z 382 stránek
Titul
Ia
Ib
Inhaltsübersicht
I
II
III
IV
Edice
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Abt. 1. Hälfte 1 (1438)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1908
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
382
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
Strana 42
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Wahltag zu Frankfurt März 1438.
Um das Reich in seiner Gesamtheit für die Politik der Neutralität zu gewinnen,
schien es zu genügen, wenn man sich der Zustimmung der Deutschen Kirchenprovinzen
versicherte: die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier waren als Kurfürsten an den
Frankfurter Beschlüssen in erster Linie beteiligt, an die vier Erzbischöfe von Salzburg,
Magdeburg, Bremen und Riga, von denen die beiden ersteren in Frankfurt Vertreter
gehabt hatten, jedoch ohne Vollmacht zum Beitritt, erging noch von Frankfurt aus ein
Schreiben der Kurfürsten mit der Aufforderung, die Frankfurter Beschlüsse in ihren
Kirchenprovinzen verkündigen zu lassen und den Erzbischof von Mainz von der Aus-
führung zu benachrichtigen (s. nrr. 138 artt. 2 u. 3; 146; 150 art. 6). Nur für die
Mainzer Kirchenprovinz erfahren wir, daß der Erzbischof seine und seiner Mitkurfürsten 10
Politik teils auf dem schon Ende Februar angesagten 1 Provinzialkonzil zu Mainz am
30. März (s. nr. 150) teils durch schriftliche Mahnungen an die dort nicht vertretenen
Suffraganbischöfe und an die Ordensgeistlichkeit (s. nrr. 153 u. 154) zur Nachahmung
anempfahl. An die weltlichen Fürsten hat man sich nicht gewandt: man war wohl ge-
wiß, daß sie sich in dieser, vor allem doch kirchlichen Angelegenheit dem Vorgang der 15
geistlichen Fürsten anschließen würden, hatten sie zum Teil doch auch früher schon sich
bei diesen Rats geholt, wie sie sich verhalten sollten 2.
Dagegen informierte man einen auswärtigen Fürsten, König Heinrich von
England, von dem allerdings gerade zum Wahltage die Mahnung, ein Schisma zu
verhüten, eingetroffen war, über die getroffenen Maßnahmen und forderte zur Nachfolge 20
auf (s. nrr. 145 u. 150 art. 6). Seine Antwort bietet unsere nr. 169.
Hatte man so das Nötige getan, um ein einheitliches Auftreten des Reiches zu ge-
währleisten, so mußte gleichzeitig der Versuch gemacht werden, die beiden streitenden
Parteien selbst der Annahme einer Vermittelung geneigt zu machen. Zu dem Zweck
wurde noch in Frankfurt eine Gesandtschaft abgeordnet, bestehend aus dem Abt Johann 25
von Maulbronn, dem Propst von St. Severin zu Köln Dr. Heinrich von Erpel, den Dok-
toren Johannes von Lysura und Gregor Heimburg, die zunächst in Basel die Zustim-
mung des Konzils zur Vermittelungsaktion der Kurfürsten und noch einmal die Ein-
stellung des Prozesses gegen den Papst fordern sollten (s. nr. 155, I). Von Basel sollte
sie nach Ferrara gehen und beim Papste in derselben Richtung tätig sein, allerdings so
wohl kaum in der Weise, wie das in den Vorschlägen unserer nr. 139 empfohlen wurde;
denn diese Vorschläge widersprachen offensichtlich dem, worauf man sich in Frankfurt
geeinigt hatte, forderten sie doch sofortigen Widerruf der gegen Basel erlassenen Dekrete
und Anerkennung des Konzils, ohne vorhergehendes schiedsrichterliches Verhör der Par-
teien vor den kurfürstlichen Räten und ohne daß das Konzil zu gleicher Nachgiebigkeit 35
veranlaßt werden sollte. Die Beglaubigungen der Gesandten beim Konzil, beim Papst,
bei dem Kardinalskollegium, vielleicht auch bei Kardinal Cesarini besonders, endlich bei
dem Griechischen Kaiser haben wir in unseren nrr. 140-143.
Die Gesandtschaft ging nach Basel ab, ehe der Anschluß des neuen Königs an das
kurfürstliche Vorgehen erfolgt war, ja ehe Albrecht nur die Wahl zum Römischen König 40
angenommen hatte: die Vorschläge nr. 139 hatten gefordert, daß von den sechs Doktoren,
die die eine Hälfte der kurfürstlichen Gesandtschaft an König Albrecht bildeten, drei von
Wien nach Basel und drei nach Ferrara gehen sollten, König Albrecht aber jedem Teil
einen Vertreter zugesellen solle. Wenn man auf diesen Vorschlag nicht einging3, sondern
5
1
Vgl. S. 37.
2
Vgl. ebenda.
3
Nach den Darstellungen Pückerts, Kurfürst-
liche Neutralität S. 73, Hefeles, Konziliengeschichte
7, 772, v. Kraus', Deutsche Geschichte im Ausgange
des Mittelalters 1, 36, Bachmanns, Die deutschen
Könige und die kurfürstliche Neutralität S. 29 45
wäre die Gesandtschaft den Vorschlägen ent-
sprechend vor sich gegangen. Erst Joachimsohn,
Gregor Heimburg S. 56 f. hat den Sachverhalt richtig
erkannt.
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