z 530 stránek
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Inhaltsübersicht
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Abt. 1. Hälfte 1 (1440-1441)
Autor:
Herre, Hermann
Rok vydání:
1912
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
530
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorbemerkung
- 1: Edice
Strana 300
300
Beabsichtigter Reichstag zu Nürnberg am 30. November 1440 bezw. 6. Januar 1441.
Es konnte sich dabei nur um die beiden Fragen handeln, ob in der Neutralität zu
verharren sei oder nicht und, wenn man sich für letzteres entschied, ob man sich zur
Obödienz Eugens IV. oder zu der Felix' V. bekennen solle. Die Hauptschwierigkeit lag
natürlich in der zweiten Frage. Denn trotz der Neutralitätserklärung war die Stellung
des Deutschen Klerus zum Schisma keine einheitliche. Sowohl Eugen wie Felix verfüigten
über einen bedeutenden Anhang. Eine eigenmächtige Entscheidung der drei Kirchen-
fürsten für den einen oder den anderen der beiden Päpste barg darum die Gefahr eines
Konfliktes mit der gegnerischen Obödienz in sich und konnte den Anlaß zu kirchlichen
Wirren geben, deren Folgen für das ohnehin schon durch innere Kämpfe beunruhigte
Reich schwer abzuschen waren. Aus dieser Sachlage ergab sich für die drei Kirchen- 10
fürsten die Notwendigkeit, sich zunächst mit ihren Suffraganen über die künftig zu be-
obachtende Haltung in der Kirchenfrage zu verständigen und erst dann auf Grund des
erzielten Ergebnisses die eigene Haltung und die dem König zu erteilenden Ratschläge
zu bestimmen.
Demgemäß berief Erzbischof Dietrich von Mainz seine Suffragane für den 16. August 15
nach Aschaffenburg, Erzbischof Dietrich von Köln die seinigen für den 8. Oktober nach
Köln. Uber das Verfahren des Erzbischofs Jakob von Trier haben wir keine Kunde.
Vermutlich hat er seine drei Suffragane nicht zu einer Synode berufen, sondern sich auf
anderem Wege über ihre Ansichten unterrichtet.
Die Aschaffenburger und Kölner Synode, deren Akten wir in unseren litt. a und b 20
zusammenstellen, haben bisher in der einschlägigen Literatur 1 wenig Beachtung gefunden.
Wohl sind manche hierher gehörige Aktenstücke veröffentlicht und besprochen worden, vor
allen die in unseren nrr. 246 und 254 von neuem abgedruckten Gutachten der Universi-
täten Erfurt und Köln, aber die Bedeutung der beiden Synoden für die Geschichte der
kirchlichen Streitigkeiten, ihr Zusammenhang mit dem geplanten Nürnberger Reichstag, 25
Art und Zweck ihrer Berufung und Verlauf und Ergebnis ihrer Verhandlungen, das
alles ist bisher so gut wie unbekannt geblieben. Künftig wird man ihnen nun auf Grund
unserer Aktensammlung in der Darstellung der Geschichte der kurfürstlichen Neutralität
etwas mehr Platz und etwas größere Bedeutung einräumen müssen, als es bisher ge-
schehen ist.
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a. Synode der Mainzer Kirchenprovinz in Aschaffenburg am 16. August 1440 nr. 232�249.
Das Formular für die Einladungen des Erzbischofs Dietrich, das wir in unserer
nr. 232 vorlegen, ist nicht datiert. Es wird in die ersten Tage des Juni zu setzen sein,
da der Erzbischof noch in dem Glauben ist, daß der Nürnberger Reichstag schon am
29. September stattfinden werde 2, und da die in nr. 233 mitgeteilte Antwort des Bischofs 35
von Eichstätt das Datum des 10. Juni hat.
Als Termin der Synode wird der 16. August genannt, als ihr Zweck die Be-
sprechung der kirchlichen Mißstände, gegebenenfalls die Verabredung einer Erklärung,
welchem der streitenden Teile Gehorsam zu leisten sei, ob Papst Eugen oder dem Baseler
Konzil. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß der Erzbischof den Rat seiner Suffragane 40
im Hinblick auf die Vorschläge wünsche, die er dem König auf dem Nürnberger Reichs-
tage für die Lösung der Kirchenfrage machen solle.
Uber den Kreis der Eingeladenen kann natürlich kein Zweifel bestehen. Er be-
schränkte sich auf die Suffragane des Erzbischofs, die Bischöfe Sigmund von Würzburg,
Albrecht von Eichstätt, Peter von Augsburg, Heinrich von Konstanz, Magnus von Hildes- 45
heim, Johannes von Verden, Burchard von Halberstadt, Konrad von Chur, Konrad von
Sie ist in den Quellenbeschreibungen der in
den litt. a und b mitgeteilten Akten angeführt.
2
Vgl. S. 273.