z 382 stránek
Titul
Ia
Ib
Inhaltsübersicht
I
II
III
IV
Edice
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Abt. 1. Hälfte 1 (1438)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1908
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
382
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
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berg, Dekan zu Meißen, vielleicht auch die beiden Gesandten des Markgrafen von Branden-
burg (s. nr. 197, II). Sie fanden in Wien schon eine anschnliche Versammlung vor.
Außter dem König selbst weilten am Hofe seine Vettern, Herzog Friedrich der jüngere
und Herzog Albrecht, die Söhne des verstorbenen Herzogs Ernst von Steiermark", Ver-
treter Herzog Friedrichs mit der leeren Tasche, Grafen von Tirol, der Gesandte des 5
Papstes Bischof Johann von Zengg und der päpstliche Auditor Johannes von Palomar, die
Gesandten des Baseler Konzils Magister Johannes von Ragusa und Dr. Johannes Pul-
chripatris (Beaupère), Bischof Bartholomäus Visconti von Novara als Bevollmächtigter
des Herzogs von Mailand und in seinem Gefolge Enea Silvio Piccolomini, der spätere
Pius II; Gesandte des Herzogs von Burgund werden nur von einem Augenzeugen ge-
nannt 2. Ferner sind noch zu erwähnen die Ratgeber des Königs, die Bischöfe Leonhard
von Passau und Nikodem von Freising, Kaspar Schlick, Konrad von Weinsberg, Haupt
von Pappenheim und andere mehr; ferner die Gesandten Frankfurts und Nürnbergs,
Barone und Edle Österreichs, Ungarns, Böhmens und Abgesandte Österreichischer und
Ungarischer Städte 3. Am 24. April baten die Gesandten der Kurfürsten um Audienz, 15
konnten sie aber, wegen dringender Beschäftigung des Königs, erst am 27. erhalten. An
diesem Tage, einem Sonntag, überreichte 4 in feierlicher Versammlung im Saal der herzog-
lichen Burg der Kanzler des Erzbischofs von Mainz, Heinrich Leubing, dem König mit
ciner Ansprache die Beglaubigung der Gesandten. Sodann übergab der zweite Gesandte
des Erzbischofs von Mainz, Konrad Schenk von Erbach, das Original des Wahldekrets 20
vom 18. März, wobei der Kanzler des Pfalzgrafen, Ludwig von Ast, eine längere Rede
an den König richtete und in deren Verlauf das Wahldekret verlas. Sofort antwortete
König Albrecht, ohne sich vorher mit seiner Umgebung zu besprechen. Er dankte den
Kurfürsten für die einträchtige Wahl und für ihren guten Willen, den sie ihm dadurch
bewiesen, erbat sich aber noch Bedenkzeit. Am Abend des 28. April sandte Albrecht 25
die Bischöfe von Passau und Freising mit stattlichem Gefolge zu den kurfürstlichen
Gesandten und ließ sie zum folgenden Tage, den 29. April, in die Stephanskirche
bitten, wo er ihnen seine Antwort erteilen wollte. Als der Augenblick herangekommen,
las der Bischof von Passau die Messe; dann hielt ein Beauftragter des Königs, in dem
wir den bekannten Geschichtschreiber Österreichs, Dr. Thomas Ebendorfer, zu erkennen 30
glauben, eine lateinische Rede an die Gesandten und erklärte zum Schluß die Geneigt-
heit des Königs, trotz schwerster Bedenken den dringenden Bitten aller Anwesenden nach-
geben und die Wahl annehmen zu wollen. Darauf wurde der lateinische Wortlaut der
Annahmeerklärung König Albrechts verlesen und diese dann dem versammelten Volke in
deutscher Ubersetzung mitgeteilt. Im Namen der Kurfürsten dankte alsbald der Kölner 35
Gesandte, Meister Tileman, dem König und allen, die ihm zur Annahme der Wahl geraten
hätten, worauf dann auf Befehl des Königs ein ungenannter Doktor die Notare auf-
forderte, zu ewigem Gedächtnis Instrumente 5 über den Vorgang anzufertigen. Mit Ge-
sang des Tedeum, Orgelspiel, Chorgesang und Glockengeläut schloß die Feier.
1
Altmann, Die Wahl Albrechts II S. 61 und
v. Kraus, Deutsche Geschichte im Ausgang des
Mittelalters 1, 15 bezeichnen als in Wien anwe-
send Albrechts Vettern, die Herzöge Ernst (!) und
Friedrich von Österreich.
2
Von Thomas Ebendorfer in seiner Chronica
regum Romanorum, vgl. unten S. 23 Anm. 10.
3
Vgl. folgende Aufzeichnung in München Hof-
u. Staatsbibl. cod. lat. 17543 fol. 221a not. chart.
saec. 15: -- fuerunt presentes -- legati domini
apostolici Eugenii pape IV, de sacrosancta synodo
Wasiliensi, domini Angli ducis de Mediolano, sex
doctores et sex milites missi ab electoribus, domini 40
Friderici ducis Austrie senioris neenon junioris [sic],
dominorum de Nova Civitate ac quam plures ab aliis
civitatibus congregati etc., videlicet de Prawsswrg
[sic], et baronum et nobilium de Hungaria, Austria
et Wohemia.
4 Die Schilderung des Hergangs bei Altmann,
Die Wahl Albrechts II S. 62-63 und bei v. Kraus,
Deutsche Geschichte im Ausgang des Mittelalters
1, 16 ist irreführend.
5
Diese Instrumente sind uns nicht crhalten. 50
10
45
Wahltag zu Frankfurt März 1438.