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- s. 247: … der mit diesem verbundenen Stifter auf dem Sande und zu St. Vincenz preis. Uber diese ergoss sich nun der zügellose Haufe. Mit…
- s. 248: … die Nachricht, dass die Domherren und ebenso die Mönche von St. Vincenz sich geflüchtet hätten, zu noch grösseren Gewaltthätigkeiten. Den Abt des…
- s. 248: … fangen setzen, sein Kloster aber wie das der Prämonstratenser zu St. Vincenz, und nicht minder alle Curien der Domherren und des Bischofs…
Název:
König Wenzel und der Pfaffenkrieg zu Breslau (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Grünhagen, Colmar
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- I: Titel
- 231: Titulatio
Strana 248
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all sein Eigenthum geraubt und nur ein schlechtes Kleid gelassen
haben 1). Am Morgen des 29. Juni 1381 sahen die Breslauer Stras-
sen und Plätze erfüllt mit der ungeheuren Beute, welche die Böhmen
hereingeschleppt, namentlich grosse Massen von Vieh. Alles das
boten sie hier feil, und wie der Chronist erzählt, konnte man damals 300
Schafe für 11/2 Mrk. 2) (nach unserm Gelde vielleicht 9 Thaler), einen
Ochsen für einen Vierdung (etwa 11/2 Thaler) kaufen. Vieles, wozu
sich nicht gleich ein Käufer fand, ward nach Böhmen fortgeschafft.
Aber damit noch nicht zufrieden, schritt Wenzel auf die Nachricht,
dass die Domherren und ebenso die Mönche von St. Vincenz sich
geflüchtet hätten, zu noch grösseren Gewaltthätigkeiten. Den Abt
des Sandstiftes liess er, wie schon erwähnt, auf dem Rathhause ge-
fangen setzen, sein Kloster aber wie das der Prämonstratenser zu
St. Vincenz, und nicht minder alle Curien der Domherren und des
Bischofs gab er jetzt gleichfalls der Plünderung seiner Böhmen preis.
und hier ward nun entsetzlicher Schaden angerichtet. Selbst kirch-
liche Gewänder und Geräthschaften wurden geraubt; allerdings hat-
ten einige der Domherren, die drohende Gefahr ahnend, ihre Sachen
zu bergen gesucht, aber es konnte doch auch geschehen, dass dem
Canonicus Johannes der Wagen, der seine Habseligkeiten fortführen
sollte, noch in der Stadt angehalten und geplündert wurde 3).
Wenn die Böhmen bei dieser Gelegenheit, wie spätere Chroni-
sten melden, den frevelhaftesten Spott mit den kirchlichen Gebräu-
chen getrieben und heilige Gefässe und Gewänder dabei schamlos
entweiht haben, so würden wir darin schon die ersten Offenbarungen
jenes kirchenfeindlichen und dabei zügellosen Geistes erkennen, der
später in der hussitischen Bewegung einen so erschreckenden Aus-
druck fand. Die gleichzeitigen Quellen melden von diesem Schlimm-
1) Henels Breslogr. renovata, vergl. Beil. I. B.
2) So wenigstens verstehe ich die Worte des archidiac. Gnesn.: "pro tribus medi-
antibus“.
3) Henels Breslogr., vergl. Beil. I. B. Dass auch die Breslauer an dieser Plünderung
Theil genommen hätten, sagt keine der Urkunden, noch auch der archidiac. Gnesn.,
und der Umstand, dass Nikolaus behauptet, nach zuverlässiger Angabe habe ein
gewisser Petrus de Glogovia den grössten Theil seiner Sachen exportirt (Formel-
buch 323), ist nicht für das Gegentheil entscheidend. Es kann dies ein Schlesier
ge wesen sein, der unter Wenzel Kriegsdienste leistete, oder er kann auch die
Sachen von einem der Böhmen erkauft und dann fortgeführt haben.