z 706 stránek
Titul
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Inhaltsübersicht
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Vorwort
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- s. XLIV: … den beiden Gruppen, beim Ulmer Reichstag lit. D und beim Regensburger Tag lit. B zusammengestellt haben und was zu beiden Gruppen noch…
- s. 386: … eine Einigung erzielt: denn die Gesandtschaft, die der Bund zum Regensburger Tage abordnete, erhielt unter anderem auch den Auftrag, die Ver- leihung…
- s. 503: … 16 Artikel, die K. Sigmund am 27 September 1434 vom Regensburger Tage aus den Reichsständen mitgeteilt hat zur Beratung durch ihre Gesandten…
- s. 609: … 21 bis c. Okt. 8. Ausgaben Regensburgs aus Anlaß des Regensburger Tages, 1 nr. 956. Regensburger Anordnungen betr. Preise etc. für d.…
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Abt. 5. (1433-1435)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1898
Místo vydání:
Göttingen
Počet stran celkem:
706
Obsah:
- Ia: Titul
- Ie: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 599: Chronologisches Verzeichnis
- 613: Orts-Personen-Namen Register
- 645: Zusätze und Verbesserungen
Strana XLIV
Vorwort.
XLIV
leicht sie im Einzelfall diesen Charakter annehmen konnten. Die größere oder geringere
Willfährigkeit der Beamten war, das zeigen unsere Quellen ganz deutlich, nicht unab-
hängig von der Größe der ihnen zufallenden Remunerationen. Es sind doch sozusagen
Trinkgelder, gezahlt an die kaiserlichen Beamten, und sehr leicht konnten diese Trink-
gelder in einzelnen Fällen zu Bestechungsgeldern werden. Eine ehrliche Verwaltung,
die ihr Anschen gegenüber den Parteien, mit denen sie zu thun hat, behauptet, ist auf
die Dauer mit einem solchen System unvereinbar. Daß feste Einnahmen fehlten, aus
denen man die Gehälter und die sonstigen Kosten der Verwaltung vollständig bestreiten
konnte, und daß man deshalb die Beamten zum Teil auf Einkünfte dieser Art anweisen
mußte, enthielt in sich einen gefährlichen Keim der Korruption.
Wo es sich um den Verkehr mit auswärtigen Mächten handelt, ist dieser Zustand
offenbar noch bedenklicher als bei der Veranlagung von Steuern oder Erteilung von
Privilegien an Deutsche Reichsstände.
Wenn die Venetianer ihre Gesandten mit Geldmitteln ausrüsten, um die Männer
in der Umgebung des Kaisers günstig zu stimmen, wenn z. B. Kaspar Schlick, der
leitende Mann der kaiserlichen Kanzlei, der von ihnen bei Abschluß des Waffen-
stillstandes schon mit 1000 Dukaten bedacht war, für den Fall, daß das Bündnis zustande
komme, wieder 1000 Dukaten erhalten soll und wenn dann unmittelbar vor Abschluß des
Vertrages die kaiserlichen Räte an die gemachten Versprechungen erinnern und sich deren
Gültigkeit bestätigen lassen, — so ist die Grenze einer bloß anstößigen Trinkgelderwirt-
schaft überschritten.
Das soeben besprochene Material zur Finanzwirtschaft des Reiches schließt sich
vorwiegend an den Baseler Reichstag an. Auf dem Ulmer Reichstag und dem
kaiserlichen Tag zu Regensburg tritt eine Angelegenheit in den Vordergrund des
Interesses, die auch erst an der Hand unserer Edition im Zusammenhang zu ver-
folgen ist: die Baierisch-Donauwörther Angelegenheit, die beabsichtigte Reichs-
exekution gegen Herzog Ludwig von Baiern-Ingolstadt und der wichtige
Erfolg jenes Vorgehens, die Rückgewinnung der Reichsunmittelbarkeit für
die Stadt Donauwörth. Was wir in den beiden Gruppen, beim Ulmer Reichstag
lit. D und beim Regensburger Tag lit. B zusammengestellt haben und was zu beiden
Gruppen noch ergänzend hinzukommt, ist zum großen und zum interessantesten Teil wieder
völlig unbekanntes Material. Man kannte z. B. bisher wohl die Aufforderung, die Kaiser
Sigmund am 3 August, nur acht Tage vor der Aussöhnung, an verschiedene Reichsstädte,
wahrscheinlich auch an Reichsfürsten erlassen hatte, sich zur Vollstreckung der Reichs-
acht gegen den Herzog bereit zu halten, aber man kannte nicht die Mittel und Wege,
die Sigmund eingeschlagen hatte, um dem Versuch einer solchen Reichsexekution einen
festeren Rückhalt zu geben. Nicht das kaiserliche Mandat, sondern ein auf Veranlassung
des Kaisers zu schließendes Bündnis, in dem die Vollstrecker der kaiserlichen Acht sich gegen-
seitig den Rücken deckten, würde in Wahrheit die Grundlage für die Durchführung der
Exekution gebildet haben. Von diesem Einungsentwurf erhält man erst durch unsere
nrr. 209 und 210 Nachricht. Im allgemeinen kommt in den Akten überwiegend die Auf-
fassung des Kaisers und die der Reichsstände, die von dem Falle des Herzogs in ihrer
Weise Vorteil ziehen sollen, zum Worte. Um so willkommener ist die Aufzeichnung nr. 205,
die von einem vertrauten Rate Herzog Ludwigs herrührt.
In der späteren Gruppe der Stücke, in denen es sich darum handelt, die Stadt
Donauwörth in ihrer wieder gewonnenen Reichsunmittelbarkeit zu schützen und, dem Ver-
langen Sigmunds entsprechend, ihr diesen Schutz durch die Aufnahme in den Schwäbischen
Städtebund zu gewähren, ist es höchst interessant, die Haltung der Städte zu beobachten.
Sigmund war hier, wie so oft in seiner Politik, durch den natürlichen Gegensatz des