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Název:
Die Utraquisten in Böhmen (Archiv für österreichische Geschichte vol. 37)
Autor:
Borový, Clemens
Rok vydání:
1867
Místo vydání:
Wien
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
52
Obsah:
- I: Titel
- 241: Vorbemerkung
- 244: Edice
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künfte des Dechantes verwendet; dabei schärfte man dem Dechant
ein , er solle ja den unordentlichen Prediger in keiner Weise beun-
ruhigen; dieser hingegen durfte ungestraft den Dechant öffentlich
schmähen und ihm sogar drohen, dass er ihn vergiften werde !
Am 11. August 1589 beklagt das Consistorium in seiner an den
Kaiser gerichteten Eingabe den Verfall der Disciplin unter dem utra-
quistischen Klerus ; es gebe nur sehr wenige unverheirathete
Priester im ganzen Königreiche Böhmen; die meisten seien in Irrleh-
ren gerathen, vernachlässigen die kirchliche Liturgie, ja sie liessen
sich zum Wucher und sogar zu- Sacrilegien herbei, um nur ihre
Frauen und Kinder versorgen zu können. Insbesondere hatte Mat-
thäus Beneschowský, der damalige Abt des Stiftes Emaus (na Slo-
vanech) in Prag, durch seine Verheirathung ein böses Beispiel gege-
ben ; er fuhr öffentlich mit seiner Frau herum, liess im Kloster selbst
eine Kegelbahn, eine Schiessstätte und einen öffentlichen Weinschank
einrichten, auf den Klostergütern liess er viele Waldungen ausroden,
um das eingelöste Geld unnütz zu verschwenden; er vernachlässigte
endlich auch den Gottesdienst im Emauser Stifte und gab überhaupt
durch seine unkirchliche Lebensweise ein allgemeines Argerniss.
Denn da er kurz zuvor sich der Partei sub utraque angeschlossen und
dem Consistorium Obedienz gelobt hatte, so beriefen sich andere un-
ordentliche Geistliche darauf, dass ja der Emauser Abt in Prag selbst
ungestraft habe heirathen können; und die Folge davon war, dass
sich abermals mehrere Geistliche verehelichten. Das Consisto-
rium bittet daher den Kaiser, er möge den gegenwärtigen Emauser
Abt gänzlich absetzen, gleichwie der Erzbischof den verheiratheten
Abt von Kladrau deponirt habe. Das Consistorium erinnert den Kaiser
endlich an das Unheil, welches durch die Verheirathung des Bischofes
von Köln (Churfürst Gebhard im Jahre 1583) verursacht worden und
beschwört denselben, dass er gegen den Abt von Emaus und andere
verheirathete Priester bald eine wirksame Hilfe schaffe.
Hierauf erliess Kaiser Rudolph II. in demselben Jahre (1589)
einen strengen Befehl, es sollten aus allen Städten Böhmens die un-
geweihten, unordentlichen und dem Consistorium unfolgsamen Geist-
lichen alsbald entfernt werden; allein es achtete Niemand auf diesen
kaiserlichen Befehl; die Städte Beraun, Tauss, Schüttenhofen, Nim-
burg und Jaromèř weigerten sich auch jetzt, die ihnen vom Consi-
storium confirmirten Pfarrer zu acceptiren, indem sie sich darauf aus-