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Titel
I
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- s. 413: … erhielten sich in ihrer Kraft bis zur Gegenwart, und die Prager Metropolitankirche verehrt mit vollem Rechte in ihm die Grundfeste ihres Daseins.…
- s. 419: … Anordnung auch in Olmütz lebensfähig war. Die Statuten für die Prager Metropolitankirche haben sich unseres Wissens nur in einem Nikolsburger Codex chart.…
Název:
Statuten der Prager Metropolitankirche vom Jahre 1350 (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Dudík, Beda
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
46
Obsah:
- I: Titel
- 411: Titulatio
- 422: Editio
Strana 419
419
puerorum illico expellatur. Nullus vicariorum in collegium eorum
assumatur, et si quis eorum vicariam accepit, ipsa sit contentus,
revertendi ad bonos pueros aditu penitus interdicto. Hec constitutio
sacerdotes inter ipsos commorari penitus interdicit. Ut autem mores
et actus eorum in melius reformentur, hee constitutiones coram ipsis
per singula sabbatha legentur, ne aliquis per oblivionem se excuset.
Der Name „Bonifant“ d. i. bonus infans, hat sich noch bis zur
Gegenwart in der Olmützer Cathedralkirche erhalten; dort wird der
erste Kirchendiener, welcher, wie überhaupt alle Kirchendiener, was
allen älteren Canonen geradezu widerstreitet, dem Laienstande an-
gehört, mit diesem Namen bezeichnet — für uns ein hinlänglicher Be-
weis, dass das Institut der Bonifanten nach Arnost’s Anordnung auch
in Olmütz lebensfähig war.
Die Statuten für die Prager Metropolitankirche haben sich
unseres Wissens nur in einem Nikolsburger Codex chart. et memb.
fol. Sig. II. 98 in einer Abschrift vom Jahre 1403 erhalten. Auch
begreiflich. Der Landklerus hatte daran kein Interesse. Ein Exemplar
im Capitel-Archive aufbewahrt, entsprach dem Bedürfnisse vollkom-
men, denn es musste daraus in vorgeschriebenen Zeiten dem ver-
sammelten Capitel vorgelesen werden, und so kam es, dass eine
Vervielfältigung sich nicht als nothwendig herausstellte.
Der Codex selbst ist theils auf Papier, theils auf Pergament auf
287 Folia geschrieben, bestehend aus Lagen zu 12 Blättern, von denen
in der Regel das erste, sechste, siebente und zwölfte Pergament sind,
welche Einrichtung jedoch nur his zum Fol. 102 geht. Mit diesem
Folium hört auch der eine Theil des Manuscriptes auf. Sein Inhalt ist
folgender. Nach einem Pergament-Vorsetzblatte, worauf ein Theil
eines längeren Notariatsactes über einen zwischen einem Herrn Boček
von Kunstadt und dem Pfarrer Martin von St. Niklas in Saatz geführ-
ten Streit saecul. XV initio, liest man :
1. (fol. 1—37) Isidori in libro Officiorum capitulum primum.
Anfangs Auszüge aus Isidor, dann aber auch aus den berühmtesten
Kirchenlehrern, Augustin, Gregor M., Prosper, S. Bernard, und aus
grösseren theologischen Werken, wie: de vita et honestate Cleri-
corum; de tribus distinctionibus u. s. w., Auszüge, die sich durch-
gängig auf die Pflichten der Geistlichen beziehen. Unter diesen Aus-
zügen befindet sich auch fol. 37 die von uns eben citirte „Regula
Bonifantorum“.