde wurde am 25. Jänner 1279 Nachts nach der Burg Besig
gebracht.
Die Haft, in der Kunigunde sich nun befand, scheint denn doch
nicht so streng gewesen zu sein 2), da die Königin schon am 12. Fe-
bruar 1279 von Prag aus den Johannitern in Gröbnik bei Leobschütz
ein Privilegium ertheilte 3). Im Frühlinge aber floh sie, nachdem ihr
die Gefangenschaft unerträglich geworden, nach Mähren und kam
nach Brünn, wohin die Macht des Markgrafen nicht reichte. Anstatt
aber gegen letztern zu zichen, wie es die sich um Kunigunde sam-
melnden mährischen Barone beabsichtigten, zog es diese vor, sich
in die ihr zugewiesene Troppauer Provinz zu begeben 4), wo sie
wahrscheinlich im Sommer (Juli) anlangte, begleitet von vielen
Waffengefährten ihres Gemals wie Herbord von Füllstein, der sich
in der Schlacht am Marchfelde hervorgethan, Benesch von Beneschau,
der 1253 Troppau gegen die Polen und Russen vetheidigt hatte —
vielleicht aber auch schon von Zawisch von Falkenstein.
1) Ibid. p. 37, vgl. Chronicon Colmar, bei Böhmer, Fontes lI. 63.
2) Vgl. Palacky II. 1. p. 329. — Boček, Mähren, p. 24 Spricht von „strenger deut-
schen Hut“.
3) Cod. dipl. Mor. 1V. 221.
4) Et arrepto itinere cum deberet venire in Moraviam, divertit gressus suos in Opa-
viam . . . . Cont. Prag. Cosmae, Pertz, Mon. XI. p. 200.