z 706 stránek
Titul
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Inhaltsübersicht
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Vorwort
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Zusätze und Verbesserungen
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Abt. 5. (1433-1435)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1898
Místo vydání:
Göttingen
Počet stran celkem:
706
Obsah:
- Ia: Titul
- Ie: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 599: Chronologisches Verzeichnis
- 613: Orts-Personen-Namen Register
- 645: Zusätze und Verbesserungen
Strana L
L
Vorwort.
von der Berufung des Baseler Reichstages sprach, sagte er selbst, er habe nach Basel
gebeten alle Kurfürsten, Grafen, freie Herren und Städte; von den Rittern ist nicht die
Rede. Die Ritter sollten höchst wahrscheinlich nur zur Beratung einer besonderen Angelegen-
heit hinzugezogen werden, nämlich der Einung, die Sigmund zwischen dem Georgs-Ritterbund
und dem Schwäbischen Städtebund zustande bringen wollte. Prinzipiell bedeutete das für
die Entwicklung einer Reichsstandschaft der Ritterschaft noch gar nichts, aber die Reichs-
standschaft der Städte hat sich nicht viel anders vorzubereiten begonnen. Auch sie sind
unter Wilhelm von Holland zunächst nur zu besonderen Angelegenheiten hinzugezogen
worden, und daraus hat sich ihr Recht überhaupt in Reichssachen mit zu raten allmäh-
lich entwickelt. So verdient denn die thatsächliche Hinzuziehung von Repräsentanten der
Ritterschaft zur Beratung einer Angelegenheit, die doch zugleich auf der Tagesordnung
des Reichstages stand, immerhin Beachtung, und man mag darin die erste leise Spur der
kommenden Ansprüche auf eine Reichsstandschaft des Ritterstandes finden, zumal da es
nicht bei der ursprünglich wohl allein beabsichtigten Hinzuziehung zu den Landfriedens-
oder Einungsverhandlungen bleibt. Ritter und Knechte, einmal anwesend, nehmen teil
an den Beratungen über den Hussitenanschlag (s. pag. 231 lin. 11 u. 20); sie sind in
Ulm und in Regensburg wieder da, beraten mit über die Reichsexekution gegen Herzog
Ludwig von Baiern, und der Kaiser möchte die Ritterschaft von St. Georg auch beim
Konzil vertreten haben. Eine gewiß sehr merkwürdige Episode! Beim Ausschreiben
des Frankfurter Tages und bei den Frankfurter Verhandlungen aber ist von den Rittern
nicht mehr die Rede.
Von verfassungsgeschichtlichem Interesse ist selbstverständlich auch die Frage nach
der formalen Behandlung der Einladungsschreiben. Wurden die verschiedenen
Kategorien gleichförmig eingeladen, oder machte die Kanzlei etwa bei der Einladung
an Kurfürsten, Fürsten, Herren und Städte durchgehende Unterschiede? Unser Material
versagt in der Regel für Beobachtungen nach dieser Richtung hin; denn da im all-
gemeinen die Uberlieferung von Briefen und Akten in den städtischen Archiven sehr
viel früher als in den fürstlichen einsetzt, sind uns die meisten Einladungen zu Reichs-
tagen nur in der für die Städte berechneten Fassung erhalten. Eine Ausnahme ist es,
daß uns in diesem Band einmal das Einladungsschreiben zum Ulmer Reichstag durch
das herzoglich Sächsische Archiv aufbewahrt ist. Gerade dieser Fall ist aber leider
nicht recht zu einer Vergleichung geeignet, weil die Einladung an die Herzöge von Sachsen
durch die sie persönlich angehende Angelegenheit des Sächsischen Kurstreites eine beson-
dere Färbung erhält. Eine ganz eigenartige Uberlieferung haben wir bei dem Aus-
schreiben des Frankfurter Tages Das an Straßburg gerichtete Exemplar ist aus der
anscheinend für einen Kurfürsten berechneten Fassung umkorrigiert worden, und wir
sehen, daß diese Korrekturen sich auf rein formale Dinge beschränken. Allerdings wäre
möglich, daß man die bedeutsameren Abänderungen des Schreibens schon gleich bei der
ersten Niederschrift unserer Vorlage vorgenommen und nur diese Kleinigkeiten aus Flüchtig-
keit überschen hätte.
Die Einladungen wurden nicht immer gerade an alle Teilnehmer einzeln gerichtet;
aus Gründen der Ersparnis erhielten gewisse Gruppen von Reichsständen Kollektin-
Einladungen. Dafür bietet unser Band zwei Beispiele, die sich schon bekannten Vor-
gängen anschließen: das Ausschreiben des ersten Frankfurter Tages nr. 259 und das Aus-
schreiben des zweiten nr. 275 gehen beide als Kollektiveinladungen an die Ulmer und die
anderen Schwäbischen Städte, die mit ihnen in Einung sind. Es ist nicht ohne Inter-
esse, daß die Reichsgewalt, die so lange darauf ausgegangen war, Städtebünde überhaupt
zu verbieten, bei Berufung des Reichstages sich einer solchen Organisation bedient und
den Städtebund gleichsam in corpore zur Teilnahme an den Verhandlungen einladet.
Wie die Städte des Bundes korporativ eingeladen wurden, so schickten sie sehr