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Titul
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- s. 389: … Thron und die Bedürfnisse, die die Regierungsübernahme, die Behauptung des Königreichs Böhmen und die geplante Krönung in Aachen hervorriefen (s. nrr. 229-231).…
- s. 712: … Reichstag vorgetragenen?] Gründe für zu K. Albrechts Recht auf das Königreich Böhmen. ƒ1438 zu Oktober 19 bis 26 1.] Okt. 19 bis…
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Abt. 1. Hälfte 2 (1438)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
555
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Inhaltsübersicht
- 377: Edice
- 901: Chronologisches Verzeichnis
- 923: Zusätze und Verbesserungen
Strana 389
Einleitung.
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1442, den wir mit ziemlicher Sicherheit dem Magdeburger Domherrn Heinrich Toke zu-
schreiben können, wird erzählt, daß König Albrecht die Absicht gehabt habe, die große
Kodifikation 1 des Herzogs Amadeus VIII von Savoyen ins Deutsche übersetzen zu lassen.
Dieses Werk einer das gesamte öffentliche und private Leben ergreifenden Gesetzgebung,
wie umfassender und weitreichender wohl noch keines in einem Europäischen Staate zu-
stande gekommen war, war am 17. Juni 1430 publiziert worden. Auf dem Baseler
Konzil war Anfang 1433 der Protektor Herzog Wilhelm von Baiern darauf aufmerksam
geworden — einer der Mitarbeiter an der Gesetzgebung, Nicodus Festi, war Gesandter
des Herzogs von Savoyen am Konzil — und hatte dem Herzog seinen Beifall und den
Wunsch ausgesprochen, das Baseler Konzil möge Ahnliches erreichen2. Es ist also
durchaus nicht ausgeschlossen, daß auch König Albrecht Kenntnis von dem Werke Ama-
deus' VIII besaß und es für Deutschland nutzbar zu machen plante. Gewißheit wird
sich freilich darüber wohl niemals gewinnen lassen.
E. Besteuerung der Juden nr. 227-240.
Es waren Sigmundische Traditionen, vertreten in den auch unter der neuen Regie-
rung in ihren Amtern gebliebenen Ratgebern des verstorbenen Kaisers, die es König Al-
brecht nahe legten, sich alsbald nach seinem Regierungsantritt der Jüdischen Finanzkraft
zu versichern.
Unter den mannigfachen Beratungen und Beschlußfassungen, die in Laufe des Mai
20 am Hoflager zu Wien den newen König und seine Ratgeber beschäftigten, spielte daher
auch die Inangriffnahme einer gegen die Juden gerichteten Steucraktion eine Rolle.
Die Begründung war bald gegeben: das Beispiel der Vorgänger auf dem Thron und
die Bedürfnisse, die die Regierungsübernahme, die Behauptung des Königreichs Böhmen
und die geplante Krönung in Aachen hervorriefen (s. nrr. 229-231). Viel weniger noch
25 als nach Sigmunds Kaiserkrönung konnte man sich mit dem Motiv der Krönung allein be-
gnigen 3, da sie ja noch gar nicht vollzogen und ganz ungewiß war, wann sie stattfinden werde,
wenn man andererseits auch, schon um des historischen Zusammenhangs willen, nicht ganz
darauf verzichten mochte. Man suchte also nach weiteren Gründen und fand sie schon in
der Wall zum König und im Regierungsantritt und weiter in den ersten dringenden Auf-
30 gaben des neuen Herrschers. Wir werden später schen, wie im Frühjahr 1439, als die
Krönung in weite Ferne gerückt und der Kampf um Böhmen vorläufig zur Ruhe ge-
bracht war, nun die Wall allein zur Begründung genügen mußtte. Aus der Krönungs-
steuer ist so eine Wahlsteuer geworden.
Wie in den Jahren 1414 und 1434, so war auch jetzt die von den Juden ein-
35 zuziehende Steuer des dritten Pfennigs als Vermögenssteuer gedacht.
Die ersten Maßnahmen bestanden darin, Anhaltspunkte für den Umfang der ge-
planten Besteuerung zu finden. Hier mußtte der Erbkämmerer Konrad von Weinsberg,
1434 der hauptsächlichste Träger der Aktion, hilfreich beispringen. In großter Eile ver-
faßte er ein Verzeichnis der Reichsstände, in deren Gebieten nach seinem Dafürhalten
40 sich Juden aufhielten (nr. 227), und stellte aus bloßter Erinnerung die Summen zusammen,
die bei jener letzten großen Besteuerung eingelaufen waren (s. RTA. 11 nr. 165): Kon-
rad von Weinsberg war also offenbar unvorbereitet, und es muß daher gewissen Zweifeln
unterliegen, ob man gerade ihm, wie ja nahe läge, die Anregung zu der Steueraktion zu-
schreiben darf. Zugleich stellte im Auftrage des Königs oder des Erbkämmerers ein
45 1 Vgl. Statuta Sabaudiae, per Silva, Taurini
(Dresden Kgl. Bibl. Ms. 172b fol. 57a cop. chart.
1505 fol. 1a-81b.
saec. 15).
3
Vgl. Schreiben Hzg. Wilhelms von Baiern an
Vgl. hierzu RTA. XI S. XXXf. und S. 192.
Hzg. Aymo von Savoyen vom 18. Februar 1433
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