z 444 stránek
Titel
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
V
Urkunden und Regesten
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Orts- und Personenverzeichnis
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Wort- und Sachverzeichnis
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Inhalt
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Reproduktionen
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Název:
Quellen- und Urkundenbuch des Bezirkes Teplitz-Schönau bis zum Jahre 1500
Autor:
Müller, August
Rok vydání:
1929
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
244
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Vorwort
- 1: Urkunden und Regesten
- 349: Orts- und Personenverzeichnis
- 391: Wort- und Sachverzeichnis
- 427: Inhalt
- 429: Reproduktionen
Strana 336
336
Ca. 1500, Graupen.
Kirchliches. — Vorczeichent dy stücke, die ein pfarrer ezum Graupen halden sall:
1. Czw Kirchlicz sal der pfarrer zwüe messen halden durch dy wochen ane abebruch. 2. Item
vnserm capplan sal er keine einrede thun, der zeu Kirchlicz die vier messen halden sal dy wochen, ab
er zeu zceiten rewchet ader sprenget den liben selen zeu troste ader andere votiua hilde, alleine außge-
nommen am heiligen tage. 3. Item die offertoria zeu Kirchlicz sein alle des pfarrers, adder wo sie allhie
adder im hospitall gefallen. 4. Item ein rat hat macht, ein capplan zcu Kirchlicz aufzcunemen ane hinde-
runge des pfarrers. 5. Item der pfarrer sal zewene capplan halden zcum Graupen, der eine, der frwmesse
heldt vor vnsern gnädigen hern, den andern vor dy kirche. 6. Item ein pfarrer sall alle fest in peyden
vespern kör halden vnd doselbist reuchen nach der zceit, wie sich das gebürth, sampt den altaristen.
7. Item am sontage sal ein pfarrer in der proces mit sampt den altaristen sein, dergleich am dornstage.
8. Item die octaua corporis Cristi sal der pfarrer sampt den capplan halden vnd mit aller erwirdickeit
begehen sampt den altaristen. 9. Item der pfarrer sal vorgunnen vf der fleischer altar dy wochen zewu
zelemessen zcu singen. 10. Item dy andere octaua de beata virgine, so oft man dy singen lest, sal man
I p nach swertgelde geben dem pfarrer. Das sal er außteilen inmassen was iczlichem geburth. 11. Item
alle fest sall der pfarrer de tempore singen zcu der hoemeß. 12. Item der pfarrer sal sich kegen dem
schulmeister halden wie von alders her vnd kegen dem locaten. 13. Item die kirchveter geben die vier festiualia
vf iczlich fest IX swertgr. dem pfarrer. Dovon gibt er dem capplan VI gr., dem schulmeister II gr., dem
locaten I gr. presencz. 14. Item auch zeu einem gedechtniß hat des herrn gnade mit sampt den herrn
des rothes außgeczogen das forder hewsel mit sampt dem rawme dohinden [Pl. 15. Item auch sal der
pfarrer keine vordechtliche weiber pey sich halden vnd vil wertliche spil vben noch vorhengen vf der pfarre.
Liber manualis, Fol. 122. — Obiges Schriftstück kann kaum vor 1500, jedoch auch nicht viel später entstanden sein,
da in demselben der i. J. 1507 gegründeten Mariascheiner Kirche, die anfangs eine ecclesia adjuncta der Graupner Stadtkirche
war, noch keine Erwähnung geschieht. Als Zeit der Abfassung dieses Kontraktes ist der Amtsantritt eines Graupner Pfarrers
anzunehmen. Peter Raffauf erst 1513 bezeugt. Gr. St. B., S. 411. Nach ihm Johann Wittenprenner. Testamentenbuch, Fol. 47. —
„Sant Prokop, vnBer pfarkirche“ (1521), Testamentenbuch, Fol. 35. Zu dieser gehörten auch Soborten und Probstau. Vgl.
A. Müller, Die Prokopikirche, Erzgebirgszeitung, Jahrg. 1928. — Sant Wolffgang erscheint am 22. VI. 1505 das erste Mal
urkundlich bezeugt. Testamenstenbuch, Fol. 21 b. Als Meßkapelle jedoch nicht erweisbar; ebensowenig die ursprüngliche Kapelle
zu Ehren der Schmerzensmutter in Scheune, beschrieben von P. Joh. Miller S. I. (1710) in seiner Historia Mariascheinensis,
S. 13 ff. und Hallwich in seiner Studie „Die Jesuitenresidenz Mariascheune“, S. 4. — Hinsichtlich des daselbst erwähnten Trag-
altares mit dem Bildnisse des Ritters Wenzel Zyma von Nowosedl und der Jahreszahl „1443“ ist zu berichtigen, daß genannter
Ritter mit besagter Jahreszahl keineswegs in Einklang zu bringen und obiger Tragaltar ohne Zweifel späteren Datums ist, wie auch
schon früher von Herrn Dechant Štědrý (Slavětin) und Prof. Dr. Luksch (Leitmeritz) erkannt wurde. Wenzel Zyma von Nowosedl
war ein Zeitgenosse des Zdenko Lew von Rožmital, des späteren Grundherrn von Teplitz und Graupen. Vgl. Archiv český VIII,
p. 182, 294 und 536. — Král von Dobrá Voda setzt ihn erst 1531 in den Adelstand. Vgl. „Der Adel von Böhmen etc.“, S. 306.—
151I erscheint dieser Vladyk noch ohne Landbesitz und zieht in einem Streite mit Kliment Zima z Novosedl den kürzeren. Sein
Testament vom Jahre 1545 im Karlsteiner Quatern, Sign. 6, L. 4. Sonach wäre obiger Tragaltar annährend in das Jahr 1543 zu
versetzen. (Freundl. Mitteilung des Herrn Dechant Štědrý.) Hinsichtlich der Jahreszahl 1443 offenbart übrigens schon Miller S. I.
in seiner Historia, S. 14, Zweifel. — Besagter Tragaltar (zuletzt im Leitmeritzer Diözesanmuseum, zurzeit abhanden) kann somit
nicht mehr als Beweisstück, wofür er bisher gegolten hat, dienen. Auch läßt sich aktenmäßig eine Mariascheiner Wallfahrt über
die Gründung der Kolowratschen Kirche hinaus nicht erheben und feststellen. — Hingegen gewinnt es den Anschein, als ob die
Mariascheiner Kirche aus einer älteren Kolowratschen Familientradition heraus entstanden sei, die zunächst an verwandt-
schaftliche Beziehungen anknüpft. Johann von Kolowrat auf Kornhaus (1408—1437) hatte Elisabeth von Kolditz zur Gemahlin.
(Prag, Museumsarchiv, Nachlaß Sedláček, Kolowrat-Regesten.) Einen erhöhten Grad von Wahrscheinlichkeit erhält diese Annahme
durch den Umstand, daß die Erbauung der Mariascheiner Kirche weit über die Vermögensverhältnisse Albrechts von Kolowrat hinaus-
ging. (Am 21. I. 1507 werden ihm 8000 Sch. Gr. zur Erkaufung des Schlosses Graupen vom Könige Wladislaw vorgestreckt.
Gubernialarchiv-Urkunde N. 466.) Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Kirche nicht auf seinem Grund und Boden lag und eine
pastorelle Notwendigkeit zur Erbanung derselben eigentlich nicht vorhanden war. — An einen älteren Vertreter dieses Geschlechtes
erinnert der Kolowratsche Ritter mit dem „großen Kreuz“, den Miller S. I. (a. o. O., S. 16) als Wandgemälde in der älteren Mariascheiner
Kirche beschreibt, ihn jedoch wohl irtümlich mit dem Kanzler Albrecht von Kolowrat identifiziert. Das Kreuz erinnert deutlich an
den Kreuzzug gegen die Hussiten. Weitere Ausführungen sind Gegenstand einer Spezialstudie.
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