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Název:
Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt Prag im Mittelalter. I. Das Prager Ungeld im 14. Jahrhundert, MVGDB 44
Autor:
Pick, Franz
Rok vydání:
1906
Místo vydání:
Praha, Wien
Počet stran celkem:
46
Obsah:
- I: Titel
- 277: Articulus
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wäre unter dem vas ein Faß von 256 Pint (das Schweidnitzer Faß),
unter dimidium vas ein solches von 128 Pint zu verstehen; die tyna
hatte 64 Pint. Im zweiten Falle, bei Identität von dimidium vas
und tyna, würde das Halbfaß 64, das Faß 128 Pint fassen. Für
beide Auffassungen lassen sich Gründe beibringen. Die Annahme eines
Normalfasses von 256 Pint hat ihre stärtste Stütze in der von dem
Mathematiker Kobiš1) gegebenen Zusammenstellung der gebräuchlichen
Weinfässer, in welcher als Halbfaß das Faß von 128 Pint angegeben
wird. Das Schweidnitzer Faß wurde in der Tat in dem Zolltarif der
Prager Brücke, der bereits einige Zeit vor seiner Aufzeichnung in
Jahre 1476 in Geltung stand,2) vielfach als Einheit für die Veranlagung
des Zolles verwendet. Noch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
bestimmte der Mathematiker Goerl von Goerlstein3) die Größe des
Schweidnitzer Fasses für Prag (hier gleich acht Eimern), Leitmeritz, Brüx,
Laun, Saaz und Melnik. Dem gegenüber wird später für das Faß von
64 Pint die Bezeichnung Halbfaß, für das von 128 Pint (aber mit der
Beschränkung auf Bierfässer) die Bezeichnung Faß4) schlechthin gebraucht.5)
Die Frage muß offen bletben, solange nicht eine größere Anzahl älterer
Nachrichten zur Verfügung steht.
jin
Ab
Zum Zwecke der Vornahme der Besteuerung wird die eingeführte
Weinmenge durch besondere Beamtes) ermittelt.
1) Kobiš z Bytýšky (Zpráva aneb naučení o měrách vinných
sudův 1596):
Hiha řhlí.
Sud mirný Svidnický drží IV džbery, to gest 256 pineth.
uPůl sudu drží II džbery, to gest 128 pineth a slove wèrtel.
Džber drží 64 pinty a slove Teynský, genž gest čtwrtý díl
sudu swidnického.
Über Kobiš vgl. Smolík, Mathematikové v Čechách, S. 56.
Kodex des Prager Stadtarchins Nr. 3, Fol. 31.
2)
3) Smolík, Mathematikové v Čechách, S. 104.
4) Winter, Kulturní obraz českých měst, I, S. 338.
5) Der Inhalt dieser Fässer läßt sich aus folgendem nach dem heutigen Maß
bestimmen: Unter Maria Theresia wurde ein altböhm. Pint 1 (neuösterr.)
Maß 12/4 Seideln, somit 1.375 Maß gleichgestellt. (Riegger, Archiv der
Geschichte und Statistik, insbes. v. Böhmen III, S. 113 u. flg.) Durch
Gesetz vom 23. Juli 1871 (R.-G.-Bl. 1872, Nr. 6), Art. IV wurde ein
Wiener Maß 1.414.724 Litern gleichgesetzt. Es ist somit 1 Pint gleich
1.945 1, das Schweidnitzer Faß = 497.92 I, das Faß von 128 Pint
= 248.96 1.
6) Städtische affusores vini werden erwähnt zu den Jahren 1315 (Reg.
Boh. III, Nr. 288, S. 116), 1328 (affusores vini, hoc est illos duos.