z 530 stránek
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Inhaltsübersicht
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Abt. 1. Hälfte 1 (1440-1441)
Autor:
Herre, Hermann
Rok vydání:
1912
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
530
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorbemerkung
- 1: Edice
Strana 280
280
Beabsichtigter Reichstag zu Nürnberg am 30. November 1440 bezw. 6. Januar 1441.
Ulm hatte nun die Ritterschaft brieflich zu sich gebeten und ihr jene Antworten
der Städte mitgeteilt. Darauf hatten die Ritter einen neuen Entwurf zu einem Land-
friedensbunde vorgelegt, der ihnen von den Grafen von Württemberg mit dem Ersuchen
zugesandt worden war, ihn an die Städte zu bringen. Sie hatten um Annahme dieses
Entwurfes und um Kassierung der Beschlüsse des Ulmer Städtetages, unserer nrr. 54
und 55, ersucht. Demgegenüber hatte Ulm wiederholt auf die oben erwähnte Erklärung
der Städte hingewiesen. Schließlich hatte es sich aber doch bereit erklärt, den Städten
jenen neuen Entwurf vorzulegen.
Diese Verhandlungen zwischen Ulm und der Ritterschaft, die im einzelnen nicht
genau datiert werden können, hatten im Laufe des Februar stattgefunden. Sie veranlaßten 10
Ulm, den Schwäbischen Städtebund für den 11. März nach Ulm zu berufen.
aa. Tag des Schwäbischen Städtebundes zu Ulm am 11. März 1440 nr. 175-178.
Die Einladungen Ulms zum Städtetage, von denen wir, wie meist, nur die an Nörd-
lingen gerichtete in unserer nr. 176 mitteilen können, ergingen am 28. Februar. Die
Tagesordnung enthielt außter der oben berührten Bündnisfrage und einigen anderen An- 15
gelegenheiten auch die Aufforderung Konrads von Weinsberg an verschiedene Städte, das
bei ihnen gesammelte Griechenablaßgeld an das Konzil abzuliefern (nr. 176 art. 6).
Kurz nachdem die Einladungen ausgesandt waren, vermutlich in den ersten Tagen
des März, fand eine Zusammenkunft Ulmer und Nördlinger Gesandten mit einer Ab-
ordnung der Ritterschaft in Dillingen statt, bei der es sich anscheinend um die gemein- 20
same Bekriegung des Grafen Hans von Öttingen und seiner Verbündeten handelte (vgl.
nr. 177 art. 2). Im Verfolg der dort gepflogenen Besprechungen übersandte die Ritter-
schaft dem Ulmer Rat einen nicht näher bekannten Entwurf zu einer Einung der Schwä-
bischen Städte mit ihr. Ob diese Einung ganz allgemein gehalten oder nur gegen den
Grafen von Ottingen gerichtet sein sollte, ist nicht klar. Ulm schrieb darüber am 6. März 25
an Nördlingen (nr. 178) und nahm zugleich diese Angelegenheit noch unter die Beratungs-
gegenstände der bevorstehenden Tagung auf.
Wir erfahren leider nicht, welche Mitglieder des Schwäbischen Städtebundes den
Ulmer Tag beschickten. Auch der Abschied des Tages fehlt. Aber wir können uns auf
Grund unserer nr. 175 und eines Briefes Ulms an Nördlingen vom 11. Mai (nr. 181 30
art. 5) doch wenigstens von den Verhandlungen über den Landfriedensbund und von ihrem
Ergebnis ein ungefähres Bild machen.
Ulm wird also den Anwesenden den oben erwähnten neuen Bundesentwurf der
Grafen von Württemberg, unsere nr. 175, mitgeteilt haben. Inhaltlich wich dieses Schrift-
stüch nicht allzu stark von der am 29. Januar in Ulm vereinbarten Bundesurkunde 35
(nr. 56) ab; in mancher Beziehung, auch in der Form, erinnerte es an jenen Entwurf,
den die Grafen der Ritterschaft in Kirchheim vorgelegt hatten (nr. 45). Aber es waren,
wie Ulm schon am 28. Februar an Nördlingen geschrieben hatte (nr. 176 art. 4), „et-
lich artikel gekúrzert und etlich darin gesetzet“. Der Text der Artikel war meist viel
knapper gefaßt als in der Urkunde vom 29. Januar. Außerdem waren die artt. 2 40
und 5 beseitigt; jener war freilich belanglos, dieser aber hatte frommen Leuten, Pilgern,
Landfahrern, Kaufleuten und Kaufmannsgütern Geleit gesichert, das ihnen nun, wie in
jenem Kirchheimer Entwurf, wenn auch wohl kaum versagt, so doch nicht bedingungslos
gewährt werden sollte. Dafür war zwischen die artt. 7 und 8 ein neuer Artikel (nr. 175
art. 5) eingeschoben, der die Rückwirkung des Bundes auf ältere Einungen, Bündnisse, 45
Burgfrieden, Gelöbnisse und Eide ausschloß.
Die Bedenken der Städte werden sich wohl weniger gegen den neuen Artikel als
gegen die Streichung des für sie besonders wichtigen fünften und vielleicht auch gegen
die allzu knappe Form einiger anderen Artikel gerichtet haben. Sic beschlossen, am Ver-
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