z 223 stránek
Titul
I
II
III
IV
V
VI
Einleitung
345
346
347
348
349
350
351
352
353
354
355
356
357
358
359
360
361
362
363
364
365
366
367
368
369
370
371
372
373
374
375
376
377
378
379
380
Edice
381
382
383
384
385
386
387
388
389
390
391
392
393
394
395
396
397
398
399
400
401
402
403
404
405
406
407
408
409
410
411
412
413
414
415
416
417
418
419
420
421
422
423
424
425
426
427
428
429
430
431
432
433
434
435
436
437
438
439
440
441
442
443
444
445
446
447
448
449
450
451
452
453
454
455
456
457
458
459
460
461
462
463
464
465
466
467
468
469
470
471
472
473
474
475
476
477
478
479
480
481
482
483
484
485
486
487
488
489
490
491
492
493
494
495
496
497
498
499
500
501
502
503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
515
516
517
518
519
520
521
522
523
524
525
526
527
528
529
530
531
532
533
534
535
536
537
538
539
540
541
542
543
544
545
546
547
548
549
550
551
552
553
554
555
Inhalt
556
557
558
559
560
561
- s. 388: … an der Vertreibung der deutschen Professoren und Studenten von der Prager Universität die Hauptschuld trage. Andererseits aber fasse man den Ausdruck carnifex…
- s. 391: … aus einander zu setzen, dass die polnische Nation an der Prager Universität keineswegs aus Polen allein, sondern ihrer Mehr- heit nach aus…
Název:
Beiträge zur Geschichte der Hussitischen Bewegung III. Der Tractatus De longevo Schismate - Ludolf von Sagan (Archiv für österreichische Geschichte, vol. 61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
223
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+217
Obsah:
- I: Titul
- 345: Einleitung
- 381: Edice
- 556: Inhalt
Strana 391
391
Seite der Oberen ein Verbot erlassen wurde, in dieser Sprache
in den Pfarren der Stadt zu predigen, wie es früher üblich
war, denn von Alters her, sagt Ludolf, habe es in Prag ein
gemischtes Volk (permixtus populus) von beiden Sprachen (de
utroque ydiomate) gegeben, und deshalb predigten die Leiter
der Kirchen frei und in beiden Sprachen, wie es dem Volke
Nutzen zu bringen vermochte.1 In etwas ungenauer Form bringt
Ludolf den Abzug der Deutschen aus Prag mit den Häresien
daselbst in einen ursächlichen Zusammenhang.2 Er warnt die
Deutschen vor einer Verbindung mit den Böhmen.3 Sein
Nationalgefühl tritt auch den Polen gegenüber in scharfer
Weise hervor. Er spricht von den tauben Polen, welche nicht
deutsch verstehen, 4 er fühlt sich bewogen, ausführlich aus
einander zu setzen, dass die polnische Nation an der Prager
Universität keineswegs aus Polen allein, sondern ihrer Mehr-
heit nach aus Deutschen bestehe und daher unter die Deut-
schen gerechnet werden könne. Der Ausdruck surda Polonia
oder surdi Poloni kehrt mehrfach und gelegentlich mit einer
verächtlichen Nebenbedeutung wieder.5 Ein guter Theil seines
Zornes, den er über den König Wenzel ausschüttet, geht auf
den Umstand zurück, dass derselbe den Abzug der Deutschen
begünstigt habe. An mehreren Stellen wird er deshalb geradezu
als Feind der Deutschen bezeichnet.
In religiöser Beziehung nimmt Ludolf den streng katho-
lischen Standpunkt ein. Doch geht er keineswegs so weit, dass
er offenbare Missbräuche in Schutz nehmen würde, wir finden
vielmehr, dass er die letzteren in scharfer Weise angreift.
Ueber die Art und Weise, wie in seinen Tagen der Ablass
missbraucht wurde, zum Zwecke des Gelderwerbes, ist Ludolf
sehr schlecht zu sprechen. Er schilt die Vollstrecker der
v
I-
a
1 Cap. 30 des tract. de long. schism.
2 Ad recessum a loco faciliorem pedem habuerunt, quia ibi scisma et
heresim vilem dominari verisimili coniecturacione videbant.
Pars II, Cap. 12: Expedit Teutunicis cautos esse, qualiter se associent
Bohemis . . . . Teutunice gentis homines, quibus hec aut illis similia
possint contingere, cautos et preparatos esse deprecor in futurum.
Cap. 30: Ex quibus multo plures in ea (sc. nacione) fuerant, quam de
Polonis surdis, qui Teutunicum ignorant.
5 Ursprünglich wohl nur ähnlich gebraucht wie das Wort Niemci: die
Stummen von den Slaven den Deutschen gegenüber.
Archiv. Bd. LX. II. Hälfte.
3
26