z 382 stránek
Titul
Ia
Ib
Inhaltsübersicht
I
II
III
IV
Edice
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Abt. 1. Hälfte 1 (1438)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1908
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
382
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
Strana 32
Wahltag zu Frankfurt März 1438.
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nicht durchführbar sei, da gab Karl VII die einseitige Begünstigung des Konzils auf
und gefiel sich nun auch seinerseits in der Rolle des Vermittlers. Dadurch aber war
im Gegensatz zu der vorhergehenden Phase, in der Kaiser Sigmund die Französische
Politik hatte bekämpfen müssen, nunmehr eine Gemeinschaft der Interessen entstanden,
die der Gesandte König Albrecht gegenüber zum Ausdruck zu bringen hatte. Ein anderer
Auftrag betraf ein altes Ziel Französischer Expansionspolitik. Zu Ende des 13.
Jahrhunderts und bis in die Mitte des 14. hinein hatten die Französischen Könige wie-
derholt versucht, auf die schnellste und gründlichste Weise in den Besitz der alten
Burgundischen Lande mit ihren wichtigen Alpenpässen zu gelangen, nämlich durch die
vertragsmäßige Einwilligung des Reiches in die vollständige Abtretung des Königreiches 10
Arelat an die Französische Krone oder an einen Prinzen des königlichen Hauses von
Frankreich. Als diese Bestrebungen sich als unausführbar erwiesen, stimmte man die
Ansprüche etwas herab und versuchte auf anderem Wege zum Ziel zu gelangen. Und
damit hatte man schließlich Erfolg: Kaiser Karl IV ernannte in seinem letzten Lebens-
jahre, 1378, gegen Konzessionen in der östlichen Politik den Dauphin zum Reichsvikar 15
im Königreich Arelat mit Ausnahme Savoyens, und König Wenzel bestätigte diese Er-
nennung. Seine Nachfolger Ruprecht und Sigmund haben jedoch, ihrer ganzen anti-
französischen Politik entsprechend, die Ernennung nicht erneuert. Erst in den letzten
Jahren Sigmunds scheint die Angelegenheit aufs neue verhandelt zu sein, ohne daß ein
Abschluß erzielt worden wäre. Jetzt nun wollte man den Thronwechsel benutzen, um 20
aufs neue in den Besitz des Reichsvikariats zu gelangen 1, und der Gesandte hatte deshalb
den Versuch zu machen, wenn möglich, die für ewige Zeiten gültige Ernennung des
jedesmaligen Dauphin zum Reichsvikar zu erwirken; wenn das aber nicht durchzusetzen
war, dann sollte wenigstens die Ernennung sich bis auf den dritten oder zweiten Nach-
folger des jetzigen Dauphin erstrecken (s. nrr. 96 und 97). Diese Mission des Jean de 25
Werdes sollte nach Französischem Wunsche unterstützt werden durch Herzog Friedrich
den Alteren von Österreich, Grafen von Tirol, der seit 1427, namentlich aber seit dem
Vertrage von 1430 in engsten Beziehungen zu Karl VII stand: beide Könige, so wurde
von Französischer Seite dem Herzog nahegelegt, sollten ein Bündnis eingehen, das auch
das ganze Haus Österreich in sich schlösse, auf einem vom Römischen Könige zu be- 30
stimmenden Tage sollte dieses Bündnis feierlich besiegelt und in gemeinsamem Vor-
gehen gegenüber Papst und Konzil sollte es zunächst zum Ausdruck kommen (s. nr. 98).
Ob Herzog Friedrich diesem Ansuchen entsprochen hat, haben wir nicht ermitteln können.
Auf die Mission des Jean de Werdes werden wir bei späterer Gelegenheit noch zurück-
zukommen haben.
In ähnlicher Weise war man in England eifrig bemüht, in dem künftigen Rö-
mischen Könige einen Bundesgenossen, natürlich gegen Frankreich, zu gewinnen: man
brauchte dabei ja nur an das langjährige Bündnis zwischen dem verstorbenen Kaiser
und den Englischen Königen anzuknüpfen. Auf die Kunde vom Tode Kaiser Sigmunds
wurde Ende Januar, wahrscheinlich am 29., im geheimen Rate des Königs beschlossen, an 40
die Kurfürsten zu schreiben und sie unter Berufung auf das zwischen ihnen und dem
König bestehende Bündnis2 zu bitten, keinen Feind des Königs zum „Kaiser" zu wählen
(s. nr. 99 Anm.). Wir haben das Schreiben nicht gefunden; daß es abgegangen ist, wird
in dem Protokoll über die Sitzung des geheimen Rates vom 12. Mai ausdrücklich erwähnt 3.
zu Canterbury zwischen König Sigmund und König 50
Heinrich V am 15. August 1416 geschlossene Bünd-
nis bestätigt (vgl. RTA. 7 nr. 228).
3
Vgl. Proceedings and ordinances of the privy
council of England, ed. by Nicolas, 5, 96 Anm. 1
und 97.
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1 Dadurch widerlegt sich die Meinung Fourniers,
Le royaume d'Arles S. 514, daß Frankreich nach
1435 kein großes Gewicht mehr auf das im 14. Jahr-
hundert so lebhaft erstrebte Reichsvikariat gelegt
habe.
2
Die Kurfürsten hatten am 2. Mai 1417 das
50