z 223 stránek
Titul
I
II
III
IV
V
VI
Einleitung
345
346
347
348
349
350
351
352
353
354
355
356
357
358
359
360
361
362
363
364
365
366
367
368
369
370
371
372
373
374
375
376
377
378
379
380
Edice
381
382
383
384
385
386
387
388
389
390
391
392
393
394
395
396
397
398
399
400
401
402
403
404
405
406
407
408
409
410
411
412
413
414
415
416
417
418
419
420
421
422
423
424
425
426
427
428
429
430
431
432
433
434
435
436
437
438
439
440
441
442
443
444
445
446
447
448
449
450
451
452
453
454
455
456
457
458
459
460
461
462
463
464
465
466
467
468
469
470
471
472
473
474
475
476
477
478
479
480
481
482
483
484
485
486
487
488
489
490
491
492
493
494
495
496
497
498
499
500
501
502
503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
515
516
517
518
519
520
521
522
523
524
525
526
527
528
529
530
531
532
533
534
535
536
537
538
539
540
541
542
543
544
545
546
547
548
549
550
551
552
553
554
555
Inhalt
556
557
558
559
560
561
Název:
Beiträge zur Geschichte der Hussitischen Bewegung III. Der Tractatus De longevo Schismate - Ludolf von Sagan (Archiv für österreichische Geschichte, vol. 61)
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
223
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+217
Obsah:
- I: Titul
- 345: Einleitung
- 381: Edice
- 556: Inhalt
Strana 367
367
wurde in Breslau ein solcher Namens Stephan in mehr als
50 Artikeln des Irrthums der Lehre geziehen. Seine Artikel,
von denen die Saganer Klosterchronik einzelne anführt, stimmen
indess weniger mit den irrigen Sätzen Wicliffs, als vielmehr
mit den Artikeln der Waldesier überein, wie man dieselben
in Handschriften des ausgehenden 14. Jahrhunderts ziemlich
häufig findet.
Ein besonderer Gelehrter ist der Sectirer nicht gewesen,
er gab nach dem Fortsetzer der Chronik Ludolfs auf kein
Argument eine passende Antwort. Alle Versuche, ihn zu wider-
legen, scheiterten an seinen Entgegnungen, und da er keine
anderen Beweise gegen sich gelten liess als solche, die der
heiligen Schrift entnommen waren, so behauptete er sich selbst
gegen gelehrte Männer, von denen einzelne durch seine vor-
sichtigen Antworten bewogen ihn vor dem Bischofe entschul-
digten. Der letztere rief endlich den Abt Ludolf herbei, um
mit dem Sectirer zu disputiren. Dieser erschien mit dem Stifts-
capitular Johann von Sternberg aus Sagan in Breslau, gegen
diese beiden Männer konnte sich Stephan, trotzdem er mit
seinen alten Waffen kämpfte, nicht behaupten, er wurde, wie
die Klosterchronik rühmend zu erzählen weiss, von dem Abte
Ludolf bezwungen und starb noch in demselben Jahre den
Tod auf dem Scheiterhaufen, 1 das Datum dieses Ereignisses
wird von der Klosterchronik zweimal mit solcher Genauigkeit
berichtet, 2 dass wohl ein Zweifel an demselben kaum zulässig
ist, was deswegen hervorgehoben werden muss, weil Fiebiger 3
1
2
confessiones non missi ab ecclesia nec ordinati, ein Satz, der mit dem
ersten Stephanischen im Wesen übereinstimmt. Desgleichen wird daselbst
gegen die Verehrung des Heiligen geeifert. Der Umstand mag deswegen
hier erwähnt werden, weil Heyne a. a. O. II. pag. 442 bemerkt, dass
Stephan zu den Irrlehren Wicliffs neigte, die er öffentlich verkündigte.
Die Uebereinstimmung mit den 46 Artikeln Wieliffs (s. Höfler Concilia
Pragensia pag. 43. Cochlaeus hist. Hus. I. 9) ist eine sehr geringe;
man wird sie noch eher darin suchen können, dass er sich in allen seinen
Aeusserungen auf die Bibel beruft, aus der allein er eine Widerlegung
annimmt. In Oxford ist er allerdings drei Jahre in Haft gewesen.
Cat. abb. Sag. pag. 252.
p. 251. Fuit tempore huius venerandi patris anno quarto (1398) . . .
Tandem combustus anno domini 1398.
Zu Henelius, Sil. rer. cap. VII. pag. 453. Kloso, Doc. Gesch. II. Bd.
Th. 2. p. 17.