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Titel
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Název:
Statuten der Prager Metropolitankirche vom Jahre 1350 (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Dudík, Beda
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
46
Obsah:
- I: Titel
- 411: Titulatio
- 422: Editio
Strana 413
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Durch die Fürsorge Kaiser Karls IV. wurde 1348 das Bisthum Prag zu
einem Erzbisthume erhoben und dem neuen Metropoliten Arnost von
Pardubitz das neucreirte Bisthum zu Leitomischl und das uralte zu
Olmütz in Mähren als Suffragane untergeordnet. Die bisherige Ver-
bindung der Bisthümer zu Prag und Olmütz mit dem Metropoliten
zu Mainz, auf welchen sie gewiesen waren, hörte somit auf und Prag
eröffnete auf dem kirchlichen Felde eine neue Aera.
Wie Karl bei allen seinen böhmischen Unternehmungen — wir
erinnern an die Stiftung der Prager Universität, an die Errichtung
der Landtafel u. s. w. — stets den rechten Mann zu finden wusste,
der seinen weittragenden Gedanken Leben einzuhauchen verstand;
so auch diesmal. Arnost von Pardubitz, damals Bischof der Prager
Kirche, gehört zu den hervorragendsten Männern nicht etwa blos
seiner Zeit, des XIV. Jahrhunderts, sondern überhaupt aller Zeiten.
Einrichtungen, die er vor mehr als 500 Jahren traf, erhielten sich
in ihrer Kraft bis zur Gegenwart, und die Prager Metropolitankirche
verehrt mit vollem Rechte in ihm die Grundfeste ihres Daseins. Aller-
dings hat Karl IV. den Gedanken angeregt; aber auch König Ota-
kar II. hat bereits im XIII. Jahrhunderte denselben Gedanken aus-
gesprochen; schon er wollte Prag zur selbständigen Metropolie
erheben und somit die böhmisch-mährische Kirche von Mainz los-
trennen; es gelang dies dem gewaltigen Otakar, den nur Habsburgs
und Deutschlands gesammte Macht brechen konnte , nicht — und
warum? — sein Gedanke fand nicht den Mann, welcher ihn erfasst
und ins Leben gebracht hätte. Karl war hierin glücklicher, und da
man jegliche That nur nach dem Erfolge zu beurtheilen pflegt, so ist
es kein Wunder, dass Otakar, dem doch die Priorität des Gedankens
gebührt, bei der Errichtung der neuen kirchlichen Metropolie mit
Stillschweigen übergangen wird, während man Karln als ihren Ur-
heber und Begründer zu preisen pflegt.