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Název:
Geschichte und Genealogie der Přemyslidischen Herzoge von Troppau (Archiv für österreichische Geschichte vol. 41)
Autor:
Kopetzky, Franz
Rok vydání:
1869
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
113
Počet stran předmluvy plus obsahu:
I+112
Obsah:
- I: Titel
- 1: Titulatio
- 94: Edice
- 109: Stammtafel
Strana 14
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und Troppau erscheint wieder im Besitze Wenzels 1). Was die Ur-
sache von Herzog Nikolaus' Vertreibung gewesen, ist ganz ungewiss,
vertrieben aber wurde er; dies beweisen seine späteren Schritte und
die Ausserungen Wenzels 2). Ob sich die Barone, unzufrieden mit
seiner Herrschaft, empört, wie dies uns bei seiner zweiten Vertrei-
bung erzählt wird, bleibt unentschieden 3). Oder hat sich vielleicht
Nikolaus selbstständiger und unabhängiger stellen wollen? Wie wir
früher gesehen, hatte er sein Land nicht als Lehen, sondern nur als
Appanage erhalten, es lag aber in der Natur der Sache, dass sich
bei Nikolaus das Streben entwickeln musste, sich zum selbstständigen
Herzog zu machen; die Nachbarschaft Schlesiens wirkte in dieser
Beziebung gewiss auf ihn.
Wo sich Nikolaus von 1294—98 aufhielt, ist, wie gesagt, ganz
unbekannt, in dem letzt genannten Jahre aber scheint eine Annähe-
rung zwischen den feindlichen Brüdern herbeigeführt worden zu sein.
Am 12. Februar 1298 fand in Wien die grosse Fürstenver-
sammlung statt, der König Andreas von Ungarn, Wenzel von Böh-
men, Herzog Albrecht von Sachsen u. a. beiwohnten und die unter
dem ostensiblen Zweek der Verlobung des böhmischen Kronprinzen
mit der ungarischen Prinzessin Elisabeth über den Sturz Adolfs von
Nassau und die Erhebung Albrechts von Österreich verhandelte.
Dieser wohnte auch Herzog Nikolaus bei4) und bei dieser Gelegen-
heit scheint er sich mit Wenzel versöhnt zu haben. Man kann dies
daraus schliessen, dass Herzog Nikolaus zwar Troppau nicht zurück-
erhielt, dafür aber Statthalter in Polen wurde, wo er 1301— 1305
1) Dessen erste Urkunde für Troppau ist vom 18. Dec. 1296. — Ihid. V. 56.
2) In der Urkunde Wenzels für das Kloster Kamenz vom 25. März 1298 (Cod. dipl.
Mor. V. 84) heisst es: villam nostram Trebenowitz, sitam in terra nostra Opa-
vie, que quidem terra per alios occupata tune temporis tenebatur, religiosis
viris . . . . . donassemus, nuper post revocationem dicte terre ad
manus nostras . . . damus. Unter den alios sind wohl nicht, wie Dudik a. a. O.,
p. 20 meint, Kunigunde und Nikolaus zu verstehen, sondern nur der letztere,
Wenzel einem gewissen Günther von Troppau zur Belohnung der einst der Königin
Kunigunde von Böhmen treu geleisteten Dienste ein Dorf in der Troppauer Pro-
vinz anweist. (Formelbuch des Heinricus Ital. her. v. Voigt. Archiv XXIX. p. 79.)
3) Hieher scheint die Nachricht Pulkawas (Dobner, Mon. III. 251) von der Vertrei-
bung des Herzogs zu gehören, der sie irrig zum J. 1290 setzt.
4) Cont. Vind. bei Pertz, M. XI. 720.