z 223 stránek
Titul
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II
III
IV
V
VI
Einleitung
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Inhalt
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Název:
Beiträge zur Geschichte der Hussitischen Bewegung III. Der Tractatus De longevo Schismate - Ludolf von Sagan (Archiv für österreichische Geschichte, vol. 61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
223
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+217
Obsah:
- I: Titul
- 345: Einleitung
- 381: Edice
- 556: Inhalt
Strana 400
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In vielen anderen Punkten, namentlich aber gegen die
Vorwürfe der Husiten wird Sigismund von Ludolf in Schutz
genommen. Was den Umstand anbelangt, dass Sigismund
seinen eigenen Geleitsbrief gebrochen habe, so habe dies keine
Geltung, denn Sigismund habe dem Johannes Hus ein sicheres
Geleit nicht geben dürfen, nur in diesem letzten Punkte habe
der König daher gefehlt.2 Wenn dann geklagt werde, dass
alle Häretiker und Schismatiker freies Geleite zum Constanzer
Concil erhalten hätten, und trotzdem Hieronymus verbrannt
worden sei, so weist Ludolf nach, dass dieser Sachverhalt un-
richtig sei. Das Concil von Constanz sei nach den Statuten
des Pisaner zusammenberufen und nach dem Vorgang desselben
gefeiert worden. Auf dem Pisaner Concil wären nun freilich
Schismatiker, wie Griechen und Armenier frei gewesen, ebenso
jene Leute, die einer anderen Obödienz angehörten, dagegen
hätte sich ein böhmischer Ketzer flüchten müssen, um nicht
in Untersuchung zu kommen.3 Ludolf weist in ähnlichem
Sinne die meisten Vorwürfe ab, die auf dem Czaslauer Land-
tag gegen Sigismund erhoben wurden, er spricht also, dass die
Böhmen sich unpassender Weise ihres christlichsten König-
reiches rühmen, diesen Namen habe dasselbe seit jüngster Zeit
eingebüsst. Wenn ein utraquistischer Bürger aus Prag in Breslau
dem Feuertode übergeben worden sei, so sei demselben kein
Unrecht zugefügt worden, denn wer zum Hohne der Kirche
hartnäckigen Sinnes das Abendmahl sub utraque nehme, müsse
für einen Häretiker gehalten werden.5 Am ausführlichsten
widerlegt Ludolf die Vorwürfe, welche Sigismund von den
Husiten wegen der Verleihung der Mark Brandenburg gemacht
wurden. Sigismund sei als römischem Könige das volle Recht
zugestanden, dasselbe sei von seinen Vorgängern häufig aus-
geübt worden, denn einstens war das Kaiserthum reich, heute
sei es erschöpft und geschwächt, kaum habe es noch, wo es
1 Pars II, Cap. 22 ff.
2 Ib. Cap. 22: Rex Sigismundus non potuit dare securum conductum Jo-
hanni Hus ad concilium Constanciense.
3 Ibid.
1 Ib. Cap. 23: Bohemi gloriantur inconvenienter de christianissimo suo
regno.
5 Communicans contiunaciter et in contemptum ecclesie sub utraque specie,
pro hieretico est habendus.