z 465 stránek
Titel
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Ib
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Id
Inhaltsübersicht
I
II
Vorwort
III
IV
V
VI
Edition
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Chronologisches Verzeichnis
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Orts-Personen-Namen Register
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Zusätze und Verbesserungen
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- s. 93: … zu führen. da er für den bevorstehenden Kampf mit der Republik Venedig seine ganze Kraft bereil halten mußste und die Ungarn für…
- s. 172: … mochte es nun Polen und Litthauen oder die mächtig aufstrebende Republik Venedig sein. Es ist nicht unsere Aufgabe, das Verhältnis K. Sigmunds…
- s. 173: … Wahrheit, wenn er dem Deutschorden zu seinem Recht verhelfe, die Republik Venedig an der Ausbreitung ihrer Herrschaft in Oberitalien hindere und die…
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Band VII. Abt. 1. (1410–1420)
Autor:
Kerler, Dietrich
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
München
Počet stran celkem:
465
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Inhaltsübersicht
- III: Vorwort
- 1: Edition
- 421: Chronologisches Verzeichnis
- 429: Orts-Personen-Namen Register
- 454: Zusätze und Verbesserungen
Strana 172
Reichstag zu Speier
im Juli 1414.
Das erste Jahrzehnt der Regierung Sigmunds als römischen Königs ist, wenn man
von den beiden Wahltagen 1410 und 1411 absicht, wenig ergiebig für unsere Sammlung.
Als Herrscher eines fernen Landes, welches schon seit langer Zeit wenig Berührung mit
Deutschland gehabt, hatte Sigmund, obgleich Bruder des römischen Königs, doch gerade
nie einen hervorragenden oder dauernden Antheil an der Entwickelung der deutschen Dinge
vor 1410 genommen. Jahre lang musste er die wechselvollsten blutigsten Kämpfe theils zur
Sicherstellung Ungarns mit den östlichen Nachbarn, theils für sich um die ungarische
Krone mit K. Ladislaus von Neapel und den Parteien im eigenen Lande führen. Und 10
als er sich endlich sicherer auf dem Throne zu fühlen und als nach Bajasids Tode
1403 auch die von den Osmanen drohende Gefahr zu schwinden begann, war er vollauf
in Anspruch genommen sowol durch die in großsem Maßistab von ihm unternommenen
Reformen und Organisationen im Innern seines Reiches, als auch durch neue Aufgaben
seiner auswärtigen Politik. Die Zerrüttung, welcher das Osmanenreich nach Bajasid
verfiel, benützte er, um Serbien und Bosnien unter die ungarische Botmäfsigkeit zurück-
zuführen, was denn auch nach dreijährigem Krieg — indessen nur auf kurze Zeit —
gelang. In Österreich schuf er sich eine äußerst wichtige Position dadurch, daß er den
minderjährigen Herzog Albrecht IV seinen um die Vormundschaft über ihn sich befehden-
den Oheimen entrißs und als künftigen Schwiegerschn mit starken Banden an sich 20
knüpfte. Die Folge war freilich ein äusserst gespanntes ja feindseliges Verhältnis zu
den beiden Herzogen Ernst und Friedrich, welche, zu schwach um mit eigenen Kräften
den Pressburger Spruch von 1411 Okt. 30 umzustoßien. Verbündete suchten wo sich ihnen
solche boten, mochte es nun Polen und Litthauen oder die mächtig aufstrebende Republik
Venedig sein. Es ist nicht unsere Aufgabe, das Verhältnis K. Sigmunds zu K. Wla- 25
dislaw von Polen und Großfürst Witold von Litthauen einerseits und dem Deutschorden
andererseits, wie es während des zweiten Dezenniums des 15 Jahrhunderts verschiedene
Phasen durchlief, im Einzelnen darzulegen: wir haben in der Folge nur an geeignetem
Ort von der Stellung zu reden, welche von deutschen Reichsversammlungen zu dem Ringen
des Ordensstaats mit dem andringenden Slaventhum eingenommen wurde. Selten kamen 30
die Streitfragen zwischen dem Deutschorden und Polen vor das Forum eines deutschen
Reichstags. Dagegen stand der König seit 1410 fortwährend zwischen den beiden
Gegnern, bald auf diese bald auf jene Seite sich schlagend. Von einer konsequenten
Bestimmung und Begränzung seiner Politik durch deutschnationale Aufgaben und Ziele
ist bei ihm keine Rede. Seine ins Weite gehenden Plane und vielumfassenden Entwürfe 35
erlitten dadurch, daf er an die Spitze der deutschen Nation gestellt wurde, so wenig
eine Beschränkung, dafs er vielmehr jetzt an die alte Kaiseridee anzuknüpfen als welt-
liches Haupt der Christenheit und Schirmherr der Kirche aufzutreten und die Univer-
salität seines hohen Berufes in volltönenden Worten zu verkündigen liebte. Was er nach
seiner Wahl unternahm, stellte er besonders gerne in das Licht jener Mission.
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