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- s. 247: … der mit diesem verbundenen Stifter auf dem Sande und zu St. Vincenz preis. Uber diese ergoss sich nun der zügellose Haufe. Mit…
- s. 248: … die Nachricht, dass die Domherren und ebenso die Mönche von St. Vincenz sich geflüchtet hätten, zu noch grösseren Gewaltthätigkeiten. Den Abt des…
- s. 248: … fangen setzen, sein Kloster aber wie das der Prämonstratenser zu St. Vincenz, und nicht minder alle Curien der Domherren und des Bischofs…
Název:
König Wenzel und der Pfaffenkrieg zu Breslau (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Grünhagen, Colmar
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- I: Titel
- 231: Titulatio
Strana 247
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schwere Frage der Wahl. In der That, einige Zeit später hat man
diese von demselben Punkte aus begonnen, wo man sie damals an-
spinnen konnte, aber nach wie schlimmen Demüthigungen, wie
schweren Verlusten.
Dass nun von dem Allen nichts geschah, dass man vielmehr
dem Könige trotzig antwortete, bevor nicht die Genugthuung erfolgt
sei, vermöge man das Interdict nicht aufzuheben, ist schwer zu
begreifen, und wenn hier nicht vielleicht Motive mitgespielt haben,
die uns ganz verborgen geblieben sind, müssen wir den Urheber
jenes Beschlusses, den oft erwähnten Nikolaus, für einen ebenso
schlechten Politiker erklären, als er ein guter Stilist war, und die
Vorwürfe, welche er später von seinen Collegen zu hören bekam, für
sehr gerechtfertigt erklären. Freilich mag auch hier wieder der Her-
zog-Dechant nicht wenig Schuld getragen haben.
Das Allerunbegreiflichste war jedoch, dass man dieses non possu-
mus noch dazu von allerlei unehrerbietigen und verletzenden Reden
begleiten liess. Der Abt vom Sandstifte soll sich besonders so belei-
digend geäussert haben, dass ihn der König sofort gefangen setzen
liess, und auch von den Kanonikern, klagte Wenzel später dem
Papste, hätten einige schwere Excesse gegen ihn begangen 1).
So wurde denn das Ganze zu einem recht kecken: Schach dem
König!
Selbst dem besonnenen und gutgesinnten Karl IV. gegenüber
hätte schwerlich ein Wohlmeinender solche Handlungsweise anrathen
können; angesichts des jähzornigen und gewaltthätigen Wenzel ward
sie verhängnissvoll.
Der König gerieth in heftigen Zorn, und sogleich rief er die
wilde Schaar böhmischer Krieger, die ihn zur Verwunderung der
Breslauer hieher geleitet hatten, zusammen, und erklärte ihnen, er
gebe ihnen die Güter der Breslauer Geistlichkeit, nämlich des Dom-
kapitels und der mit diesem verbundenen Stifter auf dem Sande und
zu St. Vincenz preis. Uber diese ergoss sich nun der zügellose Haufe.
Mit dem 3/4 Meilen südlich von Breslau gelegenen Eckersdorf, einem
Gute des Domstiftes, soll man den Anfang gemacht und dort unter
Anderem einem Canonicus von Olmütz, der sich dorthin geflüchtet,
1) Angeführt in der Urkunde Beilage II, 7.