z 382 stránek
Titul
Ia
Ib
Inhaltsübersicht
I
II
III
IV
Edice
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
205
206
207
208
209
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
235
236
237
238
239
240
241
242
243
244
245
246
247
248
249
250
251
252
253
254
255
256
257
258
259
260
261
262
263
264
265
266
267
268
269
270
271
272
273
274
275
276
277
278
279
280
281
282
283
284
285
286
287
288
289
290
291
292
293
294
295
296
297
298
299
300
301
302
303
304
305
306
307
308
309
310
311
312
313
314
315
316
317
318
319
320
321
322
323
324
325
326
327
328
329
330
331
332
333
334
335
336
337
338
339
340
341
342
343
344
345
346
347
348
349
350
351
352
353
354
355
356
357
358
359
360
361
362
363
364
365
366
367
368
369
370
371
372
373
374
375
376
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Abt. 1. Hälfte 1 (1438)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1908
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
382
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
Strana 26
26
Wahltag zu Frankfurt März 1438.
c. Verhalten Frankfurts zur Wahl nr. 54�63.
Frankfurt war nach den Bestimmungen der Goldenen Bulle verpflichtet, den Kur-
fürsten und ihrem Gefolge Schutz und Sicherheit in der Wahlstadt eidlich zu gewähr-
leisten, für einen ausreichenden Lebensmittelmarkt zu sorgen und während der Zeit
der Wahlhandlungen außer den Kurfürsten, deren jeder nicht mehr als fünfzig Be- 5
waffnete und zweihundert Pferde mit sich bringen durfte, niemand den Eintritt in die
Stadt zu erlauben.
Wie Frankfurt diesen Verpflichtungen gerecht zu werden suchte, zeigen unsere
nrr. 55-60 und 63, wozu noch nr. 35 aus lit. Bb und nr. 196 aus lit. E heranzuziehen
sind. Schon einen Monat vor der Wahl, am 18. Februar, begann man mit den Vor- 10
bereitungen, obgleich, wie die Frankfurter Registratur ausdrücklich verzeichnet, der Erz-
bischof von Mainz und auch die übrigen Kurfürsten es nicht für nötig erachtet hatten,
Frankfurt von der Ausschreibung des Wahltages zu benachrichtigen (s. nr. 54). Es
wurde ein Ausschuß von acht Mitgliedern des Rates ernannt, die den Bürgermeistern
in allen Angelegenheiten, die den Wahltag betrafen, zur Seite stehen sollten 1. Gleich-15
zeitig wurden die nötigen Anordnungen getroffen für die Rüstungen der Handwerke, die
Bewachung der Tore und anderes mehr 2: in welcher Weise dann die Vorkehrungen für
den Schutz und die Sicherheit der Kurfürsten zur Ausführung gelangt sind, zeigen die
Aufzeichnungen über die Vorgänge bei der Wahl (s. nr. 35) und die Ausgabenotizen aus
dem Frankfurter Rechenbuch (s. nr. 196).
Schwieriger als sonst gestaltete sich dieses Mal die Beschaffung eines ausreichenden
Lebensmittelmarktes. Seit einigen Jahren herrschte in großen Teilen Deutschlands, und
so auch in Frankfurt, eine große Getreideteuerung, die sich doppelt fühlbar machte, als nun
im Frühjahr 1438 der Wahltag und außerdem die Messe bevorstanden. Der Rat zu Frank-
furt suchte in Worms, vor allem aber im Elsaß Getreide aufzukaufen und verwies dabei 25
auf die ihm durch die Goldene Bulle auferlegte Verpflichtung. Aber Worms fürchtete selbst
in Not zu geraten und hatte deshalb ein Ausfuhrverbot für Getreide erlassen, und die
Elsässischen Herren und Städte hatten ein Abkommen getroffen, wonach sie kein Korn,
auch das schon im Auftrage des Frankfurter Rates gekaufte nicht, aus dem Lande gehen
lassen durften 3. Frankfurt suchte daher die Intervention der Kurfürsten. Am 28. Februar 30
stellte Pfalzgraf Otto auf Bitte Frankfurts und wohl nach einem Frankfurter Entwurf an
den Markgrafen Wilhelm von Hochberg, an Freiburg, Basel, Schlettstadt, Breisach, Colmar
und Mülhausen Briefe aus mit dem Ersuchen, Frankfurt wegen des bevorstehenden Wahl-
tages das Korn verabfolgen zu lassen4; zugleich wünschte der Rat ein Kollektivschreiben
der Kurfürsten, das dann auch, aber erst zwei Tage nach der Wahl erlassen wurde (nr. 63); s5
noch später, am 15. April, erwirkte Walther von Schwarzenberg, der Gesandte Frankfurts,
auch von König Albrecht, noch ehe dieser die Wahl angenommen hatte, Gunstbriefe an zehn
Elsässische Herren und Städte 5. Aber alle diese Schreiben des Pfalzgrafen Otto, des
Kurfürstenkollegs und des Königs liegen wohl erhalten im Frankfurter Stadtarchiv und
sind, wie in nr. 196 art. 7 berichtet wird, nie an die Adressaten gelangt. Man hat sie 40
„ Vgl. die Maßregeln und die Korrespondenzen
Frankfurts über diese Angelegenheit bei Beckmann,
Das mittelalterliche Frankfurt a. M. als Schau-
platz von Reichs- und Wahltagen (Archiv für
Frankfurts Geschichte und Kunst, 3. Folge, Bd. 2) 45
S. 47-49 und S. 131-138.
* In Frankfurt Stadt-A. Wahltagsakta III fol.
42-49 origg. chart. litt. clausae mit dem Datum
Wissenloch sexta feria ante invocavit 38.
5
Vgl. Beckmann a. a. O. S. 48-49 und S. 136. 50
t
Vgl. die Notiz zum 18. Februar: Item die
frunde zu machen die fursten zu enphaen und alle
sache helfen zu handeln und die auch zu ratslagen
und macht han bi die burgermeistere Jacob Brune,
Johan Palmstorffer, Walter Strolnberg, Clas, Nuhus,
Breidinbach, Gilbrecht und Collertale (Frankfurt
Stadt-A. Bürgermeisterbuch 1437 fol. 71 b not. chart.
coaeva, unter dem Datum feria tercia post Va-
lentini).
20
Laut Eintragung ebenda.