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Titel
I
Articulus
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Název:
Zwei Formelbücher des 14. Jahrhunderts aus Böhmen, MVGDB 27
Autor:
Schlesinger, Ludwig
Rok vydání:
1889
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
x
Počet stran celkem:
36
Obsah:
- I: Titel
- 1: Articulus
Strana 10
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Allerheiligencapitel in Prag, betreffend die Emphiteutisierung eines wahr-
scheinlich in der Saazer Gegend gelegenen Gutes (13) und Private in
Schuldangelegenheiten (1, 2, 21).
Der Umstand, daß je 15 Formeln in A und B gleichen Wortlaut
besitzen, läßt auf eine gewisse Abhängigkeit des einen von dem andern
schließen. Da in den gleichen Formeln (mit Ausnahme von A 113 und B 6) in
A öfter ausgeschriebene Namen vorkommen, wo sich in B nur die Anfangs-
buchstaben finden: so wäre man wohl berechtigt, eine Abhängigkeit des B
von A, nicht aber des A von B anzunehmen. Auch die gewisse gleich¬
laufende Anordnung der Formeln in beiden Sammlungen würde für diese
Meinung sprechen. Da aber diese Anordnung in B durchbrochen wird, da
bei B 6 die Namen vollkommener erscheinen als bei den gleichlautenden A 113,
da in B ganz neue Formeln auftauchen, welche A nicht besitzt, da ferner
in B eine größere Sorgfalt der Schreibung beobachtet werden kann, so
fühlt man sich zu der weiteren Annahme gedrängt, daß dem Schreiber
von B zwar die Sammlung A bekannt war, daß ihm aber nebstdem auch
Originalien zu Gebote standen. Dürfen wir unsere Vermuthung weiter
ausbilden, so läge in B der zweite jüngere Versuch zur Anlage eines
Saazer Formelbuches vor, der jedoch nicht zur Vollendung gelangte, wofür
die leere Scite 132b spricht. Da ferner die Handschrift und Tinte in B
ganz verschieden von denen in A sind, so haben wir auch an einen zweiten
Sammler zu denken, und die Meinung, daß vielleicht Johannes Tepla sich
ein neues verbessertes Formelbuch anlegen wollte, abzuweisen. Dagegen
dürfte die Annahme, daß Johannes von Sytbor der Nachfolger des
Johannes Tepla im Schulamte und Notariat (1404—1410), welcher
1411 als Notar der Neustadt Prag berufen wurde, als Anleger des
zweiten Formelbuches anzusehen ist, sehr nahe liegen. Ein Vergleich der
Handschrift mit der der Eintragungen des Saazer Stadtbuches, welche
auf die des Johannes Tepla folgen, ergibt eine gewisse Aehnlichkeit, welche
sich insbesondere bei dem Vertrage zwischen Saaz und Postelberg (Stadt-
buch Fol. 27a b) zeigt. 1)
1) Daß in den auf dem Einbanddeckel der Handschrift eingeritzten tschechischen
Zeilen ein Rector angesprochen wird, will ich nur nebenbei anführen; der
Sinn der Zeilen, deren erste wohl der Anfang eines Osterliedes ist, läßt sich
schwer enträthseln. So viel ich lesen konnte, lauten dieselben:
„Weselyt nam den nastal, w niemz pan kristu[s . . .
Dayzto mily pane rectorze Janowi wzdyczky
W. Janowi ssest Ssilynkuow velmi welykych
Gest na kazdy den a dobre byloly celych (?).