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Název:
König Wenzel und der Pfaffenkrieg zu Breslau (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Grünhagen, Colmar
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- I: Titel
- 231: Titulatio
Strana 241
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rücksichtslose Urban VI. nicht versöhnt, u so wenigerm als ihm, der
schon in Folge des Schismas besonders geldbedürftig war, eine
Gelegenheit, auf das goldene Bisthum einen neuen Druck zu üben,
höchst willkommen war. So erhob er denn, jene Ubereinkunft seines
Vorgängers ganz ignorirend, neue Ansprüche auf den Nachlass
Bischof Przeczlaws, das Kapitel sah sich bald aufs neue mit dem
Bann bedroht, und es entspannen sich hier wiederum Streitigkeiten,
die erst viele Jahre später ganz beigelegt worden sind 1). Und zu
derselben Zeit, wo sich so die üble Gesinnung des Papstes enthüllte,
drohten auch schon wieder andere Gefahren von dem neuen böhmi-
schen Herrscher, dem Könige Wenzel. Auch für diesen war natürlich
der falsche Schritt Dietrichs nicht massgebend, das Wesentliche war,
dass er jetzt selbst einen Candidaten vorschlug in der Person eines
Herrn (Andreas ?) von Duba, des Gliedes einer schon seit Generatio-
nen am Prager Hofe in hohen Ehren stehenden Familie, und dass
das Kapitel denselben ablehnte.
Fragen wir nach dem Grunde, der trotz aller misslichen Umstände,
und auf die sichere Gefahr hin, neben dem Papste nun auch den
Kaiser zum Feinde zu erhalten, den Dom zu dieser Ablehnung
bestimmt hat, so war es doch an erster Stelle die Abneigung gegen
das Czechenthum, welches seit Wenzels Thronbesteigung in Böhmen
kühner sein Haupt erhob und als dessen Vertreter auch jener Duba
erschien. Und insoweit ist diese Ablehnung ein bedeutsames histori-
sches Ereigniss. Der Slavenhass, erklärlich genug auf solchem vorge-
schobenen, erst einem fremden Volke abgerungenen Posten, zieht sich
wie ein rother Faden durch die ganze mittelalterliche schlesische
Geschichte, erst aus ihm lässt sich vieles erklären, was sonst dunkel
bliebe, und grade an dem Zeitpunkte den wir hier schildern, gegen
den Ausgang des 14. Jahrhunderts, erhob sich zuerst das Gespenst des
Czechenthums, und die Furcht vor demselben oder, was gleichbedeu-
tend ist, der Hass gegen dasselbe hat von da an beinahe ein Jahrhun-
dert hindurch die Schicksale unsers Heimathlandes fast ausschliesslich
Wenzel administrirt. Heinrich hat, wie die Urkunden zeigen, nicht selbstständig,
wie später Wenzel, sondern nur als Domherr und Prälat und mit andern Collegen
zusammen an der Administration theilgenommen.
1) Vergleiche darüber Heyne, Bisthum Breslau II, 273—280 und Theiner, Mon. veter.
Pol. 765 u. 766.
Archiv. XXXVII. 1.
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